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Württemberg im Späten
Mittelalter (1250 - 1400)
Württemberg vom Späten
Mittelalter bis zur Reformation (1400 - 1520)
Württemberg von der Reformation
bis zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges (1520 - 1618)
Württemberg in der Zeit des
Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648)
Württemberg in der Zeit des
Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648)
Württemberg in der Zeit
vom Westfälischen Frieden bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts (1648 -
1750)
Württemberg von der
Mitte des 18. Jahrhunderts bis zum Ende des Heiligen Römischen Reichs
Deutscher Nation (1750 - 1806)
Württemberg in der
ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (1806 - 1850)
Württemberg von der
Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Gründung des Deutschen Reiches
(150-1871)
Württemberg als
Bundesstaat des Deutschen Reiches
Württemberg in der Zeit
der Weimarer Republik
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Württembergische Geschichte
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Deutschland 1740 - 1763
Deutschland 1789 - 1815
Köngen 1750 - 1806
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Württemberg von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zum Untergang
des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation (1750 - 1806)
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- Herzog Carl Eugen (1737 - 1793)
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- Der älteste Sohn Herzog Carl
Alexanders, Carl Eugen, war bei dem Tod seines
Vaters neun Jahre alt. Bis zu seiner
Mündigkeitserklärung im Jahr 1744
wurde
Württemberg von seinen Vormunden (Karl Rudolf von
Württemberg-Neuenstadt und Karl Friedrich von
Württemberg-Oels) regiert. Von 1741 bis 1744 wurde
er am Hofe Friedrichs des Großen erzogen.
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In die Regierungszeit der
Vormunde von Carl Eugen fällt das
"Generalreskript, betreffend die
Privatsammlungen der Pietisten"
(Pietisten-Reskript) vom Oktober 1743.
Das Reskript erstmals offiziell private
Erbauungsstunden, in denen christlichen Laien
der persönliche Austausch ihrer
Glaubenserkenntnisse gestattet wurde. Mit der
Erlaubnis von Hausandachten wollte man eine
Abspaltung von der evangelischen Landeskirche
Kirche verhindern. Die Absicht der Regierung war
es, den Frieden in der Kirche und damit auch im
Lande zu sichern. - Viele tausend Württemberger
haben sich im 18. und 19. Jahrhundert trotz des
Pietisten-Reskripts von der Landeskirche
getrennt. |
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- Vor der Übernahme der Regierung
anerkannte Carl Eugen die seit dem Tübinger Vertrag
geltenden Rechte der Ständevertretung (unter anderem
das Steuerbewilligungsrecht). Ferner musste
er zusichern, den evangelischen Konfessionsstand in
seinem Land nicht anzutasten.
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Herzog Carl Eugen von
Württemberg (*1737, † 1793), reg. 1737 -
1793 (unter Vormundschaft bis 1744)
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- Außenpolitisches Ziel
Carl Eugens war es, durch
militärische Stärke politischen Einfluss auf die
europäischen Großmächte zu gewinnen.
Innenpolitisch strebte Carl Eugen die
Entmachtung der württembergischen Ehrbarkeit an.
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Zum Ärger, ja zum
Entsetzen führender Repräsentanten des
evangelischen Württemberg, veranstaltete der
katholische und in Brüssel erzogene Herzog
aufwendige, prunkvolle Feste in Ludwigsburg,
hielt sich ein eigenes Hofballett und baute sich
ein Opernhaus. Bis Ende der 40er Jahre gab sich
der Herzog vorwiegend dem puren Vergnügen hin.
Danach übernahm er mehr und mehr die
Regierungsgeschäfte. |
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-
1752
schloss Carl Eugen einen
Subsidienvertrag
mit Frankreich, durch den er jährlich
Hilfsgelder gegen die Verpflichtung erhielt, im
Kriegsfall ein Heer mit 6000 Mann zu stellen.
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Carl Eugen hatte
den Vertrag vorher weder mit dem
'Geheimen
Rat' noch mit der
Landschaft
(Vertreter der "Ämter") abgesprochen. Als der
Herzog "Audienztage" für die Bevölkerung
einführte, sah sich die Landschaft in ihrem
Anspruch, die Interessen der Untertanen allein
zu vertreten, übergangen. Die hohen Ausgaben des
Herzogs für das glanzvolle Hofleben trugen dazu
bei, dass sich Herrscher und Landschaft immer
mehr entfremdeten. |
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- Als
1756
der Krieg
zwischen Frankreich und seinen Gegnern Preußen und
England ausbrach, musste
Carl Eugen
die
versprochenen Regimenter aufbringen. Als die
Landschaft die zur Finanzierung des Heeres
erforderlichen Steuern nicht bewilligte, versuchte
der Herzog verfassungswidrig Steuerbeträge
durch seine Offiziere einzutreiben.
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Auch der "Geheime
Rat" protestierte nun gegen die Eigenmächtigkeit
des Herzogs. Als der berühmte Staatsrechtslehrer
Johann Jakob Moser (1701-1785) ein
Schreiben verfasste, in dem er feststellte, dass
die Landesverfassung die Untertanen vom Gehorsam
gegenüber ihrem Landesherrn entbinde, wenn sich
dieser fortgesetzter Verfassungsbrüche schuldig
mache, wurde er verhaftet und fünf Jahre auf der
Festung Hohentwiel gefangen gehalten. Ein
ähnliches Schicksal widerfuhr auch dem
zeitkritischen Dichter
Daniel Friedrich
Schubart (1739-1791). |
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- 1763
verlegt der Herzog die Residenz nach
Ludwigsburg.
Im September beruft Carl Eugen erstmals in seiner
Regierungszeit einen Landtag ein; nachdem die
Landschaft seine hohen Geldforderungen zur
Vergrößerung des Heeres ablehnt, löst er den Landtag
auf.
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Der ständige
Ausschuss der Landschaft verklagte 1764 den
eigenen Herzog wegen fortgesetzten
Verfassungsbruchs beim
Reichshofrat in
Wien. |
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- 1770
ergeht das Urteil vom Reichshofrat, der so
genannte "Erbvergleich"; alle Klagepunkte der
Landstände werden für rechtens erklärt. Herzog Carl
Eugen musste sich verpflichten, den Landtag
anzuerkennen. Seine Macht und vor allem sein Zugriff
auf die finanziellen Ressourcen des Landes wurden
erheblich eingeschränkt.
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- Seit dem Beginn der 1770er Jahre
entspannte sich das Verhältnis zwischen Herzog und
Landständen zunehmend. Herzog Carl Eugen verwandelte
sich vom prassenden Repräsentationsfürsten zum
aufgeklärt-absolutistischen Herrscher, dem es nun um
Rentabilität, Effizienz der Verwaltung und Wohlfahrt
des Landes ging.
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- Bei Carl Eugen verbanden
sich Gedanken des
Absolutismus
und
der Aufklärung mit dem Interesse an
pädagogischen Projekten. Berühmt wurde sein
1771 als "Militärische Pflanzschule"
gegründete Akademie, die 1781 von Kaiser
Joseph II. unter dem Namen
"Hohe
Carlsschule" zur Universität erhoben
wurde.
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Das
Bildungsprogramm, das Carl Eugen mit der
"Hohen Carlsschule" und mit anderen
kulturellen Einrichtungen schuf, trug
wesentlich zur
Modernisierung
Württembergs
bei. Durch die
Verleihung von Stipendien wurde neuen
gesellschaftlichen Schichten der Weg zu
einer guten akademischen Bildung geebnet
- gegen den Widerstand der Ehrbarkeit,
die empört darauf reagierte, dass
Handwerker und Bauern mittels eines
Studiums soziale und ständische
Schranken brechen konnten. |
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- In dem Herzog erwachte
geradezu der Erziehungswahn. Der von Carl
Eugen eingekerkerte Dichter Daniel Friedrich
Schubart witzelte: "Als Dionys von Syrakus /
Aufhören muss / Tyrann zu sein, / Da ward er
ein Schulmeisterlein."
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- Die militärische Strenge
und die autokratische Fürsorge, die der
Herzog den Studierenden angedeihen ließ,
wurde von diesen vielfach als harter
Eingriff in ihre persönliche Freiheit
empfunden. Friedrich Schiller
schwankte in seinem Verhältnis zu Herzog
Carl Eugen zwischen Verehrung und dem
ohnmächtigem Hass auf den tyrannischen
Erzieher. Als junger Militärarzt entzog er
sich 1782 mit seiner Flucht nach Mannheim
der Bevormundung durch den Herzog.
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- Der Wandel Herzog Carl
Eugens vom verschwenderischen Herrscher zum
fürsorglichen Landesvater ist nicht zuletzt
auf seine Mätresse und spätere Ehefrau
Franziska von Hohenheim zurückzuführen.
Durch ihre eigene Bescheidenheit wirkte sie
mäßigend auf den Herzog.
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Die Ehe
Carl Eugens mit
Elisabeth Friederike
von Brandenburg-Bayreuth, einer
Nichte von Friedrich dem Großen, die er
1748 geschlossen hatte, war nach acht
Jahren gescheitert. Der katholische
Herzog konnte sich jedoch nicht scheiden
lassen. |
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Franziska von Hohenheim
(*1748, † 1811), 1744 Reichsgräfin von
Hohenheim, zweite Ehefrau von Carl Eugen
(offizielle Heirat 1785)
Bildquelle: Schlösser-Magazin,
Staatsanzeiger-Verlag Stuttgart.
(www.schloesser-maganzin.de)
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Franziska wurde
am 10. Januar 1748 in Adelsmannfelden bei
Ellwangen geboren. Die Tochter einer verarmten
Landadelsfamilie heiratete mit siebzehn Jahren
den Freiherrn Friedrich Wilhelm von Leutrum.
1772 wurde sie die offizielle Mätresse
von Herzog Carl Eugen von Württemberg und ließ
sich von ihrem Mann scheiden. Der Herzog
verschaffte ihr 1774 den Titel einer
Reichsgräfin von Hohenheim und schenkte ihr
das gleichnamige Gut auf den Fildern. Nach dem
Tod seiner ersten Frau heiratete Carl Eugen
Franziska 1785 zunächst heimlich, da die
katholische Kirche ihre Einwilligung zu der
Heirat mit einer geschiedenen Protestantin
verweigerte. 1791 wurde die Ehe vom Papst
anerkannt. |
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- Berühmt ist die
"Bußerklärung" Herzog Carl Eugens vom
Jahre 1778, in der er politische Verfehlungen
eingestand und seine künftigen "landesväterlichen"
Bemühungen zur Hebung der Wohlfahrt seines Landes
verkündigte.
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- Die Ideen der Französischen
Revolution fielen in Württemberg auf fruchtbaren
Boden. Friedrich Hölderlin (1770-1843) und
Friedrich Hegel (1770-1831) pflanzten in
Stuttgart Freiheitsbäume. Der junge Friedrich Hegel
forderte in einer Flugschrift auf, das Alte zu
stürzen und etwas völlig Neues zu schaffen.
Christian Friedrich Daniel Schubart (1739-1791),
der so lange in Haft gesessen hatte, schilderte in
seiner Chronik die Hoffnung auf die neue Freiheit.
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Christian Friedrich Daniel
Schubart,
(*1739, †1791), deutscher
Dichter und Musiker
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Die meisten
Ständevertreter wollten im Grunde nur die Macht
des Herzogs beschränken. Die überwiegende
Mehrheit des württembergischen Bürgertums
wünschte Reformen, jedoch in Anknüpfung an das
Bestehende, an die ständische Ordnung. Für einen
Umsturz waren die württembergischen Stände, die
sich fast ausschließlich aus Bürgern als
Vertreter der Städte zusammensetzten, nicht zu
gewinnen. Sie kämpften letztlich nur um das
'alte Recht'. |
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- 1792
verlor Württemberg
seine linksrheinischen Besitzungen an Frankreich. Da
der neu gewählte französischen Nationalkonvent dem
Herzog eine großzügige Entschädigung in Aussicht
stellte, wahrte Württemberg zunächst seine
Neutralität, auch als das Reich den Krieg gegen
Frankreich erklärte.
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- Auf
Carl Eugen folgen seine Brüder
Ludwig Eugen
(1793 - 1795)
und Friedrich Eugen (1795 -
1797). In ihre Regierungszeiten fällt der
Erste
Koalitionskrieg gegen Frankreich
(1793 - 1797).
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- Am 20. April 1792 erklärte
Frankreich dem
Hause Habsburg den Krieg.
Friedrich Wilhelm II. von Preußen trat
sofort auf die Seite Österreichs.
Herzog Ludwig
Eugen von Württemberg trat 1793 aus Abneigung
gegen die Französische Revolution der Allianz gegen
Frankreich bei.
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- Im
Sonderfrieden von Basel
am 5. April 1795 tritt Preußen von der Koalition
zurück, um bei der bevorstehenden polnischen Teilung
gegebenenfalls Truppen gegen Österreich und Russland
zur Verfügung zu haben. In einer
Geheimklausel
willigt Preußen in die Abtretung des
linksrheinischen Deutschlands an Frankreich ein
und erhält dafür Entschädigung auf rechtsrheinischem
Gebiet zugesichert. Württemberg stimmt diesen
Friedensregelungen nicht zu und bleibt
auf der
Seite Österreichs. Es wird jetzt erneut zum
Kriegsschauplatz.
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- Ludwig Eugen stirbt am 20.
Mai 1795. Während seiner kurzen Regierungszeit wurde
die Hohe Carlsschule geschlossen. Für Ludwig Eugen
war sie eine landeseigene Brutstätte der neuen Ideen
von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gewesen.
Die Regierung wird nun von einem weiteren Bruder von
Carl Eugen, dem 63-jährigen
Friedrich Eugen
übernommen.
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Friedrich Eugen
(*1732
†1797), Herzog von Württemberg 1795 bis 1797
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- Im Juli 1796 schlägt der
französische General Moreau die
württembergischen Truppen am
Kniebis im
Schwarzwald; die Österreicher wurden bei
Herrenalb und bei
Cannstatt besiegt. Der
Herzog von Württemberg flieht nach Ansbach.
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- Die
Bevölkerung im Südwesten Deutschlands litt
weniger unter den Kämpfen selbst als unter dem
Durchzug feindlicher wie verbündeter Truppen. So
war die Französische Republik außerstande, die
durch die Wehrpflicht aufgebotenen Massenheere
aus eigener Kraft zu unterhalten. Die in Kriegen
übliche Versorgung der Truppen mit Kleidung und
Nahrungsmitteln aus Magazinbeständen wurde
aufgegeben. Der Krieg musste den Krieg ernähren:
Die Truppen lebten von dem Land, durch das sie
kamen. Dies zog den Verlust jeglicher Disziplin
nach sich. Ständig auf der Suche nach Geld,
Nahrungsmitteln und Alkohol versetzten die
französischen Soldaten die Einwohner der
württembergischen Städte und Dörfer in Angst und
Schrecken.
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- "Zu Cannstatt auf
der Brucken, da war das Schießen groß, als
aufeinanderstießen Österreicher und
Franzos", schrieb der Theologe und Lyriker
Karl Gerok (* 1815, † 1890)
später von jenem Ereignis, das im Juli 1796
die Einwohner des gesamten Stuttgarter
Raumes in Angst und Schrecken versetzte. Der
französische Oberbefehlshaber
General Moreau bezog mit seinem
Stab vom 18. - 28. Juli Quartier in
Stuttgart. Entlang des Neckars - genau:
zwischen Nellingen und Marbach - standen
sich Franzosen und Österreicher (kaiserliche
Truppen) gegenüber. Am 21. Juli besetzten
die Franzosen, rücksichtslos plündernd, die
Neckarvorstadt von Cannstatt. Im Kampf um
die Neckarbrücke, den die französischen
Truppen gewannen, gab es auf beiden Seiten
große Verluste.
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Die französischen
Soldaten trugen kaum Uniformen, viele
steckten in Lumpen und besaßen nicht
einmal Schuhe. Sie nannten sich selbst
die "Sanscullotten" ("Ohnehosen"). Kein
Wunder, dass sie die Bevölkerung, wo sie
nur konnten, ausplünderten. |
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- 7. August 1796:
Württemberg und der "Schwäbische Kreis"
schließen einen Sonderfrieden mit Frankreich
ab. Im Friedensvertrag wird die
Abtretung von
Mömpelgard und der elsässischen Gebiete an
Frankreich festgelegt. Als Ausgleich sollte
Württemberg Gebiete rechts des Rheins erhalten.
Herzog Friedrich Eugen
wurde außerdem
verpflichtet, eine hohe Kriegsentschädigung
an Frankreich zu zahlen. Nach dem Abschluss des
Friedensvertrags mit Frankreich gewinnt
Österreich vorübergehend militärisch die
Oberhand. Bei Biberach werden die württembergischen
Truppen von den Österreichern entwaffnet. Die
französischen Truppen werden zum Rückzug auf das
linke Rheinufer gezwungen. Württemberg wird von den
Österreichern besetzt.
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- In Paris hatten je ein
Gesandter des Herzogs und der Landschaft
unabhängig voneinander verhandelt. Der
Einfluss der Landstände war seit dem
Tode Carl Eugens so stark gestiegen, dass
sie glaubten, eine
eigenständige
Außenpolitik treiben zu können.
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- Um die
Kriegsentschädigung zahlen zu können, wollte
der Herzog im Frühjahr 1797 von der
Landschaft neue Steuern beschließen
lassen. Damit war in Württemberg eine
Situation entstanden, die im Kern, wenn auch
nicht in dem Ausmaß, mit Frankreich am
Vorabend der Revolution verglichen werden
kann. Wie dort kam es zu
Beschwerden
und
Reformwünschen, die in
zahlreichen Flugschriften niedergelegt
wurden. Von einer ständischen Opposition
kann jedoch nicht gesprochen werden, die
Befürworter einer Revolution blieben
Außenseiter.
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Zum
Bedauern der wenigen
württembergischen Jakobiner
(Demokraten) lehnten es die Franzosen
bei ihrem Vormarsch durch Süddeutschland
ab, die Ausrufung einer
württembergischen Republik zu
unterstützen. |
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- 17. Oktober 1797:
Frieden von Campo Formio: Österreich
erklärt sich mit der Abtretung des linken
Rheinufers einverstanden. Entschädigung der
weltlichen Fürsten aus geistlichen
Territorien und den Reichstädten rechts des
Rheins.
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- Herzog Friedrich Eugen stirbt am
23.Dezember 1797. Sein ältester Sohn Friedrich Wilhelm Karl
übernimmt nun als
Herzog Friedrich II. von Württemberg
die Regierung.
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- Friedrich wurde in 1754 in
Treptow (Pommern) geboren, wo sein Vater (Friedrich
Eugen) als preußischer Offizier diente. Die Mutter
seines Vaters, Marie Auguste, war nach dem
Tode ihres Mannes Herzog Carl Alexander
(1737) nach Preußen übergesiedelt. Erzogen wurde
Friedrich am Hofe des preußischen Königs
Friedrichs II., des Großen. Dort lernte er die
Prinzipien des aufgeklärten Absolutismus kennen.
1782 trat er in russische Dienste ein, fiel jedoch
1786 bei der Zarin Katharina II. in Ungnade.
Seine Vorurteile gegenüber Herzog Carl Eugens Frau
Franziska von Hohenheim
verschlossen ihm bis
1790 die Rückkehr nach Württemberg. Schon bald
hatten sich seine Eigenschaften gezeigt:
Herrscherwillen, hohe staatsmännische Fähigkeiten,
Durchsetzungsvermögen, Rücksichtslosigkeit,
Menschenverachtung, Gewalttätigkeit, Zynismus. Im
Aufbegehren des Volkes gegen die Herrschaft und
Staatsgewalt erkannte er sein Leben lang nichts
anderes als Gesetzlosigkeit, Chaos und Zerstörung.
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- Herzog Friedrich II. von
Württemberg erkennt, dass sein Land in Gefahr
ist, im Streit der großen Mächte zerrieben zu
werden. Gegen den Willen der Landstände gibt er das
Neutralitätsbündnis mit Frankreich auf und
schließt sich Österreich an. Anders als sein Vater
Friedrich Eugen wollte er Kaiser und Reich treu
bleiben und an der durch die Heirat von
Kaiser
Franz II. mit
Elisabeth von Württemberg
geschaffenen Verbindung festhalten. Zum Zeitpunkt
des Anschlusses an Österreich war Süddeutschland
durch die kaiserliche Armee besetzt.
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- Bald zeigte sich die
militärische Überlegenheit Frankreichs. Im Mai
des Jahres 1800 überrennen die Franzosen den
Südwesten Deutschlands und verdrängen die
kaiserliche Armee. Österreich musste Württemberg den
Franzosen übergeben. Die
Landstände
etablierten sich als Nebenregierung und verhandelten
eigenständig mit Frankreich. Dies brachte den Herzog
in erhebliche Schwierigkeiten.
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- Im
Frieden von Lunéville
nahm Herzog Friedrich II. Verhandlungen mit
Frankreich über einen Sonderfrieden auf. Es zeigte
sich bald, dass Napoleon in seiner Funktion als
Erster Konsul Verhandlungen mit der etablierten
Macht, dem Herzog, vorzog. Die Landstände waren für
ihn schwer kalkulierbar. Im
Mai 1802 wurde
in Paris ein Vertrag geschlossen, in dem
Württemberg eine reichliche Entschädigung für die
verlorenen linksrheinischen Gebiete in Aussicht
gestellt wurde. Frankreich ging es darum, starke
süddeutsche Territorien zu schaffen, die als
Gegengewicht gegen Österreich
dienen sollten.
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Im
Dezember
1802 erhält Friedrich II. neun
Reichsstädte (Esslingen, Reutlingen,
Rottweil, Weil der Stadt, Heilbronn, Hall,
Gmünd, Aalen, Giengen), sowie die Fürstpropstei
Ellwangen, die Stifte und Klöster Zwiefalten,
Heiligkreuztal, Rottenmünster, Margrethausen,
Comburg und Schönthal. Der
Streit mit den
Landständen bewegte den Herzog dazu, die
neuen Erwerbungen als einen eigenen, von den
Landständen unabhängigen, absolut regierten
Staat (Neu-Württemberg) mit dem Sitz in
Ellwangen zu führen.
Alt-Württemberg
behielt zunächst die ständische Verfassung. |
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- 25. März Februar 1803:
Reichsdeputationshauptschluss
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- Die
"Reichsdeputation",
ein vom Regensburger Reichstag einberufener
Ausschuss, legt einen Plan für die
Entschädigung der weltlichen Fürsten vor. Er
wird vom Reichstag angenommen und von Kaiser
Franz II. bestätigt. Württemberg gehörte bei
dieser Vereinbarung zweifellos zu den
Gewinnern. Herzog Friedrich II. erhielt die
Kurfürstenwürde.
- Die im Jahr 1802
vorgenommene Übernahme von Reichsstädten
und Abteien durch Württemberg erhält
noch einmal eine Bestätigung; Ulm und
Ravensburg wurden bayerisch; Biberach kam an
Baden, Wimpfen an Hessen-Darmstadt.
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-
Mit der
Unterzeichnung des
Reichsdeputationshauptschlusses
wurde die
Auflösung fast aller
Klöster, Stifte und geistlicher
Herrschaften
besiegelt.
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Die Säkularisation
leitete eine nachhaltige
Veränderung der politischen
Landkarte ein. Anstelle der
Vielzahl von Klein- und
Kleinstherrschaften entstanden
wenige größere Staaten: Baden,
Württemberg und Hohenzollern.
Das Haus Württemberg konnte die
Fläche seiner Besitzungen
verdoppeln. |
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Zusätzlich kamen
etwa 125.000 Einwohner in das neue
Kurfürstentum, in der Mehrzahl
Katholiken. Die alte Einheit des
konfessionell einheitlichen
Territoriums war zerbrochen. Im
Religionsedikt von 1803 wurden
die Angehörigen aller drei
christlichen Glaubensbekenntnisse
gleichgestellt. Das Kirchengut
wurde 1806 mit dem Staatsvermögen
vereinigt. Durch diese Maßnahme ging
der Grundstock des württembergischen
Kirchenguts, nämlich 52.000 ha
Grundbesitz, in Staatsbesitz über.
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- 1805: Dritter Koalitionskrieg
gegen Frankreich
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- Im Sommer 1805 schließen
sich England, Russland und Österreich zu
einer neuen Koalition gegen Frankreich
zusammen. Mitte September marschieren die
Österreicher, Ende September die Franzosen
in Württemberg ein. Kurfürst Friedrich sieht
sich gezwungen, seine Neutralitätsstrategie
aufzugeben und lässt sich auf Verhandlungen
mit Frankreich ein.
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- 5. Oktober 1805:
Friedrich II. von Württemberg schließt sich
nach den Verhandlungen mit Napoleon
im Ludwigsburger Schloss den Franzosen an.
Napoleon gibt ihm volle Souveränität über
sein Land; er muss 10.000 Soldaten an
Frankreich abstellen.
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Kurz
zuvor hatten Bayern (24. August) und
Baden (5. September) Kriegsbündnisse mit
Frankreich abgeschlossen. Stuttgart und
ein großer Teil Württembergs war durch
französische Truppen besetzt. Friedrichs
Versuch, Neutralität zu wahren, war an
der Haltung der anderen Höfe
gescheitert. |
- Nach der Schlacht von
Austerlitz am 2. Dezember 1805
erhält Württemberg im
Brünner Vertrag vom
12. Dezember 1895
große Teile aus dem
bisherigen Vorderösterreich (unter
anderem Ehingen, Munderkingen, Riedlingen,
Mengen, Saulgau, die Grafschaften
Hohenberg). Württemberg bekommt außerdem die
Güter der geistlichen Ritterorden und der
Reichsritter, soweit sie von
württembergischem Territorium umschlossen
waren.
- 16. Dezember 1805:
Württemberg wird Königreich. Friedrich
II. erhält zu seiner uneingeschränkten
Souveränität von dem Kaiser der Franzosen
den Königstitel. Am 30.12. wird die
ständische Verfassung aufgehoben.
Volksversammlungen jeglicher Art werden
verboten. Alt-Württemberg wird zusammen mit
den Neuerwerbungen von 1802 und 1805 ein
einheitlich regiertes absolutes Staatswesen.
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- Gründung des Rheinbundes im
Juli 1806
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- Bund von 16 Mittel- und
Kleinstaaten ( darunter Bayern, Württemberg
und Baden ) unter Napoleons Protektorat;
endgültige Auflösung des Römischen Reichs
Deutscher Nation.
- Durch die
'Rheinbundakte' erhalten die Staaten das
Recht, die reichsunmittelbaren Fürsten und
Grafen innerhalb ihres Territoriums zu
mediatisieren (ihrer Souveränität zu
unterwerfen). Mit dem Rheinbund wird die
Auflösung des Heiligen Römischen Reiches
deutscher Nation eingeleitet. Im August
1806 legte der Kaiser seine Krone nieder.
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Literaturhinweise
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|
| Bauer, Ernst W. /
Jooß, Rainer, Schleuning, H. (Hrsg.) |
Unser Land
Baden-Württemberg. Theiss-Verlag 1986. |
| Bölcke, Willi A. |
Handbuch
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Urgeschichte bis zur Gegenwart. Kohlhammer-Verlag 1982 |
| Borst, Otto |
Geschichte und Gestalt
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| Dieterich, Susanne |
Württembergische
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| Grube, Walter |
Der Stuttgarter Landtag
1457 - 1957. Stuttgart 1957 |
| Hölzle, Erwin |
Württemberg im Zeitalter
Napoleons. Stuttgart 1937 |
| Kommission für
geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg |
Handbuch der
Baden-Württembergischen Geschichte, Band 2: Die
Territorien im Alten Reich (1000 - 1805). 1995 |
| Kommission für
geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg |
Handbuch der
Baden-Württembergischen Geschichte, Band 3: Vom Ende des
Alten Reichs bis zum Ende der Monarchien. 1992. |
| Landeszentrale für
politische Bildung Baden-Württemberg (Hrsg.) |
Baden-Württemberg. Eine
kleine politische Landeskunde. Landeszentrale für
politische Bildung. Stuttgart 2002. Neuausgabe 2007 |
| Lorenz, Sönke /
Mertens, Dieter / Press, Volker (Hrsg.) |
Das Haus Württemberg. Ein
biographisches Lexikon. Kohlhammer-Verlag 1997. |
| Raff, Gerhard |
Die Schwäbische
Geschichte. Stuttgart 2000. |
| Rinker, Reiner /
Setzler, Wilfried (Hrsg.) |
Die Geschichte
Baden-Württembergs. Theiss-Verlag. 2. Auflage 1987 |
| Wagner, Karl-Heinz |
Herzog Karl Eugen von
Württemberg. Modernisierer zwischen Absolutismus und
Aufklärung. Stuttgart 2001. |
| Waßner, Manfred |
Kleine Geschichte
Baden-Württembergs. Theiss-Verlag 2002 |
| Weber, Reinhold /
Wehling, Hans-Georg |
Geschichte
Baden-Württembergs. Beck Wissen. 2007 |
| Weller, Karl / Weller,
Arnold |
Württembergische
Geschichte im südwestdeutschen Raum. Theiss-Verlag. 10.
Auflage 1989. |
| Württembergisches
Landesmuseum Stuttgart |
Baden und Württemberg im
Zeitalter Napoleons. Stuttgart 1987. Katalog zur
Ausstellung. |
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Deutschland 1740 - 1763
Deutschland 1789 - 1815
Köngen 1750 - 1806
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Stand:
10. Jan. 2010
Copyright ©2010 Geschichts- und Kulturverein Köngen e.V.
Autor: Dieter Griesshaber |
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