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Die Welt des späten
Mittelalters (1250 - 1400)
Das Ende der Luxemburger
und der Aufstieg der Habsburger Kaiserdynastie (1400 - 1517)
Die Reformation von
Luthers Anschlag der 95 Thesen bis zum Wormser Reichstag (1517 - 1521)
Der Dreißigjährige Krieg
(1618 - 1648)
Vom Westfälischen Frieden
(1648) bis zum Regierungsantritt Friedrichs des Großen (1740)
Der Aufstieg Preußens zur
europäischen Großmacht (1740 - 1763)
Die Französische
Revolution bis zum Ende der Diktatur Robespierres (1789 - 1794)
Deutschland in der Zeit der
Französischen Revolution und der Herrschaft Napoleons (1789 - 1815)
Restauration und
Revolution (1815 - 1830)
Monarchie und Bürgertum (1830
- 1847)
Die Revolution von
1848/49
Von der gescheiterten
Revolution 1848 bis zur Gründung des Deutschen Reiches 1871
Die Innen- und Außenpolitik
Bismarcks (1871 - 1890)
Das Deutsche Kaiserreich
von 1890 bis zum Ausbruch der Ersten Weltkriegs 1914
Die Industrielle
Revolution in England und Deutschland (1780 - 1914)
Europäischer
Kolonialismus und Imperialismus (1520 - 1914)
Der Erste Weltkrieg (1914 -
1918)
Der Weg zur Weimarer
Republik 1918 - 1919
Der Kampf um die Staatsgewalt
in der Weimarer Republik (1919 - 1933)
Die Machtübernahme der NSDAP
und die Errichtung der Diktatur Hitlers (1933 - 1939)
Der Zweite Weltkrieg (1939
- 1945)
Der Weg in die Teilung
Deutschlands (1945 - 1949)
Der Kalte Krieg: Vom
Kriegsende 1945 bis zum Bau der Berliner Mauer 1961
Die Ära Adenauer (1949 -
1963)
Die Kanzlerschaft Ludwig
Erhards 1963 - 1966
Kalter Krieg Teil 2: Von
der Kubakrise 1962 bis zur Auflösung der Sowjetunion 1991
Die Zeit der Großen
Koalition 1966 - 1969
Die Ära Brandt (1969 - 1974)
Die Kanzlerschaft Helmut
Schmidts (1974 - 1982)
Die Kanzlerschaft Helmut
Kohls von 1982 bis 1987
Die Kanzlerschaft Helmut
Kohls von 1987 - 1989
Der Weg zur
Wiedervereinigung Deutschlands (Teil I: Die DDR von den siebziger Jahren
bis zum Fall der Mauer im Jahr 1989)
Vom Fall der Berliner
Mauer bis zur deutschen Einheit (1989 - 1990)
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Niedersächsisch-dänischer Krieg
Schwedischer Krieg
Französisch / Schwedischer Krieg
Westfälischer Friede
Auswirkungen des Dreißigjährigen Kriegs
Literaturhinweise
Württemberg 1618 - 1648
Köngen 1618 - 1648 (exemplarisch für ein Dorf)
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Der böhmisch-pfälzische Krieg (1618 - 1623)
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- Herrschaftssystem und Machtverhältnisse in Böhmen um
1618
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- Wahl des Königs
durch die Landstände. Huldigung nach
erfolgter Wahl. Usus war, dass der in den
österreichischen Erblanden der Habsburger regierende
Landesfürst zum böhmischen König gewählt
wurde.
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Innerhalb des
römisch-deutschen Reichs bildete Österreich mit
Böhmen das Landesfürstentum des Kaisers.
Der Habsburger Kaiser Matthias
(1612 -
1618) stimmte 1617 der Wahl des streng
katholischen Erzherzogs
Ferdinand
(und späteren Kaisers Ferdinand II.) zum König
von Böhmen zu. |
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- Unter den
Landständen nahm
der hohe Adel eine führende Position ein. Die
Stände forderten ein Mitspracherecht in der
Regierung und weitgehende Unabhängigkeit in ihrem
Territorium. Ein großer Teil des Adels war
evangelisch.
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Kaiser
Matthias hatte den evangelischen Ständen
Zugeständnisse in Sachen Religionsfreiheit,
Kirchenbau und Kirchenbesitz gemacht. Trotzdem
kam es immer wieder zu Spannungen mit den
Katholiken; diese verstärkten sich nach der Wahl
Ferdinands zum böhmischen König. |
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- Die Forderung nach
Religionsfreiheit verband die evangelischen
Landstände in Böhmen mit den evangelischen
Reichsständen in Deutschland. Darüber hinaus hatten
beide die Schwächung der Zentralgewalt (König bzw.
Kaiser) zum Ziel.
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- Äußerer Anlass für den Aufstand
war, dass eine von Protestanten errichtete Kirche
aufgrund rechtlicher und politischer Maßnahmen der
Katholiken wieder abgerissen werden musste. Auf
einer Protestversammlung organisierten die
evangelischen Stände eine eigene ständische
Regierung.
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- 23. Mai 1618:
Die Unruhen in Böhmen erreichen im
Prager
Fenstersturz ihren Höhepunkt. Die revoltierenden
Stände übernehmen die Macht. Ein von ihnen
ausgerufener Landtag konstituierte ein
'Regiment'
von dreißig Direktoren und übertrugen ihm die
Landesverwaltung. Außerdem wurde ein eigenes Heer
aufgestellt.
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Prager Fenstersturz am
23.5.1618
Stich von Matthäus Merian
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Zwei hohe
kaiserliche Beamte und ihr Sekretär wurden auf
dem Hradschin durchs Fenster in die Tiefe
geworfen. Da sie auf einem Misthaufen landeten,
kamen sie mit dem Leben davon. |
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- Im
Juli 1619 schlossen
sich die Landstände mit den Ständen der zur
böhmischen Krone gehörenden Nebenländer Mähren,
Schlesien, Ober- und Niederlausitz zu einer
Konföderation
zusammen.
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In der
Verfassung, die sich die Landstände gaben,
werden die politischen Rechte des Königs stark
eingeschränkt. |
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- 22. - 27. August 1619:
Die böhmischen Stände erklären den Landesfürsten
Ferdinand für abgesetzt. Am
4. November 1619
wird Friedrich V. von der Pfalz
zum
böhmischen König gekrönt. Der Adel im habsburgischen
Teil von Ungarn schließt sich dem Aufstand der
Konföderierten und der mit ihnen verbündeten
österreichischen Stände an.
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Kurz nach der
Wahl des neuen Böhmenkönigs wird der Landesfürst
der rebellierenden Länder,
Ferdinand II.,
mit den Stimmen der Kurfürsten (außer der des
Pfälzers) in Frankfurt zum
deutsch-römischen
Kaiser gewählt.
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Friedrich V. (*1596,
†1632), von 1610 bis 1623 Kurfürst von der
Pfalz, als Friedrich I. von 1619 bis 1620 König
von Böhmen
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Nebenbei bemerkt:
Im Jahr 1619 vollendet Johannes Kepler
(*1571, †1630) sein Werk „Harmonices mundi“
(Weltharmonik), in dem er die Gesetze der
Planetenbewegung beschreibt und zugleich
nachzuweisen versucht, dass das Universum in
sich eine einzige göttliche Harmonie bildet.
Seine Entdeckung der drei Planetengesetze
(Keplersche Gesetze) machte aus dem
mittelalterlichen Weltbild, in dem körperlose
Wesen die Planeten in stetiger Bewegung hielten,
ein dynamisches System, in dem die Sonne durch
Fernwirkung den Lauf der Planeten aktiv
beeinflusst. Dieses heliozentrische Weltbild
stieß sowohl bei der katholischen als auch bei
der protestantischen Kirche auf erbitterten
Widerstand. |
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- Der Kampf Kaiser Ferdinands II. gegen die
Aufständischen in Böhmen
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- In seiner
Funktion als
Landesfürst will Ferdinand II. in den Erb- und
Kronlanden ein relativ einheitliches Staatswesen
aufbauen. Die monarchische Staatsgewalt soll
verstärkt werden. Außerdem strebt Ferdinand II. eine
katholische Restitution an.
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Ferdinand II.
fasste seine weltliche Regentschaft als
Aufgabe im Dienst der Religion auf. Seine
andersgläubigen Landsleute sollten mit Gewalt
zum katholischen Glauben gezwungen werden. |
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- In seinem Kampf gegen die
Aufständischen in Böhmen versicherte sich Ferdinand
II. der finanziellen Unterstützung
Spaniens und des Papstes (Paul V.). Der
Statthalter der - damals halb selbständigen -
südlichen Niederlande entsandte
spanisch-niederländische Truppen nach Böhmen. Auch
die unter bayerischer Führung stehende
politisch-militärische Vereinigung der katholischen
Reichsstände, die Liga, verbündete sich mit
Ferdinand.
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Der katholische
Herzog Maximilian I. von Bayern forderte
für seine Militärhilfe vom Kaiser zusätzliche
Territorien. . Seine Forderungen waren so hoch,
dass sie vom Kaiser nur erfüllt werden konnten,
wenn der böhmische Aufstand niedergeschlagen
wurde. |
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Maximilian I. von Bayern
(*1573, †1651), reg. Herzog von Bayern von 1597
bis 1651, Kurfürst von 1623 bis 1651
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- Die
Vereinigung der
evangelischen Reichsstände, die
Union,
konnte sich nicht dazu entschließen, ihr
Bundesoberhaupt, den Kurfürsten von der Pfalz (den
König von Böhmen) zu unterstützen. Union und Liga
vereinbarten im Juli 1620, sich gegenseitig
im Reich nicht anzugreifen; hinsichtlich der
Unterstützung des Kaisers in Böhmen (bzw. der
Aufständischen) konnte sich jeder Reichsstand nach
seinem eigenen Gutdünken verhalten.
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Den Habsburgern
gelang es, auch einen evangelischen
Landesfürsten, Kurfürst Johann Georg I. von
Sachsen auf ihre Seite zu ziehen. Auch ihm
wurden territoriale Zugewinne zugesichert. |
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- Friedrich V. von der Pfalz
hatte fast keine Bundesgenossen.
Am 8. November
1620 wurde er in der
Schlacht am Weißen Berg
von der ligistischen Armee des Herzogs von Bayern
unter Führung des Generals Tilly und einem
kaiserlichen Kontingent geschlagen. - Der nun als
'Winterkönig' verspottete Friedrich V. flieht in
die Niederlande.
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Nebenbei bemerkt: Um das Jahr 1620 malt
Peter Paul Rubens (*1577, †1640) das Bild
"Höllensturz der Verdammten". Der Malstil dieses
flämischen Malers mit dem betonten Ausdruck der
Bewegung und der hohen Farbqualität war
richtungweisend für das Zeitalter des Barock.
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- Auswirkungen der Schlacht am Weißen Berg
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- Der Kampf zwischen Landesfürsten
und den Landständen war zugunsten der
Landesfürsten entschieden. Böhmen und Mähren
verlieren ihre Teilautonomie und werden direkt der
Amtsgewalt des Monarchen unterstellt. Die
landesfürstliche Stellung konnte in
Richtung auf
den Absolutismus erweitert werden.
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Am
21. Juni
1621 werden fast alle Direktoren der
ständischen Revolutionsregierung umgebracht.
Innerhalb der Gesellschaftsordnung treten durch
Konfiskationen und
Auswanderungen
beträchtliche Umschichtungen ein. Ein großer
Teil des böhmischen und mährischen Adels schlägt
sich nun auf die Seite der Habsburger. |
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- Kaiser Ferdinand II.
war nun in der Lage, für die nächste Zukunft
zusammen mit der katholischen Liga den Gang der
Politik und die Kriegsführung wesentlich
mitzubestimmen.
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- Sieg des Katholizismus
und der Gegenreformation über den mit den Ständen
eng verflochtenen Protestantismus. Auch im Reich
bekommt der Kaiser und der Katholizismus neuen
Auftrieb.
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Der staatliche
Befehl, entweder katholisch zu werden oder
auszuwandern ging zunächst an die
Calvinisten, später an alle Anhänger der
evangelischen Konfessionen. Bei dieser Regelung
berief sich Kaiser Ferdinand II. auf das bereits
beim Augsburger Religionsfrieden von 1555
reichsrechtlich sanktionierte
Religionsbestimmungsrecht der Landesfürsten. |
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Böhmisch-pfälzischer Krieg
Schwedischer Krieg
Französisch / Schwedischer Krieg
Westfälischer Friede
Auswirkungen des Dreißigjährigen Kriegs
Literaturhinweise
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Der niedersächsisch-dänische Krieg
1625 - 1629
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- Die Mächtekonstellation in Europa
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- Bund Spaniens mit Bayern,
der katholischen Liga und dem Kaiser.
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- Ziel, durch Rückgewinnung
der 'Generalstaaten' (der nördlichen
Niederlande) die Vormachtstellung gegenüber
Frankreich weiter auszubauen.
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1621 war
der Waffenstillstand zwischen Spanien
und den Generalstaaten abgelaufen.
Sowohl Spanien als auch die
Generalstaaten hofften, durch die
Wiederaufnahme des Krieges Vorteile
herauszuschlagen. |
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- Spanien unterstützt die
Herrscher Österreichs und Bayerns bei der
Rekatholisierung ihrer Länder.
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- Ziel, unabhängige
europäische Großmacht zu werden.
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Spanien
war im Besitz der südlichen Niederlande,
zu denen noch Luxemburg und erhebliche
Anteile des heutigen Frankreich
gehörten. Herzog Richelieu
(später Kardinal) setzte sich zum Ziel,
die "Einkreisung" Frankreichs zu
sprengen.
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- Um das vorgegebene Ziel
zu erreichen, suchte Frankreich - unter der
Federführung von Richelieu - die
habsburgischen Positionen entlang der
französischen Ostgrenze, in Italien und im
Reich zu schwächen.
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Richelieu
versuchte sowohl Dänemark als auch
Schweden für eine kriegerische
Unternehmung in Deutschland zu gewinnen.
Geschickt nutzte Richelieu das
Machtstreben des
dänischen Königs,
Christian IV., aus. Dieser war als
Herzog von Holstein zugleich deutscher
Reichsfürst und 'Kreisoberster' der im
niedersächsischen Reichskreis
zusammengeschlossenen deutschen Fürsten.
Christian IV. war vor allem daran
interessiert, die evangelischen
Bistumslande in Norddeutschland zu
gewinnen.
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- Die Fortführung des Krieges
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- Nach der Flucht Friedrichs V. von
der Pfalz in die Niederlande (1620) setzten seine
fürstlichen Söldnerführer (Herzog Christian von
Braunschweig, Graf Ernst von Mansfeld) den Kampf um
die Oberpfalz und die pfälzischen Kurlande am Rhein
fort. Da sie sich dort nicht lange halten konnten,
zogen sie mit ihren Truppen nach
Norddeutschland.
Die kaiserlich-ligistischen Truppen unter
Tilly rückten nach.
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Johann Tserclaes von Tilly
(* 1559, †1632), kaiserlicher Feldherr
Porträt von Antony van Dyck
(Ausschnitt)
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- Von den ausländischen Mächten
tritt lediglich König Christian IV. von Dänemark
dem Kaiser und der Liga mit bewaffneter Macht
entgegen (1625). Schweden wollte sich (noch) nicht
am Krieg beteiligen. Frankreich leistete
Subventionszahlungen an Dänemark.
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Auch einzelne
Reichsstände versuchten, ein weiteres Vordringen
des Kaisers in ihre Interessensphären zu
verhindern. |
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- 1625: Albrecht von Wallenstein
erhält den Oberbefehl über alle kaiserlichen
Truppen.
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-
Albrecht von
Wallenstein, geboren 1583, stammte
aus einem protestantischen Adelsgeschlecht
in Böhmen und konvertierte als etwa
Zwanzigjähriger zur katholischen Kirche. Ab
1604 leistete er dem Kaiserhaus wertvolle
Dienste und blieb auch nach dem Prager
Fenstersturz auf der Seite der Habsburger.
Dafür wurde er nach der Niederwerfung des
Aufstands reich belohnt. In zweiter Ehe
heiratete er 1623 die halb so alte
Isabella von Harrach und erwarb
nicht nur eine reiche Mitgift, sondern kam
gleichzeitig in Verbindung mit dem
österreichischen Hochadel.
-
Als Hauptgewinner der
Konfiskationen in Böhmen
nach 1620/21 hatte Wallenstein viel zu
verlieren. Es waren also durchaus auch
eigennützige Motive, dass
er einen militärischen Umschwung zu Lasten
der kaiserlich-katholischen Partei
verhindern wollte.
-
1625 konnte Wallenstein
dem in Bedrängnis geratenen Kaiser
aus eigenem Vermögen ein Heer zur
Verfügung stellen. Mit diesem errang er
große Erfolge und wurde dafür zum
Oberbefehlshaber aller kaiserlichen Truppen
ernannt.
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- April - August 1626:
Wallenstein besiegt die Dänen an der
Dessauer
Brücke. Der Feldherr der katholischen Liga,
Tilly, behält in der Schlacht von
Lutter am
Barenberg die Oberhand.
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- 1627
nimmt Wallenstein dem dänischen König seine letzten
Positionen in Schlesien und in Niederdeutschland ab.
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- Kaiser Ferdinand II.
erlässt am 6. März 1629 das
Restitutionsedikt: Sämtliche nach 1552
säkularisierten geistlichen Güter sollen an ihre
ursprünglichen Besitzer zurückgegeben werden. Den
katholischen Reichsständen wird erlaubt, in ihren
Territorien gegen die Protestanten vorzugehen.
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Mit dem Edikt
hatte Ferdinand II. den Bogen überspannt.
Betroffen waren Calvinisten und
Lutheraner. Die Lutheraner unter ihrem
Anführer, dem Kurfürsten Johann Georg von
Sachsen, treten nun auf die Seite der Gegner
des Kaisers. |
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- 22. Mai 1629: Im Frieden von
Lübeck scheidet Christian
IV. aus dem Krieg aus. Dänemark wahrt seinen
territorialen Bestand.
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Die beiden
Herzöge von Mecklenburg, die auf der Seite
Christians IV. gekämpft hatten, wurden von
Ferdinand II. geächtet. Ihr Titel und auch die
Herzogtümer wurden auf Wallenstein, der zuvor
schon zum Herzog von Friedland ernannt worden
war, übertragen.
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Albrecht Eusebeus
Wenzel von Wallenstein (*1583, † 1634),
ab 1625 Herzog von Friedland
Stich von Peter
Isselburg 1625 (Ausschnitt), Bildarchiv
der Österreichischen Nationalbibliothek
Wien.
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- Unmittelbar nach dem Lübecker
Frieden ging Kaiser Ferdinand II. daran, die
Restitution (Rückgängigmachung der
Säkularisation) durchzuführen.
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Im Jahr 1618
hatten im nord- und mitteldeutschen Raum
die meisten Reichs- und Landesbistümer
evangelische Bischöfe, die zum großen Teil
aus regierenden landesfürstlichen Dynastien
stammten. Diese bischöflichen Stühle sollten nun
- gestützt auf die Waffen der Armeen - mit
Katholiken besetzt werden. Wegen der großen
Anzahl der säkularisierten Klöster war auch
Süddeutschland - insbesondere Württemberg -
von der Restitution betroffen.
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-
Das
Erstarken der Macht des
Hauses Habsburg hatte Rückwirkungen auf das
Verhalten Schwedens,
Frankreichs und
der Reichsfürsten. Auch
Maximilian von
Bayern, der Anführer der katholischen Liga,
verfolgte seine Interessen als Reichsfürst.
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-
Gustav II. Adolf von
Schweden fühlte
sich konfessionell und politisch bedroht. Er
war überzeugter Anhänger des Luthertums
und fürchtete ein
Vordringen des
Katholizismus über Norddeutschland nach
Schweden. Politisch sah er durch das
Vorgehen des Kaisers und der mit ihm
verbündeten Liga seine Pläne, ein Imperium
in Nordeuropa aufzubauen, gefährdet.
Insbesondere schreckt ihn ein mögliches
Bündnis zwischen dem Kaiser und dem
katholischen Polen, mit dem er sich im Krieg
befand.
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-
Die
Reichsstände
gingen - über die
konfessionellen
Grenzen hinweg - gemeinsam in Opposition
gegen den Kaiser. Im Grunde hatten sie
dieselben politischen Interessen: die
Wahrung ihrer Rechte und ihres Besitzes und,
wenn möglich, auch deren Erweiterung.
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-
Maximilian von Bayern
war grundsätzlich reichs- und kaisertreu,
legte jedoch Wert auf seine
Selbständigkeit als Reichsfürst. Sein
Heer versetzte ihn in die Lage, dem Kaiser
als starker Partner gegenüberzutreten. Die
Stärkung der kaiserlichen Macht nach dem
Lübecker Frieden empfand Maximilian als
Gefahr für seine reichsrechtliche Stellung.
In dieser Situation wurde er zum
Gegenspieler des Kaisers.
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Seine
Bindung an den katholischen Glauben
hinderte Maximilian von Bayern nicht
daran, sich für die Interessen seines
Staates mit Nachdruck einzusetzen. So
verfolgte der bayerische Kurfürst stets
seinen Vorteil als Territorialherr und
ließ sich unter diesem Aspekt auf engere
Kontakte mit Frankreich ein.
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Böhmisch-pfälzischer Krieg
Niedersächsisch-dänischer Krieg
Französisch / Schwedischer Krieg
Westfälischer Friede
Auswirkungen des Dreißigjährigen Kriegs
Literaturhinweise
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Der schwedische Krieg 1630 - 1635
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- Juli - November 1630:
Wallenstein wird auf dem Kurfürstentag in Regensburg
entlassen. Die kaiserliche Armee wird auf die Hälfte
reduziert. Der Oberbefehl über die kaiserlichen Truppen wird
an Tilly übertragen.
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Herzog Maximilian I.
von Bayern und auch die anderen Reichsfürsten
verfolgten schon lange das Ziel, dem Kaiser mit
Wallenstein die Stütze seiner Macht zu berauben.
Maximilian drohte Kaiser Ferdinand II., ihm die
Unterstützung der Liga zu entziehen, falls er
Wallenstein nicht entlassen werde.
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- 23. Januar 1631:
Frankreich verpflichtet sich zu hohen
Geldzahlungen an
Schweden. Schweden verspricht als Gegenleistung mit
einem starken Heer (36.000 Mann) Krieg gegen den Kaiser zu
führen.
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- Die
Hilfestellung Frankreichs
für Schweden macht deutlich, dass es aus
europäischer Perspektive bei dem Unternehmen Gustav
Adolfs darum ging, die Stellung des Hauses Habsburg
im Reich zu schwächen.
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- Bei
Gustav Adolf
vermengten sich religiös-konfessionelle mit reinen
machtpolitischen Motiven. Er wollte nicht nur die
deutschen Protestanten unterstützen, sondern auch
Territorien erobern. Keinesfalls wollte er den
Reichsfürsten zu größerer politischer Freiheit
verhelfen.
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- Die Schweden dringen in die
weltlichen
Fürstentümer östlich der Elbe, in Schleswig-Holstein,
Pommern, Brandenburg und Kursachsen ein, obwohl in diesen
Territorien der Protestantismus nicht gefährdet war.
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- 17. November 1631
Die Schweden schlagen Tilly in der
Schlacht bei
Breitenfeld in der Nähe von Leipzig. Gustav Adolf
verfolgt die Truppen des Kaisers und der Liga bis an den
Main und den Rhein.
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Richelieu sah nach dem
Sieg Gustav Adolfs die französische Interessensphäre
am Oberrhein unmittelbar gefährdet und suchte den
Einmarsch der Schweden nach Südwestdeutschland
mit diplomatischen Mitteln zu verhindern. Seine
Bemühungen, einen Neutralitätsvertrag oder einen
Waffenstillstand zwischen Schweden und der Liga zu
erreichen, scheiterten. |
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- 15. Dezember 1631:
Wallenstein erhält erneut das Kommando über die
kaiserlichen Truppen.
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- Im
Frühjahr 1632 marschieren die
Truppen Gustav Adolfs durch Württemberg nach Bayern und
greifen die Katholische Liga an. In der
Schlacht bei Rain
(15.4.1632) wird Tilly tödlich verwundet. Die Katholische
Liga löst sich auf.
|
- Im Herbst 1632
dringt das kaiserliche Heer unter Wallenstein
nach Sachsen vor. In der Schlacht bei Lützen am 16.
November 1632 fällt Gustav Adolf. Die Schlacht selbst hatte
keinen Sieger.
| |
-
Wallenstein hatte am 1. November
1632 Leipzig erobert und seine Soldaten ins
Winterquartier entlassen - zu früh, denn Gustav
Adolf griff noch einmal an. Überstürzt musste er
seine Truppen wieder zusammenrufen. Manche
Heeresteile kamen zu spät - wie Feldmarschall Graf
Pappenheim mit seinen Reiterregimentern. 5000
Kaiserliche und 6000 Soldaten der schwedischen Armee
fielen in der Schlacht.
-
Bei Lützen fand
eine der größten Schlachten des Dreißigjährigen
Krieges statt. Insgesamt haben 36.000 Söldner dort
gekämpft, ca. 9.000 fanden den Tod.
|
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- Mit dem Tod Gustav Adolfs
verlieren die Schweden ihre bisher einheitliche
militärische und politische Führung. Das ehrgeizige
Ziel des Königs, Schweden zur bestimmenden Macht im
Reich zu machen, ließ sich nicht mehr umsetzen. Von
nun an ändern sich die Machtverhältnisse in
Deutschland.
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|
- Der schwedische Kanzler,
Axel
Oxenstierna, setzte den Kampf in Deutschland fort. Durch
eine Verbindung mit den protestantischen Reichsständen, dem
am 23. April 1633 geschlossenen 'Heilbronner Bund',
versucht er, Schwedens Stellung in Deutschland zu festigen.
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Nebenbei
bemerkt: Am 22. Juni 1633 widerruft der
italienische Astronom Galileo Galilei vor der
Inquisition seine Lehre, welche die Sonne und nicht die
Erde als Mittelpunkt des Universums betrachtet. |
|
- 25. Februar 1634:
Ermordung Wallensteins in Eger.
| |
Wallenstein hatte
versucht, sich in der Heeresführung vom Kaiser
unabhängig zu machen. In geheimen Verhandlungen ohne
Abstimmung mit der kaiserlichen Regierung in Wien
bemühte sich Wallenstein um einen
Friedensschluss mit Schweden und Franzosen.
Darauf wurde Wallenstein erneut abgesetztm geächtet und
mit seinen engsten Vertrauten im Februar 1634 in Eger
ermordet. |
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Nebenbei
bemerkt: Der Stoff um das Leben und
Wirken Wallensteins reizte auch den
Dramatiker Friedrich Schiller (*1759, † 1805).
Zu Schillers Lebzeiten war die Erinnerung an den
Dreißigjährigen Krieg noch lebendig - daran, dass es
ursprünglich ein Religionskrieg gewesen war, in dem die
Sache der Reformation nur durch das Eingreifen des
Schwedenkönigs Gustav Adolf gerettet worden war.
Bei seinen Studien stellte Schiller fest, dass
Geschichte in diesem Falle von den Siegern geschrieben
wurde. Am Ende des Abschnitts über Wallensteins
Tod schrieb er: "Durch Mönchsintrigen verlor er
zu Regensburg den Kommandostab und zu Eger das Leben;
durch mönchische Künste verlor er vielleicht, was mehr
war als beides, seinen ehrlichen Namen und seinen guten
Ruf vor der Nachwelt." Schiller vertrat die Meinung,
dass die Geschichtsschreibung seiner Zeit Wallenstein
nicht gerecht wurde, weil sie zu wenig nach den
Gründen für sein Handeln fragte. In seinem
Theaterstück ist der Dichter Einseitigkeiten der
geschichtlichen Darstellung entgegengetreten. |
|
- 5./6. September 1634:
In der
Schlacht bei Nördlingen siegen
kaiserlich-ligistische und spanische Truppen über die
Schweden. Die schwedische Vorherrschaft in Süddeutschland
ist damit beendet.
| |
Nach der
Schlacht bei
Nördlingen lösen sich die meisten protestantischen
Fürsten vom Heilbronner Bund. Die meisten von ihnen
neigen dazu, untereinander und mit dem Kaiser Frieden zu
schließen. |
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- 30. Mai 1635: Prager Frieden
zwischen Kaiser Ferdinand II. als Anführer der Katholiken
und dem Kurfürsten von Sachsen als Haupt der Protestanten.
Das Problem, wie Protestanten und Katholiken in einem Reich
zusammenleben sollten, wurde bei den Friedensverhandlungen
nicht gelöst.
| |
- Das
Restitutionsedikt
wurde nicht aufgehoben, sondern für 40 Jahre auf der
Basis des Zustandes von 1627 außer Kraft gesetzt.
Das reformierte Bekenntnis blieb von einem
reichsrechtlichen Schutz ausgeschlossen.
| |
Der
Konfessionsstand von 1627 wird zur Norm
erhoben, d.h. kirchliche Rechte und Besitzungen
verbleiben bei derjenigen kirchlichen
Einrichtung (Pfarrei, Kloster, Stifts- oder
Domkirche) bei der sie 1627 gewesen waren. Der
Gottesdienst wurde so gehalten, wie er 1627
gehalten worden war. Das 'Normaljahr' war
sowohl für die Protestanten als auch für die
Katholiken erträglich. Die Protestanten hatten
zu diesem Zeitpunkt noch keine großen Einbußen
erlitten. |
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- Paritätische Besetzung des
Reichskammergerichts durch Katholiken und
Protestanten
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- Zugeständnisse der
Reichsstände hinsichtlich
der verfassungsrechtlichen Stellung des
Kaisers: Verzicht auf das Bündnisrecht
untereinander, Verzicht auf das Aufstellen eigener
Armeen, Oberbefehl des Kaisers über die Reichsarmee.
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- Zugeständnisse des Kaisers
lagen in der Vergabe von
Territorien und Konzessionen: Verbleib der ehemals
pfälzischen Territorien bei Bayern, Nieder- und
Oberlausitz an Kursachsen u.a.
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- Die meisten
Reichsstände
akzeptierten den Prager Frieden. Er blieb jedoch ohne
Wirkung, weil nun Frankreich in den Krieg eingriff.
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Der Dreißigjährige Krieg
hätte wahrscheinlich 1635 ein Ende gefunden, wäre er
nicht gleichzeitig das entscheidende Ringen im Kampf
Frankreichs gegen Spanien um die Vorherrschaft in Europa
gewesen. Gelang es Spanien mit Hilfe des Kaisers, sowohl
die aufständischen Niederlande als auch die deutschen
Protestanten zu besiegen, so sähe sich Frankreich allein
den beiden Linien des Hauses Habsburg gegenüber. Dies
wollte Richelieu verhindern. Weder der Kaiser noch die
Reichsstände waren in der Lage, einen Frieden im Reich
herbeizuführen. Sowohl Frankreich als auch Spanien
erzwangen eine Fortsetzung des Krieges in Deutschland.
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Böhmisch-pfälzischer Krieg
Niedersächsisch-dänischer Krieg
Schwedischer Krieg
Westfälischer Friede
Auswirkungen des Dreißigjährigen Kriegs
Literaturhinweise
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Französisch / schwedischer Krieg 1635 - 1648
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- Unter dem Eindruck des Prager Friedens
schien Schweden zunächst dazu geneigt, bei Erstattung
der Kriegskosten in Verhandlungen über einen
schwedisch-deutschen Frieden
einzutreten.
Kaiser
Ferdinand II. und
Richelieu wirkten jedoch einer
Verständigung entgegen.
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- Der Kaiser bestand auf einem sofortigen
Abzug der schwedischen Truppen. Frankreich beschloss,
nun auch militärisch in das Kriegsgeschehen einzugreifen und
bot Schweden seine militärische Unterstützung an. Am 28.
April 1635 schließen sich Frankreich und Schweden zu einer
förmlichen Allianz zusammen.
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Richelieu befürchtete,
dass die Habsburger nach einem Frieden zwischen den
deutschen Protestanten, Schweden und den Generalstaaten,
Frankreich angreifen würden. Durch die Stützung
Schwedens hielt er sie von einem Frieden mit dem
deutsch-römischen Kaiser ab.
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Herzog von Richelieu
(*1585, †1642), 1622 Kardinal, seit 1624
leitender Minister Frankreichs
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- Am
19. Mai 1635 erklärt Frankreich
Spanien den Krieg. Durch Provokationen Frankreichs
veranlasst (französische Truppen waren bis an den Rhein
vorgerückt) kam es am 18. September 1635 zur
Kriegserklärung Kaiser Ferdinands II. an Frankreich.
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Frankreich befand sind
nun mit beiden habsburgischen Linien im Krieg,
nicht jedoch mit dem Reich. |
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- Frankreich verpflichtet sich mit
Herzog Bernhard von Weimar und
Landgraf Wilhelm V.
von Hessen zwei deutsche Fürsten, die jeweils ein Heer
von 10.000 Mann besaßen. Beiden werden hohe Belohnungen
versprochen.
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- Kaiser
Ferdinand II. stirbt am 15.
Februar 1637. Sein Sohn, Ferdinand III. schließt sich
zum Zweck gemeinsamer Kriegsführung jetzt fester mit Spanien
zusammen. So können 1638 die Truppen der Franzosen und
Herzog Bernhards im Elsass und am Mittelrhein zurückgedrängt
werden.
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- Seit 1640 zeigt sich das
militärische
Übergewicht der Gegner des Kaisers. In konzentrischen
Angriffen dringen schwedische Armeen vom Norden und die
französischen Heere vom Westen nach Deutschland vor. Auch
Spanien hat seit 1640 hohe Verluste zu verzeichnen.
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Die missliche Lage Kaiser
Ferdinands III. ging zum Teil darauf zurück, dass
einzelne Reichsstände - trotz der Abmachungen des Prager
Friedens - separat ihren Frieden bzw. ihren
Waffenstillstand mit den ausländischen Mächten machten
(Brandenburg, Kursachsen, für kurze Zeit auch Bayern). |
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- Seit 1640 zeigen sich bei den
Reichsständen Symptome der Kriegsmüdigkeit. Man
wünschte sich Frieden, selbst um einen hohen Preis. 1641
setzen die ersten Friedensverhandlungen ein. 1644/45 treten
sie in ihre letzte Phase.
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Nebenbei
bemerkt: Anfang des Jahres 1640 wurde der am
19. Juni 1623 in Clermont-Ferrand (Frankreich) als
Sohn eines königlichen Steuereintreibers geborene
Blaise Pascal mit seiner mathematischen
"Abhandlung über Kegelschnitte" auf
einen Schlag bekannt. Fünf Jahre später konstruierte er
die erste Rechenmaschine, deren größere
Verbreitung an der mangelnden Präzision der damaligen
Mechanik scheiterte. Außerdem wirkte Pascal als
Wegbereiter der modernen Wahrscheinlichkeitsrechnung. In
der Mathematik ist sein Name unter anderem mit dem 'Pascalschen
Dreieck', einer speziellen Anordnung der
Binominalkoeffizienten, verbunden. Weiterhin bewies
Blaise Pascal, dass der Luftdruck mit der Höhe eines
Ortes variiert. Die SI-Einheit des Drucks
ist nach ihm benannt. Er gilt auch als Erfinder
des Barometers zur Luftdruckmessung. Auch als
Verfasser bedeutender theologischer Schriften wurde
Blaise Pascal berühmt. Zeitlebens versuchte er den Geist
der Naturwissenschaft und den Geist der Religion in sich
zu vereinen. Das Denken des Religionsphilosophen
Pascal kreiste um die Existenz Gottes. Als
Anhänger der Lehre der Jansenisten
spricht er von einer unendlichen Ferne zwischen Gott und
den Menschen und von der Unbeeinflussbarkeit der
göttlichen Gnade. Sein berühmtester Satz als Philosoph
ist wohl: "Das Herz hat seine Gründe, die der
Verstand nicht kennt." Blaise Pascal starb am
19. August 1662 im Alter von 39 Jahren. |
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Böhmisch-pfälzischer Krieg
Niedersächsisch-dänischer Krieg
Schwedischer Krieg
Französisch / Schwedischer Krieg
Auswirkungen des Dreißigjährigen Kriegs
Literaturhinweise |
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Der Westfälische Friede 1648
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- Der Westfälische Friede trat mit seiner
Unterzeichnung am 24. Oktober 1648 in Kraft.
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Die Friedensregelungen
wurden formell in zwei aufeinander abgestimmten
Verträgen festgelegt: einem in
Münster
unterzeichneten Abkommen zwischen dem
Kaiser und
dem König von Frankreich und einem
Parallelabkommen zwischen dem Kaiser und der
Königin
von Schweden, das in
Osnabrück unterzeichnet
wurde. Das Reich trat als Vertragspartner nicht
in Erscheinung, da Schweden und Frankreich die
Auffassung vertraten, dass sie mit dem Kaiser, nicht
jedoch mit dem Reich Krieg geführt hätten. Die
deutschen Reichsfürsten waren jedoch in die Verträge
eingebunden. |
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- Kirchlich-konfessionelle
Fragen
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- In den Konfessionsfragen
war der Kaiser bereits 1635 in Prag vom
Restitutionsedikt abgerückt. Im Prager
Frieden hatten die Vertragspartner das Jahr
1627 zur Norm für die Fixierung der
konfessionellen Verhältnisse festgelegt. In
Münster und Osnabrück einigte man sich jetzt
auf das 'Normaljahr' 1624. Der
konfessionelle Besitzstand sollte so
bleiben, wie er am 1. Januar 1624 gewesen
war.
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- In
Reichsstädten,
in denen die Bevölkerung sowohl aus
Katholiken als auch aus Protestanten
bestand, durften beide Konfessionen
nebeneinander bestehen.
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- Der
Calvinismus
wurde als religiöses Bekenntnis neben dem
Luthertum und dem Katholizismus anerkannt.
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- Fragen der Reichspolitik und
der Reichsverfassung
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- Alle
Reichsfürsten,
die infolge der Reichsacht ihr Territorium
verloren hatten, werden wieder in ihr
Landesfürstentum eingesetzt.
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- Der
Kaiser wird in
seiner Politik und in seinen
Gesetzesvorhaben an die
Zustimmung der
Reichsstände gebunden. Die Territorien
werden für souverän erklärt.
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Schon
Richelieu
(er starb 1642) war es
darum gegangen, die Macht des Kaisers im
Reich zu beschränken.
Kardinal
Mazarin setzte diese Strategie fort.
Parallel lief das Streben der
Reichsstände, eine größere politische
Unabhängigkeit zu erreichen.
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- Freies Bündnisrecht
der Reichsstände
mit der einschränkenden Bestimmung, dass
sich Bündnisverträge nicht gegen Kaiser und
Reich richten durften.
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- Die Wahlen zum
Römischen König
(zum potentiellen
Nachfolger des Kaisers), wie sie von den
Habsburgern häufig praktiziert wurden,
nämlich während der Kaiser noch lebte, wurden
verboten.
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- In
Religionsfragen
musste im Reichstag jede Konfession für sich
beraten. Beide Gruppen besaßen die gleiche
Stimme. Damit sollten Kampfabstimmungen
verhindert werden.
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Die
Inhaber der Staatsgewalt begannen,
sich von den
Konfessionen
zu
lösen. Sie hatten wohl festgestellt,
dass sich bei einer Politik im strengen
Dienst eines Bekenntnisses die
Gefährdungen im Innern und auch
gegenüber ausländischen Mächten
verstärkten. |
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- Bestimmungen für einzelne
Territorien
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- Kursachsen
erhielt als Lohn für seine kaisertreue
Politik Ober- und Niederlausitz, die bis
dahin zur böhmischen Krone gehört hatten
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- Mecklenburg
erhielt die Bistümer Ratzeburg und Schwerin.
Brandenburg erhielt Hinterpommern.
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- Die Oberpfalz wurde
endgültig der Münchener Linie der
Wittelsbacher zuerkannt. Damit hat sich das
Territorium Bayerns wesentlich
erweitert.
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Es gab
noch weitere territoriale Verschiebungen
innerhalb Deutschlands, die hier nicht
weiter aufgeführt werden. Allgemeiner
Grundsatz war, dass die Veränderungen zu
Lasten Österreichs, des pfälzischen
Kurstaates und - vor allem - der
geistlichen Reichsstände gingen. |
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- Territoriale Verschiebungen zugunsten Frankreichs und
Schwedens
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- Frankreich
erhielt die Besitzrechte der Habsburger im
Elsass. Dazu
erwarb der französische König noch die Festung
Breisach. Außerdem gingen die lothringischen
Reichsbistümer Toul, Verdun und Metz in
französischen Besitz über.
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- Schweden
sicherte sich mit Wismar und Stettin zwei
Ostseehäfen. An Territorien erhielt Schweden gegen
die Ansprüche Brandenburgs Vorpommern mit der Insel
Rügen. Außerdem erlangte es den Landstreifen
zwischen der Elb- und Wesermündung (Bremen, Verden).
Schweden erhielt den Status eines deutschen
Reichsstandes.
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- Frankreich und Schweden wurden
als Garanten des Friedens anerkannt. Dadurch
wollten sie das Reich unter Kontrolle halten.
Ständige Interventionen wurden möglich.
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Die Ziele der
französischen Reichspolitik waren noch von dem
1642 verstorbenen Richelieu bestimmt worden.
Durch ein Garantiesystem wollte er die kleineren
Fürsten in Deutschland an Frankreich binden und
so die Lehnsbindungen an den Kaiser unterlaufen.
Diese Idee wurde im Westfälischen Frieden in der
Form verwirklicht, dass Frankreich und Schweden
den Frieden und auch dessen
Verfassungsbestimmungen für das Reich
garantierten. |
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Der Frieden war 1648 noch
nicht vollständig. Im Westen tobte der Konflikt zwischen
Frankreich und Spanien noch über ein Jahrzehnt, bis nach
dem Pyrenäenfrieden 1659 der Krieg auch für den
Nordosten Frankreichs, die spanischen Niederlande, das
Elsass und Burgund zu Ende war. |
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Böhmisch-pfälzischer Krieg
Niedersächsisch-dänischer Krieg
Schwedischer Krieg
Französisch / Schwedischer Krieg
Westfälischer Friede
Literaturhinweise
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Die Auswirkungen des Dreißigjährigen Kriegs
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- Die
Regionen in Deutschland waren
vom Krieg unterschiedlich hart betroffen. An den
Auswirkungen des Krieges hatten insbesondere
Südwestdeutschland beiderseits des Oberrheins, Württemberg,
die Pfalz, Franken, Hessen, Thüringen, das Gebiet an der
mittleren Elbe mit Magdeburg, Brandenburg und Pommern zu
leiden. Zu den Schongebieten gehörten das westliche
Niederdeutschland und die Alpenländer.
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- Nach Schätzungen schrumpfte die
Bevölkerung in Deutschland von 16,5 Millionen im Jahr
1618 auf 10,5 Millionen im Jahr 1648. Die Landbevölkerung
ging um ca. 40 Prozent, die städtische Bevölkerung um ca. 25
Prozent zurück, doch gab es große regionale Unterschiede.
Die meisten Menschen erlitten den Tod nicht durch
unmittelbare Waffengewalt, sondern durch nur
mittelbar
vom Kriegsgeschehen beeinflusste Ereignisse.
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- Epidemische
Infektionskrankheiten (von
den zeitgenössischen Chronisten unterschiedslos als
"Pest" benannt).
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- Tod durch
Hunger und Kälte
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Das seit
Wallenstein von allen Krieg führenden Mächten
praktizierte Kontributionssystem
bedeutete eine kaum zu ertragende Belastung. Bei
diesem System waren die Truppenführer dazu
angehalten, Sold und Verpflegung aus der
Bevölkerung herauszuholen. Die durchziehenden
Soldaten zerstörten durch Raub und Brand den
Besitz der Landbewohner und entzogen ihnen
dadurch die Nahrungsgrundlage. Vor allem
Frauen, Kinder und ältere Menschen litten
zunehmend an Unterernährung, die häufig zum Tod
führte. Ein Flucht in eine nahe gelegene Stadt
nutzte wegen den dort herrschenden Seuchen oft
wenig.
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- Die Menschen und das Kriegselend
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- Der Blick des Menschen war im 17.
Jahrhundert nicht nur auf das Zeitgeschehen sondern
auch auf Zeit und Ewigkeit gerichtet. Man sah
sich selbst in eine überweltliche Ordnung
hineingestellt und fühlte sich darin geborgen. Das
Kriegselend wurde von der Mehrzahl der Menschen als
ein von Gott gesendetes und als ein nur mit dessen
Hilfe zu überwindendes Schicksal verstanden.
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Die Mehrheit sah
das Kriegselend als Folge menschlicher
Verfehlungen oder himmlischer Ratschlüsse. An
der göttlichen Lenkung der Welt wurde zumeist
nicht gezweifelt. |
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- Trotz des demütigen Hinnehmens
des widrigen Schicksals waren die Menschen vom
Kriegsgeschehen aufgewühlt und erschüttert. Dies
beweist die Reaktion der Betroffenen im
volkstümlichen und geistlichen Lied, in der Lyrik
(Andreas Grypius u.a.) und im Roman (Hans Jakob von
Grimmelshausen u. a.). Auch Chroniken und
Lebensbeschreibungen geben darüber Auskunft.
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Böhmisch-pfälzischer Krieg
Niedersächsisch-dänischer Krieg
Schwedischer Krieg
Französisch / Schwedischer Krieg
Westfälischer Friede
Auswirkungen des Dreißigjährigen Kriegs
Literaturhinweise
Württemberg 1618 - 1648
Köngen 1618 - 1648 (exemplarisch für ein Dorf)
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Literaturhinweise
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| Bedürftig, Friedemann |
Taschenlexikon
Dreißigjähriger Krieg. 1998 |
| Burkhardt, Johannes |
Der Dreißigjährige Krieg.
1618 - 1648. Frankfurt 1992. |
| Dickmann, Fritz |
Der Westfälische Frieden.
Münster 1985 |
| Diwald, Helmut |
Wallenstein. Eine
Biographie. 1969. |
| Duchhardt, Heinz |
Deutsche
Verfassungsgeschichte 1495 - 1806, Stuttgart 1991. |
| Englund, Peter |
Die Verwüstung
Deutschlands. Eine Geschichte des Dreißigjährigen
Krieges, 1998 |
| Kohler, Alfred
|
Das Reich im Kampf um die
Hegemonie in Europa 1521-1648. München 1990 |
| Lahrkamp, Helmut |
Dreißigjähriger Krieg und
Westfälischer Frieden. Eine Darstellung der Jahre 1618 -
1648. Münster 1999 |
| Mann, Golo |
Wallenstein. Sein Leben.
1971. |
| Milger, Peter |
Der Dreissigjährige
Krieg. Gegen Land und Leute. 2001. |
| Parker, Geoffrey |
Der Dreißigjährige Krieg,
Frankfurt 1987. |
| Repgen, Konrad (Hrsg.) |
Forschungen und Quellen
zur Geschichte des Dreißigjährigen Krieges. München 1981 |
| Repken, Konrad |
Dreißigjähriger Krieg und
Westfälischer Friede. Studien und Quellen, hrsg. von
Franz Bosbach und Christoph Kampmann, 1998 |
| Roeck, Bernd |
Deutsche Geschichte in
Quellen und Darstellung. Band 4: Gegenreformation und
Dreißigjähriger Krieg. Reclam-Verlag, 1996 |
| Rudolf, H.-U. (Hrsg.) |
Der Dreißigjährige Krieg.
(Wege der Forschung, Band 46). Darmstadt 1977. |
| Schmidt, Georg |
Der Dreißigjährige Krieg.
7. Auflage 2006 |
| Schorman, Gerhard |
Der Dreißigjährige Krieg.
2004 |
| Zeeden, Ernst Walter |
Hegemonialkriege und
Glaubenskämpfe 1556 - 1648. (Propyläen Geschichte
Europas, Band 2). Frankfurt 1975 |
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Stand: 27.10.2013 Copyright © 2013 Geschichts- und Kulturverein Köngen e.V.
Autor: Dieter Griesshaber |
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