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Die Welt des späten
Mittelalters (1250 - 1400)
Das Ende der Luxemburger
und der Aufstieg der Habsburger Kaiserdynastie (1400 - 1517)
Die Reformation von
Luthers Anschlag der 95 Thesen bis zum Wormser Reichstag (1517 - 1521)
Der Dreißigjährige Krieg
(1618 - 1648)
Vom Westfälischen Frieden
(1648) bis zum Regierungsantritt Friedrichs des Großen (1740)
Der Aufstieg Preußens zur
europäischen Großmacht (1740 - 1763)
Die Französische
Revolution bis zum Ende der Diktatur Robespierres (1789 - 1794)
Deutschland in der Zeit der
Französischen Revolution und der Herrschaft Napoleons (1789 - 1815)
Restauration und
Revolution (1815 - 1830)
Monarchie und Bürgertum (1830
- 1847)
Die Revolution von
1848/49
Von der gescheiterten
Revolution 1848 bis zur Gründung des Deutschen Reiches 1871
Die Innen- und Außenpolitik
Bismarcks (1871 - 1890)
Das Deutsche Kaiserreich
von 1890 bis zum Ausbruch der Ersten Weltkriegs 1914
Die Industrielle
Revolution in England und Deutschland (1780 - 1914)
Europäischer
Kolonialismus und Imperialismus (1520 - 1914)
Der Erste Weltkrieg (1914 -
1918)
Der Weg zur Weimarer
Republik 1918 - 1919
Der Kampf um die Staatsgewalt
in der Weimarer Republik (1919 - 1933)
Die Machtübernahme der NSDAP
und die Errichtung der Diktatur Hitlers (1933 - 1939)
Der Zweite Weltkrieg (1939
- 1945)
Der Weg in die Teilung
Deutschlands (1945 - 1949)
Der Kalte Krieg: Vom
Kriegsende 1945 bis zum Bau der Berliner Mauer 1961
Die Ära Adenauer (1949 -
1963)
Die Kanzlerschaft Ludwig
Erhards 1963 - 1966
Kalter Krieg Teil 2: Von
der Kubakrise 1962 bis zur Auflösung der Sowjetunion 1991
Die Zeit der Großen
Koalition 1966 - 1969
Die Ära Brandt (1969 - 1974)
Die Kanzlerschaft Helmut
Schmidts (1974 - 1982)
Die Kanzlerschaft Helmut
Kohls von 1982 bis 1987
Die Kanzlerschaft Helmut
Kohls von 1987 - 1989
Der Weg zur
Wiedervereinigung Deutschlands (Teil I: Die DDR von den siebziger Jahren
bis zum Fall der Mauer im Jahr 1989)
Vom Fall der Berliner
Mauer bis zur deutschen Einheit (1989 - 1990)
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Geschichte
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Die
Kanzlerschaft Ludwig Erhards
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Regierungsantritt
Internationale
Rahmenbedingungen
Außenpolitik
Innere Verhältnisse der BRD
Literaturhinweise
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Der
Übernahme der Regierung 1963
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- Am
16. Oktober 1963 übernimmt
Ludwig Erhard das Amt des Bundeskanzlers.
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Ludwig Erhard (1897 - 1977).
Aufnahme im Jahr 1965.
Bundeskanzler 1963 - 1966
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Mit besonderer
Genehmigung des Bildautors Josef Albert
Slominski (slomifoto).
Link:
www.slomifoto.de |
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Ludwig Erhard
symbolisierte den Wiederaufstieg der deutschen
Wirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg. Bereits als
Wirtschaftsminister sah er sich als Anwalt des
"einfachen Mannes". Als Regierungschef wollte Erhard
"Volkskanzler" sein. |
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- In seiner
Regierungserklärung vom
18. Oktober 1963 wandte sich Erhard gegen
Gefälligkeitsdemokratie und Gruppeninteressen.
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- Den Verbänden traute Erhard kein
unabhängiges Urteil zu, da sie nach seiner Meinung
nur das eigene Interesse und nicht das
Volksinteresse vertraten. In seinem Bestreben,
ständig in Kontakt mit der Bevölkerung zu
sein, standen ihm auch die Parteien im Wege. Um
nicht von seiner Partei, der CDU, abhängig zu sein,
lehnte er es zunächst ab, deren Vorsitzender zu
sein. Von der Bevölkerung war er überzeugt, dass sie
vernünftigen Argumenten gegenüber zugänglich sei.
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- Dem Kabinett versprach Erhard -
im Vergleich zu dem, was man von Adenauer gewohnt
war - bessere Unterrichtung, größere
Meinungsfreiheit sowie mehr Kollegialität und
Harmonie.
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Regierungsantritt
Internationale
Rahmenbedingungen
Außenpolitik
Innere Verhältnisse der BRD
Literaturhinweise
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Internationale Rahmenbedingungen der
westdeutschen Außenpolitik
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- Annäherung zwischen den USA und der Sowjetunion
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- Nach der Beilegung der
'Kuba-Krise' Ende Oktober 1962 begannen die
beiden Großmächte, Instrumente für ein
effizientes Krisenmanagement zu entwickeln. So
wurde am 20. Juni 1963 ein
"heißer Draht"
zwischen Moskau und Washington eingerichtet.
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- Die
'Kuba-Krise'
war Ende Juli 1962 durch die Errichtung
sowjetischer Raketenbasen auf Kuba
ausgelöst worden. Kuba hatte sich nach einem
Wirtschaftsboykott der USA (1959) politisch
und wirtschaftlich der Sowjetunion
angenähert. Mit der Stationierung der
Raketenbasen wollte der sowjetische
Ministerpräsident
Nikita Chruschtschow
Kuba vor einer weiteren Invasion schützen.
(Eine von den USA unterstützte Invasion von
Exilkubanern war Mitte April 1961 in der
'Schweinebucht' gescheitert). Außerdem
wollte er der von ihm
angenommenen
Überlegenheit der USA in der
Ausrüstung mit Atomwaffen begegnen. Ferner
glaubte Chruschtschow, mit der Stationierung
der Mittelstreckenraketen auf Kuba ein
Druckmittel in der Berlin-Frage zu gewinnen.
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Nikita
Chruschtschow (*1894, †1971), 1953 -
1964 Erster Sekretär des Zentralkomitees
der KPdSU, 1958 - 1964 Staats und
Parteichef in der Sowjetunion |
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- Nach Verhandlungen
erklärte sich die Sowjetunion am 28. Oktober
1962 zum Abzug der Raketen bereit.
Als Gegenleistung zogen die USA ihre Raketen
aus der Türkei ab.
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- Die
eskalierende Angst
beider Seiten vor dem Einsatz von Atomwaffen
des Gegners hatte das politische Handeln der
beiden Großmächte geprägt. Beide Großmächte
hatten das Gefühl, ihrem Gegner
waffentechnisch unterlegen zu sein.
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- 5. August 1963: Vertrag zwischen
den USA, Großbritannien und der Sowjetunion über die
teilweise Beendigung der Kernwaffenversuche.
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- Spannungen innerhalb der Atlantischen Allianz
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- Im
Nassauer Abkommen
vom
21.Dezember 1962 hatte Großbritannien auf eine
eigenständige Atomstreitmacht verzichtet. Die
atomare Verteidigung sollte materiell an die USA
gebunden werden.
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Die
USA
erhofften sich durch dieses Abkommen eine
dauerhafte Integration Westeuropas in die
Atlantische Allianz. Von
Frankreich
wurde das Abkommen als Bestreben der USA
interpretiert, keine eigene Weltpolitik Europas
zuzulassen. |
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- Die Regierung der USA versuchte,
die Kritik Frankreichs an der amerikanischen
Atomhegemonie mit dem Vorschlag einer
multilateralen Atomstreitmacht (MLF) zu
entschärfen.
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Der Plan sah vor,
U-Boote und Schiffe der NATO mit
Mittelstreckenraketen auszurüsten, die
anschließend in das Eigentum derjenigen Staaten
übergehen sollten, die sich an der Finanzierung
und personellen Ausstattung beteiligten. Raketen
und Sprengköpfe sollten
gemeinsamer Besitz
sein und unter gemeinsamer Kontrolle
stehen. |
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Regierungsantritt
Internationale
Rahmenbedingungen
Außenpolitik
Innere Verhältnisse der BRD
Literaturhinweise
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Die Außenpolitik der Regierung
Erhard
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- Seit dem Scheitern der Genfer
Außenministerkonferenz 1959 bis Antritt der Regierung Erhard
im Oktober 1963 hatte es praktisch
keine
Verhandlungen der Vier Mächte über die deutsche Frage
gegeben.
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- Notwendigkeit für die Bundesregierung,
sich dem internationalen Trend zur Entspannung
anzuschließen.
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- Die USA drängten auf eine
deutsche Beteiligung
an der Entspannung zwischen
Ost und West. Die Bundesregierung war zu einem
Balanceakt gezwungen: Auf der einen Seite wollte sie
gegenüber den USA Entgegenkommen zeigen, auf der
anderen Seite wollte sie auf ihrer Position in der
Deutschlandfrage bestehen.
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- Die Positionen von CDU/CSU, FDP
und SPD über eine deutsche Beteiligung an der
Entspannungspolitik lagen weit auseinander.
Außenminister Schröder (CDU) hielt eine solche
Beteiligung nur dann für sinnvoll, wenn sie
"zu
einer positiven Veränderung des Status quo"
führten. Die Bundesregierung müsse, so erklärte er
im Oktober 1963, "den Verbündeten zu jedem einzelnen
konkreten Entspannungsschritt, der die deutschen
Interessen berührt, ihre Forderungen anmelden"
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Die Forderung der
Bundesregierung, dass Fortschritte in der
Entspannungspolitik von Fortschritten in der
"deutschen Frage" abhängig gemacht werden
müssten, wurde im März 1966 aufgegeben. |
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- Die Ost- und Deutschlandpolitik
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- Im
März 1963 wurden
Handelsverträge mit Polen, Rumänien und Ungarn
abgeschlossen. Im März 1964 folgte die
Unterzeichnung eines langfristigen Abkommens über
den Waren- und Zahlungsverkehr mit Bulgarien.
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- Die Handelsverträge
bildeten einen Kompromiss zwischen
diplomatischen Beziehungen und der strengen
Einhaltung der Hallstein-Doktrin. Die
Intensivierung der Handelskontakte zu den
osteuropäischen Staaten sollte zu einer
Isolierung der DDR führen und damit auf
das Ziel der nationalen Wiedervereinigung
ausgerichtet sein.
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- Die Sowjetunion fürchtete
aufgrund der westdeutschen Politik neben der
Isolierung der DDR eine allmähliche
Auflösung ihrer Hegemonialstellung in
Osteuropa. Sie 'veranlasste' die
Ostblockstaaten, eine Annäherung an die BRD
zu unterlassen. Weitere Initiativen der
Bundesregierung wurden blockiert.
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- Am 17. Dezember 1963 kam es zum
Abschluss des ersten Passierschein-Abkommens
zwischen der Bundesrepublik und der DDR. 700.00
West-Berliner konnten vom 19. Dezember bis zum 5.
Januar mit ihren Familien im Ostteil der Stadt
Weihnachten und Neujahr feiern. Insgesamt wurden
1,24 Millionen Besuche registriert.
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- Im
Juli 1964 wurde ein
Besuch des sowjetischen Partei- und Staatschefs
Chruschtschow in der Bundesrepublik abgelehnt.
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Chruschtschows
Absicht war es gewesen, Bundeskanzler Erhard vom
Nutzen einer deutsch-sowjetischen
Verständigung zu überzeugen. Die Ablehnung
erfolgte, weil Erhard die ohnehin belasteten
Beziehungen der BRD zu den USA nicht weiter
gefährden wollte. |
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- Am 5. Januar 1965 schlug der
Minister für Gesamtdeutsche Fragen,
Erich Mende
(FDP), vor, mit der DDR
gemeinsame
Kommissionen für Reise-, Wirtschafts- und
Warenverkehr sowie Kulturaustausch und Sport zu
bilden. Dies sollte im Auftrag der Vier Mächte
geschehen.
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Schon im Juni
1964 hatte Fritz Erler (SPD) darauf
hingewiesen, dass alles getan werden müsse, "um
die menschlichen Probleme, die durch die
deutsche Teilung hervorgerufen wurden,
wenigstens etwas zu lindern".
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Fritz Erler, (*
1913, † 1967), führender
außenpolitischer und militärpolitischer
Sprecher der SPD, ab 1964
Fraktionsvorsitzender der SPD im
Bundestag
Stadt Pforzheim
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- Die DDR weigerte sich, einen
Auftrag
der Vier Mächte entgegenzunehmen.
Stattdessen wollte sie ein direktes Gespräch mit der
BRD. Bundeskanzler Erhard wollte jedoch nichts
unternehmen, was als "Aufwertung" der DDR
angesehen werden konnte.
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- Die Bündnispolitik im Westen
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- Wegen der Spannungen zwischen den
USA und Frankreich, glaubte die Bundesregierung,
zwischen einer Anlehnung an die USA und einer
engen politischen Bindung an Frankreich
wählen zu müssen. Im Herbst und Sommer 1964 wurde
der Aufbau einer multilateralen Atomstreitmacht
(MLF) zu einem zentralen Gegenstand in der Debatte
zwischen 'Atlantikern' und
'Gaullisten'.
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- Die
'Atlantiker',
welche die Mehrheit im Bundeskabinett
darstellten und zu der auch Bundeskanzler
Erhard und Außenminister Schröder gehörten,
wollten den Beziehungen zu den USA
absoluten Vorrang einräumen. Dies wurde
damit begründet, dass die BRD in einem
Krisenfall nur mit Hilfe der USA überleben
könne. Im Aufbau einer
multilateralen
Atomstreitmacht (MLF) sah vor allem
Außenminister Schröder die Chance, die
lädierten deutsch-amerikanischen Beziehungen
zu festigen und die Position der
Bundesrepublik in der NATO zu stärken. Es
ging den 'Atlantikern' keinesfalls darum,
sich völlig von Frankreich abzuwenden; sie
wandten sich lediglich gegen eine allzu
exklusive Bindung an Paris. Große Teile der
CDU, der FDP und der oppositionellen SPD
unterstützten diese Ansicht.
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- Den
'Gaullisten'
(Adenauer, Freiherr von Guttenberg, Strauß,
Gerstenmaier u.a.) ging es in erster Linie
darum, im Verhältnis zu Frankreich den unter
Adenauer erreichten Stand zu wahren.
Es bestand jedoch nicht die Absicht, mit den
USA zu brechen. Allerdings gab es Stimmen,
die Bundeskanzler Erhard vorwarfen, eine
Chance zu einer großen europäischen Epoche
vertan zu haben, die mit der Allianz
zwischen Frankreich und der Bundesrepublik
ihren Anfang nehmen sollte.
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- Im
Juli 1964 lehnte
Bundeskanzler Erhard das Angebot
Charles de
Gaulles ab, zusammen mit Frankreich den Gang der
europäischen Politik zu bestimmen. In der
Folge kam es zu einem Tiefpunkt der
deutsch-französischen Beziehungen.
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Charles de
Gaulle (1890 - 1970)
Präsident der 5. Republik
Frankreichs 1959 - 1969
Photographie im November 1964.
Deutsches Historisches Museum, Berlin. Inv.-Nr.
BA 70951 (A.D.N.P.)
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- Ende 1964 waren außer der BRD und
den USA kein Land mehr bereit, einen finanziellen
Beitrag zum Aufbau einer multilateralen
Atomstreitmacht (MLF) zu leisten.
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Die
Bundesregierung hatte vergeblich gehofft, die
Probleme, die aus der
nuklearen Hegemonie der
USA im Bündnis resultierten, durch
finanzielle und auch personelle Beteiligung an
der MLF lösen zu können. Um die Jahreswende
1964/65 zog Außenminister Schröder das Projekt
stillschweigend zurück. |
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- 4. November1964:
Initiative der Bundesregierung zur Wiederbelebung
der Idee einer "politischen Union" in Europa.
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- Seit dem Scheitern der
Beitrittsverhandlungen Großbritanniens zur
EWG 1963 hatten die Bestrebungen zur
politischen Zusammenarbeit zwischen den
Partnern der Wirtschaftsgemeinschaft
stagniert.
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- Die Vorschläge der
Bundesregierung sahen neben den Maßnahmen
zur wirtschaftlichen Integration vor allem
eine "europäische politische
Zusammenarbeit" im Bereich der Außen-,
Verteidigungs- und Kulturpolitik vor.
Zunächst sollte es eine
"intergouvernementale Zusammenarbeit" in
der Form regelmäßiger Ministerkonferenzen
geben. Die Vorbereitung dieser Konferenzen
sollte Arbeitsgruppen aus Beamten der
jeweiligen Ministerien übertragen werden.
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- 2. Dezember 1964:
Um auch Frankreich für die Idee der
"politischen Union" zu gewinnen, stimmte die
Bundesregierung der Harmonisierung der
Getreidepreise in der EWG zu.
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- Frankreich ging es jedoch
weniger um Einzelfragen als um die
nationale Eigenständigkeit. Aus
französischer Sicht bedurfte das Verhältnis
einer politischen Union zu den bereits
bestehenden europäischen Institutionen sowie
die Rolle Großbritanniens innerhalb
Europas einer weiteren Klärung. Auch das
europäisch-amerikanische Verhältnis sollte
näher definiert werden. Am 29. März 1965
ließ Frankreich die für Juli geplante
Außenministerkonferenz verschieben. Wenig
später wurde die Lösung der restlichen
Agrarprobleme zur Vorbedingung neuer
Gespräche über eine politische Union
gemacht.
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- Am 30. März 1965
scheiterte die Regelung der
Agrarmarktfinanzierung am Widerstand der
Franzosen. Das französische Kabinett
beschloss, "an weiteren, den Gemeinsamen
Markt betreffenden Verhandlungen in Brüssel
vorerst nicht mehr teilzunehmen". Nachdem
die Agrarfinanzierung zu französischen
Bedingungen gesichert werden konnte, war de
Gaulle zur Rückkehr nach Brüssel bereit. Ein
entscheidendes Zugeständnis an Frankreich
war das Festhalten am
Prinzip der
Einstimmigkeit bei Entscheidungen im
Ministerrat.
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- Die Europa-Initiative
der Regierung Erhard war gescheitert!
Nicht der Geist der Integration, sondern das
Eigeninteresse nationalstaatlichen Denkens
hatte gesiegt.
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- Ausgangssituation 1964:
Verschärfung der Spannungen zwischen Israel und den
arabischen Staaten. Die Bundesrepublik gerät in das
Kreuzfeuer der Kritik beider Staaten.
Israel
protestierte gegen die Beschäftigung deutscher
Spezialisten im Flugzeug- und Raketenbau in Ägypten.
Ägypten
griff die deutschen Waffenlieferungen an Israel an,
die seit Herbst 1964 auf Drängen der USA auch
schwere Waffen und Panzer einschlossen. Am 9.
November 1964 fordert der ägyptische Präsident
Gamal Abdel Nasser
von der Bundesregierung
Auskunft über deren weiteres Vorgehen.
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Zwischen der
Bundesrepublik und den arabischen Staaten war es
schon in den fünfziger Jahren zur Aufnahme
diplomatischer Beziehungen gekommen. 1962 hatte
sich die Bundesregierung zur "Lieferung von
Ausrüstung und Waffen in der Höhe von 240
Millionen DM" an Israel verpflichtet. |
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- Am 22. November 1964 schlug
Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier
dem
ägyptischen Präsidenten vor, alle deutschen
Waffenlieferungen in die Nahostregion einzustellen.
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- Gamal Abdel Nasser
war mit dem Vorschlag einverstanden, die
Auseinandersetzungen schienen beendet zu
sein. Bundeskanzler Ludwig Erhard zögerte
jedoch mit der praktischen Umsetzung
der von Eugen Gerstenmaier geschaffenen
Basis.
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Gamal Abdel Nasser
(* 1918, † 1970)
ägyptischer
Staatspräsident 1954-1970
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- Durch das
deutsche
Zögern wurde der günstige Moment
versäumt: Im Dezember 1964 bot die
Sowjetunion Ägypten großzügige militärische
und wirtschaftliche Hilfe an. Dafür
verlangte die sowjetische Regierung im
Gegenzug eine Aufwertung der DDR. Am
24. Januar 1965 lud der ägyptische Präsident
Walter Ulbricht zu einem Staatsbesuch nach
Kairo ein.
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- Die Bundesregierung, die eine
Auflösung der Hallstein-Doktrin befürchtete,
kündigte noch im Januar 1965 schwerwiegende
Konsequenzen für das deutsch-ägyptische Verhältnis
an.
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- Als Reaktion darauf
forderte Gamal Abdel Nasser die Beendigung
der deutschen Militärhilfe an Israel und
drohte mit der Anerkennung der DDR
durch die arabischen Staaten. Unter dem
Druck dieser Drohung gab die Bundesregierung
nach und erklärte,
keine Waffen mehr in
Spannungsgebiete zu liefern und Israel
durch wirtschaftliche Leistungen abzufinden.
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- Mit der Entspannung
zwischen den USA und der Sowjetunion hatte
sich der Stellenwert der
Hallstein-Doktrin geändert. Bisher hatte
die Doktrin mit Erfolg als Instrument zur
Verhinderung der völkerrechtlichen
Anerkennung der DDR gedient. Als Waffe zur
politischen Isolierung der DDR schien sie
nicht geeignet.
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Bei dem
Staatsbesuch Walter
Ulbrichts (24. Februar - 2. März 1965) in Kairo
war es zu keiner formellen Anerkennung der DDR durch
Ägypten gekommen. Trotzdem wurde die ägyptische
Herausforderung am 7. März 1965 von Ludwig Erhard
durch die Ankündigung diplomatischer Beziehungen
mit Israel beantwortet. Die absehbare negative
Reaktion der arabischen Länder wurde in Kauf
genommen.
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Am 12. Mai 1965 nehmen die
Bundesrepublik Deutschland und Israel diplomatische
Beziehungen.
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- Im Mai 1965 kam es zum
Abbruch
der diplomatischen Beziehungen der arabischen
Staaten (außer Libyen, Marokko und Tunesien) zur
Bundesrepublik.
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Die
wirtschaftlichen Beziehungen der Bundesrepublik
zu den arabischen Staaten wurden durch den
Abbruch der diplomatischen Beziehungen kaum
beeinträchtigt. Zur diplomatischen Anerkennung
der DDR durch die arabischen Länder kam es
vorerst nicht. |
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Regierungsantritt
Internationale
Rahmenbedingungen
Außenpolitik
Innere Verhältnisse der BRD
Literaturhinweise
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Die inneren Verhältnisse in der BRD
1965-1966
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- Die Hinwendung der Bundesrepublik zum
Westen ('Westintegration') hatte neben
politischen
auch gesellschaftliche
und kulturelle
Auswirkungen. Neu ist das Einsetzen der
parlamentarischen
Demokratie westlicher Prägung. Neu ist auch die Toleranz
gegenüber der Meinung und den Interessen anderer. Der
Pluralismus in der Gesellschaft wird jetzt voll akzeptiert,
Kompromisse
werden möglich. Dies bedeutete die Abkehr
von Staat und Gesellschaft als organischem Ganzen, wie es
Hegel gelehrt hatte. Auch das Staatsverständnis hatte
einen Wandel durchgemacht: Der Staat steht jetzt nicht mehr
oberhalb der Gesellschaft (Obrigkeitsstaat); er hat jetzt
die Aufgabe, partikulare Interessen auszugleichen. - Ludwig
Erhard fiel es schwer, die neuen gesellschaftlichen und
kulturellen Trends anzuerkennen.
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- Die "Formierte Gesellschaft"
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- Ausgangspunkt des Wahlslogans
"Formierte Gesellschaft", der im März 1965 von
dem Publizisten Rüdiger Altmann geprägt
wurde, war die Klage Ludwig Erhards, dass die
Gesellschaft in organisierte Gruppen zerfalle, die
um möglichst hohe Anteile am Sozialprodukt und um
Einfluss auf die politischen Entscheidungen des
Staates stritten. Dies schade nicht nur dem
Gemeinsinn, sondern mindere auch Wohlstand und
wirtschaftliches Wachstum. Durch eine
kooperative
Demokratie jenseits des Klassendenkens sollte
der wachsende Einfluss von Interessenverbänden
eingedämmt werden.
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- Für viele Teilnehmer des
CDU-Parteitags Ende März 1965 war der Gedanke einer
"formierten Gesellschaft" unklar und wenig konkret.
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Erhards Vision
wurde bald von niemand mehr ernst genommen. Da
der Kanzler die notwendige Konkretisierung nicht
liefern konnte, spielte der Begriff schon im
Wahlkampf 1965 keine Rolle mehr. |
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- Zentrales Thema im
Wahlkampf
der SPD war die
"neue Ostpolitik".
Kanzlerkandidat Willy Brandt kündigte am 8.
Januar 1965 an, im Falle eines Wahlsieges gegenüber
den kommunistischen Staaten Osteuropas
einschließlich der DDR eine
"Politik der kleinen
Schritte" einzuleiten, die zu "menschlichen
Erleichterungen" führen sollte. Innenpolitischer
Schwerpunkt war die Verbesserung des
Bildungssystems.
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Willy Brandt
(1913 - 1992). Aufnahme im Jahr 1969
1957-1966 Regierender
Bürgermeister in Berlin, 1964-1987
Parteivorsitzender der SPD, 1966-1969
Bundesminister des Auswärtigen, 1969-1974
Bundeskanzler
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Mit
besonderer Genehmigung des Bildautors
Josef Albert Slominski (slomifoto).
Link:
www.slomifoto.de |
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- Bundeskanzler Ludwig Erhard
bezeichnete am 9. Juli
1965 25 deutsche Autoren, die ein "Plädoyer für eine
andere Regierung" veröffentlicht hatten, als
"Banausen und Nichtskönner", die sich in Dinge
einmischten, von denen sie nichts verstünden: "Da
hört der Dichter auf, da fängt der ganz kleine
Pinscher an."
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- Ludwig Erhard hat mit
diesen Äußerungen, die aus seinem Zorn gegen
anders denkende Schriftsteller getan worden
sind, die Züge seiner Persönlichkeit und
seines Denkens verzerrt. In Wirklichkeit
strebte er ein besseres Verhältnis zwischen
Macht und Geist an.
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- Bundeskanzler Erhard wird
aus den eigenen Reihen Führungsschwäche
vorgeworfen. Bei den Spitzen der CDU besaß
er kaum noch Vertrauen. Nur das Bewusstsein
seiner wahltaktischen Nützlichkeit entzog
ihn zunächst persönlich den Angriffen auf
seine Politik.
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- Wahl zum 5. Deutschen Bundestag am 19. September 1965
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- Bei einer Wahlbeteiligung von
86,8% erhielt die CDU/CSU 47,6%, die SPD 39,3% der
Stimmen. Starke Verluste verzeichneten die Liberalen
mit einem Stimmenanteil von 9,5%.
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Der Bonus, den
Erhard als "Vater des Wirtschaftswunders" bei
der großen Masse der Wähler hatte, war für den
Wahlsieg ausschlaggebend gewesen. |
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- Am 18. Oktober einigten sich
CDU/CSU und FDP auf die Fortführung der
bürgerlich-liberalen Koalition. Zwei Tage später
wird Ludwig Erhard zum Bundeskanzler gewählt.
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- Noch während der
Regierungsbildung war auch innerhalb der
Union das Thema 'Große Koalition' ins
Gespräch gekommen. So äußerte
Bundespräsident Heinrich Lübke die
Meinung, die kleine Koalition könne die
großen Probleme der Zeit nicht lösen, die
Große Koalition werde immer nötiger.
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- Die Regierungsbildung
wurde überschattet von einer
Auseinandersetzung zwischen Erhard und
Lübke, weil der den "Gaullisten" zugeneigte
Bundespräsident den zum Außenminister
berufenen "Atlantiker" Gerhard Schröder
zunächst nicht ernennen wollte
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- In seiner Regierungserklärung
am 10. November 1965 stellt Ludwig Erhard die
Wirtschaftspolitik in den Vordergrund. Wegen der
hohen Aufwendungen für die Verteidigung und
Entwicklungshilfe müsse der Staat nun
"maßhalten". Angesichts des Arbeitskräftemangels
empfiehlt er eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit.
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- Kurz nach der Regierungsbildung
kam das Wort von der "wirtschaftlichen Rezession"
auf. Sektorale Schwierigkeiten, vor allem bei Kohle
und Stahl, und kleine Einbrüche in der bisherigen
Preisstabilität wurden von der Bevölkerung, die sich
an den unaufhörlichen wirtschaftlichen Aufschwung
gewöhnt hatte, als bedrohlich empfunden. Viele
Deutsche befürchteten eine Inflation.
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Im
internationalen Vergleich (und im Vergleich zu
späteren Verhältnissen in der Bundesrepublik)
war die wirtschaftliche Lage keinesfalls
bedrohlich: 100.000 Arbeitslosen standen 600.000
offene Stellen und 1,4 Millionen Gastarbeiter
gegenüber. |
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- Die
Starfighter-Affäre,
die Bemühungen um eine Notstandsgesetzgebung
und der Krieg der USA in Vietnam schwächten bei
vielen Bürgern das Vertrauen in die Politik. Die
ersten Studentenproteste signalisierten den
Beginn einer gesellschaftlichen Krise.
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- Im
September 1966 wurde
deutlich, dass der vom Kabinett vorgelegte
Haushaltsentwurf
für 1967 trotz drastischer
Sparmaßnahmen eine Deckungslücke von ca. 7 Mrd. DM
aufwies, weil in ihm zu erwartende
Steuermindereinnahmen
und zu leistende
Ausgleichszahlungen an die USA
nicht
berücksichtigt waren.
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- Die FDP ist mit der
geplanten Einschränkung der Sparförderung
nicht einverstanden und droht mit einer
Ablehnung des Haushalts im Bundestag. Sie
fordert Kürzungen bei den Verteidigungs- und
Sozialausgaben sowie bei der
Entwicklungshilfe. Steuererhöhungen werden
von der FDP abgelehnt.
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- Die CDU schlägt
Steuererhöhungen und Kürzungen bei der Spar
bzw. Bausparförderung vor.
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- Als die vier
FDP-Minister am 26.10.einem Kompromiss
zustimmen, erntet die FDP für diesen
"Umfall" ein verheerendes Medienecho. Unter
dem Druck der Öffentlichkeit erklären die
FDP-Minister am 27.10. ihren
Auszug aus
dem Kabinett.
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- Erhard bildet aus
CDU-Mitgliedern ein Minderheitskabinett. Am
28. Oktober lehnt der Bundesrat den
Haushaltsentwurf einstimmig ab, weil dieser
immer noch eine Deckungslücke von ca. 4 Mrd.
DM aufweist. Damit ist der
Autoritätsverlust Erhards in der eigenen
Partei und in der Öffentlichkeit zu groß
geworden. Auf Drängen der CDU/CSU-Fraktion
erklärt er sich am 2. November 1966 zum
Rücktritt bereit.
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- Am
20. Dezember 1963 wurde
in Frankfurt am Main der
erste Auschwitz-Prozess
eröffnet. Mit dem Frankfurter Prozess wurde die
breite Öffentlichkeit in Deutschland erstmals über
das Ausmaß der NS-Verbrechen in Auschwitz
informiert. Die Gräueltaten, welche von Deutschen
begangen wurden, bekamen plötzlich Namen und
Gesicht. Was die westdeutsche Gesellschaft bis dahin
verdrängt hatte und wozu die Geschichtswissenschaft
damals weder fähig noch willens war, nämlich den
Deutschen begangenen industriellen Massenmord
konkret aufzuklären, das übernahm die Justiz. Das
Strafverfahren zielte darauf ab,
Schuld
und
Verantwortung zuzuschreiben.
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Ein ehemaliger
Häftling im Lager Auschwitz hatte 1958 den
ehemaligen SS-Oberscharführer
Wilhelm Boger,
Mitglied der Lager-Gestapo, angezeigt und ihn
des zigfachen Mordes bezichtigt. Boger lebte zu
diesem Zeitpunkt unbehelligt in Stuttgart. Die
Ermittlungen der Staatsanwaltschaft liefen nur
schleppend an. Einflussreiche Kreise in Politik
und Justiz hatten zunächst versucht, den Prozess
zu verhindern oder hinauszuzögern. Dass es zu
dem Auschwitz-Prozess gekommen ist, hat die
deutsche Justiz dem hessischen
Generalstaatsanwalt Fritz Bauer zu
verdanken. Bauer, der selbst von den
Nationalsozialsozialisten verfolgt worden war,
strebte mit großer Energie eine Verurteilung der
NS-Verbrecher an. |
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- Die zwanzig Angeklagten, gegen
die das Strafverfahren eröffnet wird, werden
beschuldigt, an der Tötung von 28.910 Juden und
NS-Gegnern beteiligt gewesen zu sein. Der
Hauptangeklagte Richard Baer, der letzte
Lagerkommandant von Auschwitz, und ein weiterer
Angeklagter starben vor Prozessbeginn. Auf der
Anklagebank saßen Ärzte, Apotheker, Zahnärzte, aber
auch Angestellte und Arbeiter. Alle waren sie
willige Rädchen in der Mordmaschine des
nationalsozialistischen Vernichtungslagers
Auschwitz. Die Angeklagten leugnen zumeist eine
Beteiligung an den ihnen zur Last gelegten
Verbrechen oder streiten jede persönliche
Verantwortung dafür ab.
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- Das Schwurgericht verurteilte 17
der 20 Angeklagten: ihnen wurden insgesamt 15.209
Morde zur Last gelegt. Sechs Angeklagte bekamen
wegen Mordes oder Beihilfe zum gemeinschaftlichen
Mord lebenslange Zuchthausstrafen - darunter Boger.
Elf Beschuldigte erhielten Freiheitsstrafen von bis
zu 14 Jahren.
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Allen
Schülern und Studenten, die gerade eine Prüfung zu bestehen
haben, wünschen wir viel Erfolg. Wir drücken auch die
Daumen für diejenigen, die eine Klausur schreiben müssen oder
eine Hausarbeit bzw. Referat anzufertigen haben. Hat Euch unsere
Seite bei der Vorbereitung oder bei der Informationssammlung
geholfen? Wir freuen uns über jeden Eintrag in
unser Gästebuch,
der uns über eine erfolgreiche Nutzung unserer Homepage
berichtet. Selbstverständlich nehmen wir auch Hinweise und
Verbesserungsvorschläge entgegen.
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Literaturhinweise
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| Bracher, Karl
Dietrich/ Theodor Eschenburg/Joachim Fest/Eberhard
Jäckel (Hrsg.) |
Geschichte der
Bundesrepublik Deutschland, Stuttgart und Wiesbaden
1983, Band 4: Klaus Hildebrand: Von Erhard zur
Großen Koalition 1963 - 1969 |
| Dülfer, Jost |
Europa im
Ost-West-Konflikt. 1945-1990 (=Oldenbourg Grundriss der
Geschichte 18). München 2004 |
| Görtemaker, Manfred |
Kleine Geschichte der
Bundesrepublik Deutschland. München 2002 |
| Ihme-Tuchel |
Die DDR.
Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2002, 136 Seiten |
| Mählert, Ulrich |
Kleine Geschichte der
DDR. München 1999 |
| Steininger, Rolf |
Deutsche Geschichte,
Darstellung und Dokumente in vier Bänden, Frankfurt am
Main 2002. Band 3: 1955 - 1974 (454 Seiten,
Fischer Taschenbuch 15582). |
| Stöver, Bernd |
Die Bundesrepublik
Deutschland. Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2002.
144 Seiten |
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Regierungsantritt
Internationale
Rahmenbedingungen
Außenpolitik
Innere Verhältnisse der BRD
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Geschichte
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Stand: 14. Mai 2012
Copyright © 2012 Geschichts- und Kulturverein Köngen e.V.
Autor: Dieter Griesshaber |
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