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Württemberg im Späten
Mittelalter (1250 - 1400)
Württemberg vom Späten
Mittelalter bis zur Reformation (1400 - 1520)
Württemberg von der Reformation
bis zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges (1520 - 1618)
Württemberg in der Zeit des
Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648)
Württemberg in der Zeit des
Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648)
Württemberg in der Zeit
vom Westfälischen Frieden bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts (1648 -
1750)
Württemberg von der
Mitte des 18. Jahrhunderts bis zum Ende des Heiligen Römischen Reichs
Deutscher Nation (1750 - 1806)
Württemberg in der
ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (1806 - 1850)
Württemberg von der
Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Gründung des Deutschen Reiches
(150-1871)
Württemberg als
Bundesstaat des Deutschen Reiches
Württemberg in der Zeit
der Weimarer Republik
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Deutsche Geschichte 1870 - 1890
Deutsche Geschichte 1890 - 1914
Deutsche Geschichte 1914 - 1918
Köngen 1850-1900 (exemplarisch für ein Dorf)
Literaturhinweise
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Württemberg als Bundesstaat des Deutschen Reiches 1871 -
1918
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- Verfassung, Reservatsrechte, Vertretung im Bundesrat
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- 1871:
Württemberg wird Teil eines Bundesstaates (des
Deutschen Reichs). Die Einbindung in das neue
Kaiserreich bedeutete für Württemberg die Aufgabe
wichtiger Souveränitätsrechte.
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- Verteilung der Zuständigkeiten
zwischen Reich und Ländern
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- Reich:
Auswärtige Politik, Heerwesen. Der
preußische Ministerpräsident war zugleich
Reichskanzler. Der preußische König führte
als "Deutscher Kaiser" den Vorsitz in einem
Bund formal souveräner Staatsoberhäupter.
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Die
Reichsgesetze besaßen gegenüber den
Landesgesetzen Vorrang. Die Außenpolitik
und damit die Entscheidung über Krieg
und Frieden unterstand allein dem Reich. |
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- Länder:
innere Verwaltung, Kirchen- und Schulwesen,
Finanzhoheit, Eisenbahnen; über den
Bundesrat Beteiligung an der
Willensbildung des Reiches.
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Reservatrechte
(Sonderrechte) für Württemberg:
Eigene Verwaltung des Post- und
Telegrafenwesens, Einnahmen aus der Bier-
und Branntweinsteuer; eigene
Militärverwaltung (keine Selbständigkeit des
Heeres!).
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Die
Reservatsrechte wurden von Bismarck mit
den süddeutschen Staaten einzeln
ausgehandelt. Für König Karl war das
Fortbestehen des württembergischen
Außenministeriums und damit eines
eigenen Gesandtschaftswesens von großer
Bedeutung. |
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- Im
Bundesrat
erhält Württemberg 4 von 58 Stimmen; von den
397 Abgeordneten des Reichstags hatte
Württemberg 17 zu wählen (allgemeines,
gleiches, direktes Wahlrecht).
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- Einnahmen der Länder:
direkte Steuern; soweit Einnahmen des
Reiches durch indirekte Steuern nicht
ausreichten, mussten die Länder sog.
Matrikularbeiträge zahlen (abhängig von
deren Bevölkerungszahl).
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- Eingliederung Württembergs in das Deutsche Reich
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- Tendenz des
Bundesstaates
zur Stärkung der zentralen Kräfte (Wirtschaft,
Rechtswesen, Sozialordnung, Heer).
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- 1871:
Die vom Norddeutschen Bund erlassenen Gesetze wie
die über Freizügigkeit, Maß und Gewicht wurden
übernommen; ebenfalls die Gewerbeordnung von 1868
und das Strafgesetzbuch von 1870.
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- Weitere Reichsgesetze
vereinheitlichen das Münzwesen (1873), die
Zivilehe und das
Presserecht (1874).
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- 1879:
Reichsjustizreform regelt Gerichtsverfassung,
Zivilprozess, Strafprozess und Konkursrecht.
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- Reichs- und Landespolitik
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- König Karl empfand den Verlust
seiner Souveränität als eine persönliche Demütigung.
An eine aktive, gar persönliche Mitwirkung und
Einflussnahme auf die Reichspolitik im Bundesrat
dachte der gekränkte König nicht. Er überließ die
Vertretung seines Landes in der Reichspolitik seinem
Ministerpräsidenten Hermann Freiherr von
Mittnacht.
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- Württemberg wird vom
Kulturkampf (1874 - 1878) nicht berührt.
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Es war ganz
wesentlich der Verdienst König Karls, dass die
römisch-katholische Kirche in Württemberg nicht
unterdrückt wurde. Auch andere religiöse
Gruppierungen konnten sich kraft Gesetz frei
betätigen. |
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- Bismarcks Versuch, 1876 Besitz
und Verwaltung der Staatseisenbahnen der Länder an
das Reich zu bringen, scheiterte mit am Widerspruch
Württembergs.
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- 1878:
Sozialistengesetz: Auflösung der
Sozialdemokratischen Partei auch in Württemberg (bis
1890).
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- Die Sozialdemokraten
wurden in den Untergrund gezwungen. Sie
hatten jedoch weniger unter
Verfolgungsmaßnahmen zu leiden als in
anderen deutschen Ländern. Es war nicht
zuletzt dem humanen Sinn König Karls zu
verdanken, dass zahlreichen Sozialdemokraten
aus Norddeutschland Zuflucht im
württembergischen Königreich gewährt wurde.
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- Die politischen und
sozialen Auffassungen fanden der
Sozialdemokraten fanden in der Bevölkerung
Württembergs immer mehr Anklang. - 1895
sollte es der Sozialdemokratischen Partei
gelingen, ihre ersten zwei Sitze im Landtag
zu erringen.
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- Die innere Entwicklung Württembergs
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- Tendenz in
Württemberg:
Steigerung des parlamentarischen Einflusses
innerhalb einer konstitutionellen Monarchie.
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Im Landtag hatte
die 'Deutsche Partei', die sich den
Nationalliberalen anschloss, bis 1895 die
Mehrheit. |
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- 1876 errichtete
Ministerpräsident Hermann
Freiherr von Mittnacht
einen von ihm geleiteten Ministerrat: das
Staatsministerium. Dieses neue Gremium regierte
unter Respektierung des königlichen Staatsoberhaupts
das Land Württemberg. Die Entscheidungen des
Staatsministeriums werden an die Bevollmächtigten im
Bundesrat weitergegeben. Der
'Geheime Rat'
als Beratergremium des Königs verliert an Bedeutung.
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Hermann Freiherr
von Mittnacht (1825 - 1909) hat als erster
Präsident des Staatsministeriums die Politik
Württembergs unter zwei Monarchen federführend
bestimmt. Für König Karl, der sich im Winter und
Frühjahr gern zur Entspannung in Italien und
Südfrankreich aufhielt, wurde Mittnacht
unentbehrlich. Im Berlin kämpfte er im Sinne des
württembergischen Königspaars um die
Beibehaltung der Reservatsrechte. Sein Wirken
fand bei Bismarck und im Bundesrat große
Beachtung. |
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- In seinen letzten Lebensjahren
galt König Karl als resigniert und amtsmüde. Er litt
unter Depressionen und isolierte sich immer mehr -
zuletzt auch von Königin Olga.
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- König Wilhelm II. von
Württemberg (reg. 1891 - 1918)
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- König Karl starb am 6.10.
1891. Sein
Nachfolger, König Wilhelm II., war der Sohn
seines Bruders Paul und der Prinzessin Katharina,
einer Tochter von König Wilhelm I. und seiner
letzten Ehefrau Pauline. Wilhelm II. war
pflichtbewusst, reichstreu und gegen jeden
Partikularismus. In den meisten Fällen vertraute er
den Ratschlägen der von ihm berufenen Regierung,
auch den Willen der Landtagsmehrheit suchte er zu
erfüllen. Beim Volk war er sehr beliebt. Den
liberalen Forderungen seiner Zeit stand er
aufgeschlossen gegenüber.
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Im Gegensatz zu
König Karl bejahte Wilhelm II. die Einigung
Deutschlands unter preußischer Führung, auch
wenn Württemberg dadurch auf einen Teil seiner
Souveränitätsrechte zugunsten des Deutschen
Reichs verzichten musste. |
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König Wilhelm II. von
Württemberg (1848-1921).
reg. 1891 - 1918
Bildquelle: Hofkunstanstalt
Martin Rommel, Stuttgart 1905
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- Reichs- und Landespolitik
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- 1.1.1900: Das
Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) tritt an
die Stelle des Landrechts
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- Über die
Außenpolitik
entschied nach der Verfassung das Reich
ohne wesentliche Einflussnahme der
Bundesstaaten.
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- Die Auffassungen von
Kaiser Wilhelm II. und
König Wilhelm
II. von Württemberg über die Monarchie
unterschieden sich stark: Während der Kaiser
in einer Zeit, in der die monarchische
Staatsform längst in eine Krise geraten war,
strikte Subordination von seinen Untertanen
verlangte, respektierte König Wilhelm die
Entscheidungen seines Landtags und die
Meinungen seiner Minister.
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- Kaiser Wilhelm II.
ist es mehrmals gelungen, die Gutmütigkeit
und auch Unentschlossenheit des Königs
auszunutzen. Ein Beispiel ist die
Bebenhäuser Konvention von 1893: Kaiser
Wilhelm II. vereinbart anlässlich eines
Jagdbesuchs in Bebenhausen mit dem König die
"Festlegung einheitlicher Dienstalter der
preußischen und der württembergischen
Offiziere" sowie eine "Vermehrung der
gegenseitigen Kommandierungen";
Ministerpräsident Mittnacht wird dabei
umgangen (nach der Verfassung war dem König
dies allerdings erlaubt!)
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- Der
Einfluss
Württembergs auf die Reichspolitik war
relativ gering; der Schwabe
Kiderlen-Wächter als Staatssekretär des
Auswärtigen (von 1910 bis 1912) spielte
während der sog. Marokko-Krise eine Rolle in
der Reichspolitik.
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- Das Parteienspektrum im Württembergischen
Landtag
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- 1895: Die
Neuwahlen zum Landtag lösen einen
politischen Erdrutsch aus. Sie beenden die
fast 25jährige Vormachtstellung der
nationalliberalen
"Deutschen Partei".
Die Mehrheit bilden nun die demokratische
Volkspartei (31 Sitze) und das kurz vor
der Wahl konstituierte katholische
Zentrum (18 Sitze). Für die
Sozialdemokratische Partei kommen
erstmals zwei Abgeordnete in den Landtag.
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Das
konfliktfreie Verhältnis zwischen Staat
und katholischer Kirche hatte in
Württemberg die Gründung einer
politischen Organisation des
Katholizismus verzögert. Einer raschen
Ausbreitung der Sozialdemokratie war
bisher die relativ langsam
fortschreitende Industrialisierung im
Wege gestanden. |
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- 1898:
Württemberg sendet mit dem
Gewerkschaftsführer Karl Kloß einen Abgeordneten der
SPD in den Reichstag.
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Der am 14. April 1847 in Berlin geborene
Karl Kloß kam 1874 als
Schreinergeselle nach Stuttgart. Dort
schloss er sich der Ortsgruppe des
Tischlerbundes an, wurde dank seiner
Fähigkeiten als Redner und Taktiker ihr
Leiter und bald darauf Vorsitzender des
Fachvereins der Stuttgarter
Schreiner, den er 1880
gegründet hatte. Drei Jahre später
führte er die Stuttgarter Schreiner beim
größten Streik an, den Württemberg bis
dahin erlebt hatte. Mit Erfolg: Der
Zehn-Stunden-Tag wurde verteidigt,
Lohnerhöhung und Überstundenvergütung
durchgesetzt. Karl Kloß wurde
Vorsitzender der nationalen
Schreinergesellschaft, der ersten
Gewerkschaft auf Reichsebene. Durch sein
Engagement und rednerisches Talent war
er maßgeblich am raschen
Aufstieg der Sozialdemokratie
in Württemberg beteiligt. 1895 zog er
als erster Abgeordneter der SPD in den
württembergischen Landtag ein. Für den
Wahlkreis Stuttgart wurde Karl Kloß 1898
in den Reichstag gewählt, dem er bis
1903 angehörte. Er starb im Februar 1908
in Hamburg. Der Trauerzug in Stuttgart
war mehrere Kilometer lang und wohl der
längste, den diese Stadt je gesehen hat. |
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- 1900:
Ministerpräsident Mittnacht tritt aus
Altersgründen zurück; seine Nachfolger sind:
von 1901 bis 1906
Wilhelm von Breitling,
von 1906 bis 1918
Karl Freiherr von Weizsäcker.
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- 1903: Bei der
Reichstagswahl erhält die
Sozialdemokratische Partei 25% der
abgegebenen Stimmen.
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- 1910: Die
Volkspartei schließt sich mit den
norddeutschen linksliberalen Parteien und
den Nationalsozialen Friedrich Naumanns zur
'Fortschrittlichen Volkspartei'
zusammen.
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- 1912:
Neuwahlen zum Landtag: das
Zentrum
wird stärkste Partei (26 Sitze). Die
Konservativen erhalten zusammen mit dem
Bauernbund 20, die Volkspartei 10, die
Nationalliberalen 10 und die
Sozialdemokraten (im Reichstag waren sie
stärkste Partei!) 17 Sitze.
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- 1905:
Steuerreform:
Progressive
Einkommenssteuer; die Ertragssteuern auf
Grundeigentum, Gebäude und Gewerbe wurden
den Gemeinden überlassen.
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- Änderung in
der Zusammensetzung des Landtags:
die
Privilegierten scheiden aus der
Zweiten Kammer aus. Die
Erste
Kammer wird durch Mitglieder aus
dem Adel und durch Vertreter von
Kirche, Hochschulen, Landwirtschaft,
Industrie, Handel und Handwerk
erweitert.
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Mit der Umwandlung der Zweiten
Kammer in eine reine
"Volkskammer" war eine alte
liberale Forderung in Erfüllung
gegangen. |
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-
Für einen Teil
der Zweiten Kammer wird die
Verhältniswahl
eingeführt
(während bisher jede "gute Stadt"
unabhängig von der Einwohnerzahl
einen Abgeordneten stellte, erhält
Stuttgart nun 6 Vertreter).
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Bis 1806 war die fest gelegte
Verfassung Württembergs
keineswegs besonders liberal und
fortschrittlich gewesen. Was sie
so erscheinen ließ, war die von
Wilhelm II. geprägte politische
Praxis. |
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- 1906: Kommunalreform
(Stärkung der
Selbstverwaltung); die Wahl der
Ortsvorsteher auf Lebenszeit, eine
württembergische Besonderheit, wird
abgeschafft.
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- 1909
Volksschulgesetz: Die geistliche
Schulaufsicht wird durch staatliche
Bezirksschulämter ersetzt.
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- 1911
wird mit einer Verfassungsänderung
der Geheime Rat abgeschafft (er hatte seit
1876 ohnedies nur noch eine unbedeutende
Rolle gespielt).
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- Verbesserung der Infrastruktur
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- Als
technische
Pionierleistungen gelten die
Landeswasserversorgung und die
Albwasserversorgung für die Jahrhunderte
lang an Wasserknappheit leidende Bevölkerung
der Schwäbischen Alb.
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- Ausbau des
Eisenbahnnetzes. Bau von Bahnhöfen.
Elektrifizierung der Straßenbahnen in den
größeren Städten.
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- Bau von Brücken,
Verwaltungsgebäuden, Schulen, Theatern,
Museen, Krankenhäusern und Kirchen.
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- Förderung der
Landwirtschaft (von der Landwirtschaft
lebte mehr als ein Drittel der
Bevölkerung!): Landwirtschaftliche
Hochschule in Hohenheim, landwirtschaftliche
Ausstellung im September auf dem Cannstatter
Wasen (Volksfest), Förderung des
landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens,
Einführung einer Hagelversicherung für die
von Missernten geplagten Bauern.
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- Förderung der
Industrialisierung:
Einführung von
Handelskammern in den Wirtschaftszentren,
Gewerbe- und Fabrikinspektion zum Schutz der
Arbeiter gegen Gesundheitsschäden oder
Betriebsunfällen, Fachausstellungen,
Errichtung eines Landesgewerbeamtes
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- Der Erste Weltkrieg (1914-1918)
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- In der Sitzung des
Bundesrats vom 1. August 1914 wurde
Reichskanzler Bethmann Hollweg von den
Bundesstaaten einstimmig
zur
Kriegserklärung an Russland und Frankreich
ermächtigt.
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- Bei Ausbruch des Krieges
patriotische Massenhysterie und
Kriegsbegeisterung
der Bevölkerung.
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König
Wilhelm II. teilte die allgemeine
Euphorie, die von der Erwartung eines
raschen, glanzvollen Sieges des
Deutschen Reiches ausging, nicht. Seine
Siegeszuversicht war gering. Allerdings
war auch er überzeugt, dass die deutsche
Nation "in den ihr aufgedrungenen Kampf
um die höchsten Güter einzutreten" habe
(Kriegsaufruf vom 2. August 1914).
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- Von 1914
- 1918 standen 520.000 Württemberger unter
Waffen (von 2,5 Millionen Einwohnern). Mehr
als 73.000 württembergische Soldaten fielen
oder starben während des Krieges.
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- Das Ende der Monarchie
in Württemberg
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- König Wilhelm II. hatte
bereits Ende Oktober mit dem Ende seiner
Regierung gerechnet, sobald der Kaiser
abdanken werde. Am
6. November 1918
tritt die württembergische Regierung zurück,
um einer parlamentarische Regierung
Platz zu machen.
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- Am
8. November 1918
wird in Stuttgart von den Sozialdemokraten
eine Massendemonstration angekündigt,
von der Regierung werden keine
Sicherheitsmaßnahmen getroffen, der König
geht an diesem Tag allein mit seinem Hund im
Schlossgarten spazieren; aus der Mehrheit
des Landtags wird eine parlamentarische
Regierung gebildet.
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- Am
9. November 1918
verkündet der Reichskanzler die
Abdankung
das Kaisers, Scheidemann proklamiert die
Republik. In Stuttgart findet eine
Kundgebung der Arbeiterschaft und
revolutionärer Soldaten auf dem Schlossplatz
statt, auf dem Schillerplatz wird von
Rednern die Republik proklamiert. Am selben
Tag bildet sich eine aus den beiden
sozialistischen Parteirichtungen (SPD und
USPD) bestehende provisorische Regierung
("Revolutionsregierung) unter Wilhelm Blos
(SPD).
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- Am Nachmittag des 9.
Novembers besetzte eine radikale Gruppe der
Demonstranten den Wohnsitz des
württembergischen Königs, das
Wilhelmspalais. Die Sicherheitswache des
Militärs verhielt sich untätig. Dies
enttäuschte den König so sehr, dass das
Königspaar sich entschloss, noch am Abend
Stuttgart zu verlassen und in das
Jagdschloss Bebenhausen zu ziehen.
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- Am
11. November 1918
übernimmt eine Revolutionsregierung unter
dem Vorsitz des Sozialdemokraten
Wilhelm
Blos die öffentliche Gewalt in
Württemberg. In ihrer Proklamation hieß es:
"Die Republik ist erklärt.". Die vom König
noch am Morgen des 9. November vereidigte
Regierung Liesching tritt zurück.
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- Am 30.November 1918
erklärte König Wilhelm II. seinen
Thronverzicht und nahm den Titel eines
Herzogs von Württemberg an.
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Literatur
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| Bauer, Ernst W. /
Jooß, Rainer, Schleuning, H. (Hrsg.) |
Unser Land
Baden-Württemberg. Theiss-Verlag 1986. |
| Bölcke, Willi A. |
Handbuch
Baden-Württemberg. Politik, Wirtschaft, Kultur von der
Urgeschichte bis zur Gegenwart. Kohlhammer-Verlag 1982 |
| Borst, Otto |
Geschichte und Gestalt
eines Landes. Stadler-Verlag 1978 |
| Dieterich, Susanne |
Württembergische
Landesgeschichte für neugierige Leute. Band 1: Von den
Kelten zu den Württembergern bis zur Reformation.
DRW-Verlag 2002. |
| Dieterich, Susanne |
Württembergische
Landesgeschichte für neugierige Leute. Band 2: Vom
Dreißigjährigen Krieg bis 1952. DRW-Verlag 2003. |
| Grube, Walter |
Der Stuttgarter Landtag
1457 - 1957. Stuttgart 1957 |
| Landeszentrale für
politische Bildung Baden-Württemberg (Hrsg.) |
Baden-Württemberg. Eine
kleine politische Landeskunde. Landeszentrale für
politische Bildung. Stuttgart 2002. Neuausgabe 2007 |
| Lorenz, Sönke /
Mertens, Dieter / Press, Volker (Hrsg.) |
Das Haus Württemberg. Ein
biographisches Lexikon. Kohlhammer-Verlag 1997. |
| Rinker, Reiner /
Setzler, Wilfried (Hrsg.) |
Die Geschichte
Baden-Württembergs. Theiss-Verlag. 2. Auflage 1987 |
| Sauer, Paul |
Württembergs letzter
König. Das Leben Wilhelms II., Stuttgart 1994. |
| Waßner, Manfred |
Kleine Geschichte
Baden-Württembergs. Theiss-Verlag 2002 |
| Weber, Reinhold /
Wehling, Hans-Georg |
Geschichte
Baden-Württembergs. Beck Wissen. 2007 |
| Weller, Karl / Weller,
Arnold |
Württembergische
Geschichte im südwestdeutschen Raum. Theiss-Verlag. 10.
Auflage 1989. |
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Deutsche Geschichte 1870 - 1890
Deutsche Geschichte 1890 - 1914
Deutsche Geschichte 1914 - 1918
Köngen 1850-1900 (exemplarisch für ein Dorf)
Literaturhinweise
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Stand:
10. Jan. 2010
Copyright ©2010 Geschichts- und Kulturverein Köngen e.V.
Autor: Dieter Griesshaber |
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