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Die Welt des späten
Mittelalters (1250 - 1400)
Das Ende der Luxemburger
und der Aufstieg der Habsburger Kaiserdynastie (1400 - 1517)
Die Reformation von
Luthers Anschlag der 95 Thesen bis zum Wormser Reichstag (1517 - 1521)
Der Dreißigjährige Krieg
(1618 - 1648)
Vom Westfälischen Frieden
(1648) bis zum Regierungsantritt Friedrichs des Großen (1740)
Der Aufstieg Preußens zur
europäischen Großmacht (1740 - 1763)
Die Französische
Revolution bis zum Ende der Diktatur Robespierres (1789 - 1794)
Deutschland in der Zeit der
Französischen Revolution und der Herrschaft Napoleons (1789 - 1815)
Restauration und
Revolution (1815 - 1830)
Monarchie und Bürgertum (1830
- 1847)
Die Revolution von
1848/49
Von der gescheiterten
Revolution 1848 bis zur Gründung des Deutschen Reiches 1871
Die Innen- und Außenpolitik
Bismarcks (1871 - 1890)
Das Deutsche Kaiserreich
von 1890 bis zum Ausbruch der Ersten Weltkriegs 1914
Die Industrielle
Revolution in England und Deutschland (1780 - 1914)
Europäischer
Kolonialismus und Imperialismus (1520 - 1914)
Der Erste Weltkrieg (1914 -
1918)
Der Weg zur Weimarer
Republik 1918 - 1919
Der Kampf um die Staatsgewalt
in der Weimarer Republik (1919 - 1933)
Die Machtübernahme der NSDAP
und die Errichtung der Diktatur Hitlers (1933 - 1939)
Der Zweite Weltkrieg (1939
- 1945)
Der Weg in die Teilung
Deutschlands (1945 - 1949)
Der Kalte Krieg: Vom
Kriegsende 1945 bis zum Bau der Berliner Mauer 1961
Die Ära Adenauer (1949 -
1963)
Die Kanzlerschaft Ludwig
Erhards 1963 - 1966
Kalter Krieg Teil 2: Von
der Kubakrise 1962 bis zur Auflösung der Sowjetunion 1991
Die Zeit der Großen
Koalition 1966 - 1969
Die Ära Brandt (1969 - 1974)
Die Kanzlerschaft Helmut
Schmidts (1974 - 1982)
Die Kanzlerschaft Helmut
Kohls von 1982 bis 1987
Die Kanzlerschaft Helmut
Kohls von 1987 - 1989
Der Weg zur
Wiedervereinigung Deutschlands (Teil I: Die DDR von den siebziger Jahren
bis zum Fall der Mauer im Jahr 1989)
Vom Fall der Berliner
Mauer bis zur deutschen Einheit (1989 - 1990)
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Geschichte
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Ergebnisse Erster Weltkrieg
Weimarer Nationalversammlung
Weimarer Verfassung
Literaturhinweise
Württemberg 1918-1933
Köngen 1918-1933 (exemplarisch für ein Dorf)
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Die Ausrufung der Republik 1918
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- Am 3. Oktober 1918 wird eine
parlamentarisch verantwortliche Regierung unter dem
neuen Reichskanzler Max von Baden
gebildet. Die
Änderung der Verfassung von 1871 tritt am 28. Oktober in
Kraft. Die wesentlichste Bestimmung lautet: "Der
Reichskanzler bedarf zu seiner Amtsführung des Vertrauens
des Reichstags."
Damit war Deutschland eine Demokratie in der
Staatsform der Monarchie
(parlamentarische Monarchie).
Hinter dem Reichskanzler stand mit den Sozialdemokraten, den
Liberalen und dem Zentrum eine solide Parlamentsmehrheit.
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- Angesichts der drohenden
militärischen Niederlage war die
Oberste
Heeresleitung für Friedensverhandlungen mit den
Westmächten eingetreten. Um nicht selbst die
Verantwortung für den verlorenen Krieg übernehmen zu
müssen, hatte vor allem Ludendorff auf die
Bildung einer parlamentarisch getragenen Regierung
gedrängt. Diese sollte die Verhandlungen führen. Der
Parlamentarismus war praktisch aus Furcht vor der
Niederlage von oben (von Ludendorff)
angeordnet worden.
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Am 1. Oktober
1918 unterrichtete Ludendorf hohe Offiziere,
"jetzt auch diejenigen Kreise an die Regierung
zu bringen, denen wir es in der Hauptsache zu
danken haben, dass wir so weit gekommen sind."
Diese Verdrehung der Wahrheit legte den Keim für
die so genannte Dolchstoßlegende, nach
der die Heimat dem angeblich "im Felde
unbesiegten deutschen Heer" in den Rücken
gefallen war. |
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- Reichskanzler Max von Baden
zog zugleich alle kaiserlichen Vollmachten an sich,
einschließlich der militärischen Kommandogewalt.
Über Krieg und Frieden konnte ohne Zustimmung der
Volksvertretung nicht mehr entschieden werden.
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Prinz Max von Baden
(1867 - 1929), letzter Reichskanzler des
Deutschen Kaiserreichs (3.10.1918 - 9.11.1918)
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- Der Übergang zu einem
parlamentarischen Regierungssystem war
ohne
Gewaltanwendung vollzogen worden. Allerdings
tauchten schon damals Zweifel auf, ob die
alten
Führungsschichten die Wende, d.h. den Verlust
ihrer Staatsgewalt, auf Dauer akzeptieren werden.
Diese Zweifel waren berechtigt!
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- Als bekannt wird, dass die Marine am 29.
Oktober aufgrund eines Befehls der von der Heeresleitung
getrennten Seekriegsleitung noch einmal gegen die englische
Flotte kämpfen soll, meutern in Wilhelmshaven die
Matrosen.
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Die verantwortlichen
Admirale hatten einen besonderen Ehrencodex entwickelt.
Lieber wollten sie das Leben der Matrosen opfern als auf
die Waffenstillstandsbedingungen des
amerikanischen
Präsidenten Woodrow Wilson (Abdankung der Monarchie
und Friedensverhandlungen oder bedingungslose
Kapitulation) einzugehen. |
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- Am
3./4. November 1918 greift die
Meuterei der Matrosen
auf andere Städte über.
Innerhalb weniger Tage erfasst die Erhebung ganz
Norddeutschland. Jetzt verbünden sich Matrosen und Soldaten
mit der Hunger leidenden Bevölkerung.
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Sowohl die
Industriearbeiterschaft als auch das Bürgertum litten
unter der unzureichenden Nahrungszuteilung. Zusammen
bildeten sie ein gewaltiges Protestpotential gegen die
herrschenden Zustände. |
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- Am
7. November stürzt mit dem Haus
Wittelsbach die erste deutsche Monarchie.
Kurt Eisner
ruft in Bayern die Republik aus.
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- Ablauf der Ereignisse am 9. November
1918 in der Reichshauptstadt Berlin
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- Schon am frühen Morgen zogen
Massen bewaffneter Arbeiter und Soldaten
mit
roten Fahnen zum Regierungsviertel.
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- 9 Uhr:
Führende Offiziere
erklären die am Vortag vom Kaiser geforderte
Niederschlagung des Aufstandes in Deutschland
durch die Frontarmee für unmöglich.
Philipp
Scheidemann (MSPD) tritt aus der Regierung Max
von Baden aus.
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- Der Reichskanzler,
Prinz Max
von Baden, gibt um 12 Uhr mittags von sich aus
den Thronverzicht des
Kaisers (nicht der Hohenzollerndynastie!)
bekannt. Wilhelm II. will zu diesem Zeitpunkt
nur als deutscher Kaiser, nicht aber als König von
Preußen auf den Thron verzichten.
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- Um 12:30 Uhr tritt Max von Baden
als Reichskanzler zurück. Er übergibt die
Regierungsgeschäfte dem Sozialdemokraten
Friedrich Ebert.
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- Um 14 Uhr ruft
Philipp
Scheidemann vom Balkon des Reichstags die "Deutsche
Republik" aus. Für ihn hat die Revolution ihr
Ziel erreicht. Er betont die Reichseinheit. Vor
allem will er Ruhe und Sicherheit.
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Philipp
Scheidemann: "Der Kaiser hat abgedankt. Er
und seine Freunde sind verschwunden. Über sie
alle hat das Volk auf der ganzen Linie gesiegt!" |
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Philipp Scheidemann (26.7.
1865 - 29.11.1939)
1903 - 1918 und 1920 - 1933
Mitglied des Reichstags, 1911 - 1920 Mitglied
des Parteivorstands der SPD. Im ersten Weltkrieg
wurde Philipp Scheidemann neben Friedrich Ebert
zum anerkannten Führer der MSPD. Im Oktober 1918
tritt er als Staatssekretär im Kabinett des
Prinzen Max von Baden ein.
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- Um 16 Uhr trifft der
revolutionäre Sozialist (Kommunist)
Karl
Liebknecht mit einer großen Gruppe von
Demonstranten vor dem Berliner Schloss ein. Vom
Balkon des Schlosses ruft er die
"freie
sozialistische Republik" in Anlehnung an das
sowjetische Rätemodell aus.
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Karl
Liebknecht: "Das Alte ist nicht mehr, die
Herrschaft der Hohenzollern, die in diesem
Schloss Jahrhunderte lang gewohnt haben, ist
vorüber. In dieser Stunde proklamieren wir die
freie sozialistische Republik Deutschlands
... " |
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Karl
Liebknecht (13.8.1871 - ermordet am 15.1.1919)
Für die SPD seit 1908 Mitglied
des preußischen Abgeordnetenhauses, seit 1912
des Reichstags. 1915 gehörte Liebknecht zu den
Gründern der Gruppe Internationale, aus der
später der Spartakusbund hervorging. 1916 wurde
er aus der SPD-Fraktion ausgeschlossen. Am
1.5.1916 veranstaltete er eine öffentliche
Antikriegskundgebung und wurde zu vier Jahren
Zuchthaus verurteilt, im Oktober 1918 begnadigt.
- Ende 1918 war er an der Gründung der
Kommunistischen Partei Deutschlands beteiligt.
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- In der Nacht vom
9./10.
flieht Wilhelm II. nach Holland. (Am 28.November
kommt es zur formellen Abdankung Wilhelms II. und
zum Thronverzicht des Kronprinzen - damit endet die
preußische Monarchie).
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Der letzte
Deutsche Kaiser
verbrachte nach seinem offiziellen Thronverzicht
nahezu 24 Jahre im Exil in den Niederlanden. Die
erste Station war Schloss Amerongen. Mitte 1920
verlegte er seinen Aufenthaltsort nach Doorn,
einem in der Provinz Utrecht gelegenen, von ihm
erworbenen Landsitz. Bis zu seinem Tod am 4.
Juni 1942 träumte Wilhelm II. von einer Rückkehr
auf den deutschen Kaiserthron.
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- Am 10. November 1918 übertrug
Prinz Max von Baden dem SPD-Politiker
Friedrich Ebert
die Regierungsgeschäfte. Dieser
bildete mit je drei Mitgliedern der
Mehrheitssozialdemokratie (MSPD) und der
Unabhängigen Sozialdemokraten
(USPD) die neue
deutsche Regierung, den 'Rat der
Volksbeauftragten'.
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Friedrich Ebert
(1871 -
1925), sozialdemokratischer Politiker, 1913
Parteiführer, 1918 Reichskanzler, 1919
vorläufig, 1922 endgültig Reichspräsident (bis
1925).
Friedrich-Ebert-Stiftung
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- Noch am Abend des
10. November
kommt es zu einem Bündnis der Sozialdemokratie
(Ebert, Noske) mit der Obersten Heeresleitung
(Hindenburg, Gröner) zur Unterdrückung der
linksradikalen Umsturzversuche.
Eberts Absicht ist es, die Dynamik
der Revolution zu kanalisieren.
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- Friedrich Ebert
und seine Verbündeten im 'Rat der
Volksbeauftragten' wollten den Einfluss der
von Karl Liebknecht propagierten
Rätebewegung nach dem Vorbild Russlands
unbedingt eindämmen. Sie befürchteten einen
Bürgerkrieg, falls die
Linksradikalen
die Oberhand gewinnen sollten. Aus Furcht
vor einer bolschewistischen Bedrohung zog er
die Zusammenarbeit mit den
alten Mächten
vor. Gerhard Gröner, der Nachfolger
Ludendorffs in der Obersten Heeresleitung
(OHL), sicherte ihm willig die Unterstützung
des Heeres im Kampf gegen die
"bolschewistischen Aufrührer" zu.
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Als
führender Mann der Übergangsregierung
wollte Ebert über baldige freie Wahlen
den Weg zu einer parlamentarischen
Demokratie bahnen. Eine längerfristige
Revolutionsdiktatur kam für ihn nicht in
Frage. |
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- Die Stützen der
untergegangen Monarchie blieben überwiegend
in Amt und Würden. Für den größten Teil der
deutschen Bevölkerung lief das öffentliche
Leben wie gewohnt weiter.
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- Am
11. November wird in
dem französischen Städtchen Compiègne der
Waffenstilltandsvertrag unterzeichnet.
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Der
Waffenstillstandsvertrag wurde zu einem
Zeitpunkt geschlossen, als es noch gar nicht zu
einer offenkundigen militärischen Niederlage
gekommen war. Die Front verlief immer noch auf
französischem und belgischem Gebiet. Das
Eingehen der deutschen Regierung auf eine
bedingungslose Kapitulation als
Voraussetzung für den Waffenstillstand war für
viele Deutsche unverständlich. So fiel es den
Nationalisten leicht, zu verkünden, die
Widerstandskraft sei durch
pazifistische und
bolschewistische Machenschaften geschwächt
worden. Die Worte, die der sozialdemokratische
Reichskanzler Friedrich Ebert vor den Truppen
sprach - die deutschen Truppen seien
"im
Felde unbesiegt" heimgekehrt - waren Wasser
auf die Mühle des nationalistischen und rechten
Lagers. |
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- Am
12. November verkündet
der Rat der Volksbeauftragten eine Reihe von
sozialpolitischen Maßnahmen:
8-Stunden-Tag bei vollem Lohnausgleich,
Aufhebung der Gesindeordnung, Koalitionsfreiheit.
Die Gewerkschaften werden als Alleinvertreter der
Arbeiterschaft anerkannt (kollektive Regelung der
Lohnfragen durch Tarifverträge).
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Am
5. Juli 1919 war in Nürnberg der
'Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund'
(ADGB) als Spitzenorganisation der freien
Gewerkschaften gegründet worden. |
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- Am
30. November beschließt
der Rat der Volksbeauftragten eine
Wahlordnung für die
künftige Nationalversammlung.
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- 19. Dezember:
Der Zentralrat der Arbeiter- und
Soldatenräte erklärt sich für die Einberufung
einer verfassungsgebenden Nationalversammlung.
Die Weichen für eine parlamentarische Verfassung
sind gestellt. Das Rätesystem wird abgelehnt. Am
23. Dezember folgt der
Austritt der USPD aus dem Rat der
Volksbeauftragten. In Berlin brachen blutige Unruhen
aus.
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Neben dem durch
freie Wahlen gekennzeichneten
'parlamentarischen Modell' stand bis zum
19.12. das 'Rätemodell' nach dem Vorbild
Russlands zur Diskussion. Aufgrund der Wahl der
Räte in den Vollversammlungen der Betriebe wäre
die Kontrolle
der Regierung
auf
bestimmte Gruppen beschränkt gewesen (Die Räte
sollten nicht selbst regieren!). |
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- Am
11. Februar 1919 wählte die in
Weimar tagende Nationalversammlung
Friedrich Ebert,
den Vorsitzenden der Revolutionsregierung, zum
Reichspräsidenten. In seiner Dankesrede versprach der
sozialdemokratische Parteivorsitzende, das Amt "als der
Beauftragte des ganzen deutschen Volkes ..., nicht als
Vormann einer einzigen Partei" wahrzunehmen.
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Ausrufung der Republik
Weimarer Nationalversammlung
Weimarer Verfassung
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Die Ergebnisse des Ersten Weltkriegs
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Am 7. Mai 1919
wird der fertige Text für den
Friedensvertrag
einer deutschen Delegation im Spiegelsaal von
Versailles übergeben. Nach harten Diskussionen in
der Weimarer Nationalversammlung wird die
Annahme des Vertrags am 22. Juni 1919 mit 237
gegen 138 Stimmen bei 5 Enthaltungen beschlossen. In
Sorge vor einer Wiederaufnahme des Kriegs und einem
anschließenden Zerbrechen des Reichs unterzeichnen
am 28. Juni 1919 der Sozialdemokrat Hermann
Müller und der Zentrumspolitiker Johannes Bell den
Friedensvertrag in Versailles. .
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Landabtretungen:
Deutschland verliert durch Landabtretungen im
Westen, Norden und Osten 13 Prozent seines Gebietes
und ein Achtel seiner Bevölkerung (6,4 Millionen,
davon 3,4 Millionen Deutsche), 30 Prozent seiner
Steinkohlenförderung und 75 Prozent seiner
Erzerzeugung. Im Osten verliert es die
landwirtschaftlich ertragreichsten Gebiete.
Oberschlesien und der größte Teil Westpreußens
fielen an den wieder erstandenen polnischen Staat.
Die Stadt Danzig, zu neunzig Prozent deutsch, wurde
zu einer "Freien Stadt", einem Freistaat unter dem
Schutz des Völkerbundes. Da Polen einen Zugang zur
Ostsee haben sollte, bekommt es einen Korridor, der
Ostpreußen von Deutschland trennt. Im Westen wird
Elsass-Lothringen an Frankreich zurückgegeben.
Verzicht auf Kolonien.
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Das
Saargebiet
sollte für 15 Jahre dem Völkerbund (siehe unten)
unterstellt werden. Danach war eine
Volksabstimmung über die Zugehörigkeit der
Saarbewohner vorgesehen. |
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Entwaffnung: Bildung eines
auf 100.000 Mann begrenzten Berufsheeres;
Luftstreitkräfte werden verboten; Auslieferung aller
Linienschiffe und Kreuzer sowie aller Unterseeboote.
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Reparationen: Die
Amerikaner schlagen eine Begrenzung auf 25
Milliarden Dollar vor; England und Frankreich
glaubten 300 Milliarden Goldfrancs erzwingen zu
können. Da man sich nicht einigen kann, soll eine
Reparationskommission die endgültige Höhe der
deutschen Zahlungen festsetzen. Neben Barzahlungen
sollen auch Sachleistungen erfolgen.
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Rheinlandbesetzung: Als Sicherheit für die
Ausführung des Vertrags bleibt das linke Rheinufer
in drei Zonen (Köln, Aachen-Koblenz,
Trier-Pfalz-Mainz) auf 5, 10 und 15 Jahre besetzt.
Das Rheinland wird "entmilitarisiert".
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Die
Empörung
über den Friedensvertrag war in Deutschland in
allen politischen Lagern anzutreffen. Es war
unübersehbar, dass der Vertragstext eine
französische Handschrift trug. Selbst wenn
Frankreich seine Maximalforderungen nicht
durchsetzen konnte, war es ihm doch gelungen, das
seit der Reichsgründung bestehende
Übergewicht
des Deutschen Reiches in Europa zu beschneiden.
Die Reparationen sowie verschiedene Beschränkungen
im Außenhandel dienten dem Ziel Frankreichs, auch
der Wirtschaftspolitik Deutschlands keine
unkontrollierte Entfaltungsmöglichkeit zu geben.
Nimmt man die sicherheitspolitischen Bestimmungen
des Versailler Vertrags hinzu (vorübergehende
Besetzung und dauernde Entmilitarisierung des
Rheinlands, Obergrenze für das deutsche Militär,
Verbot der allgemeinen Wehrpflicht), so führte der
Vertrag zur Vorherrschaft Frankreichs in
Europa.
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Nur wenige
Kabinettsmitglieder, darunter Matthias
Erzberger, hatten sich für die
Unterzeichnung des Vertrags von Versailles
ausgesprochen. Große Teile der
öffentlichen Meinung in Deutschland empfanden
dieses Votum für die Annahme des 'Schanddiktats'
als Verrat. Weite Kreise des rechten
Spektrums projizierten ihre
Enttäuschung über den faktisch verlorenen Krieg
und das Ende der Monarchie auf die Person
Matthias Erzberger. |
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-
Alle Regierungen
der Weimarer Republik erklärten die
Revision des
Versailler Vertrags zu ihrem außenpolitischen
Hauptziel. Der Spielraum der deutschen Außenpolitik
war nach dem Ersten Weltkrieg größer geworden: der
deutsch-britische Gegensatz war nicht mehr
vorhanden, ebenfalls nicht mehr die Gefahr einer
Bedrohung durch zwei Fronten, die Ostpolitik war
nicht mehr von der Zustimmung der Sowjetunion
abhängig.
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- Trotz der ihm auferlegten Lasten
blieb das deutsche Reich ein hoch industrialisiertes
Land. Es blieb zugleich das bevölkerungsreichste
Land Europas. Ein Wiederaufstieg in den Kreis der
Großmächte war keineswegs ausgeschlossen.
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- Die politische Landkarte war am
Ende der Friedensverhandlungen nach dem ersten
Weltkrieg völlig verändert. Die Zahl der Staaten
hatte sich beträchtlich erhöht, vor allem durch den
Zerfall der Habsburger Doppelmonarchie und
die Niederlage Russlands.
Polen war
wiedererstanden, da die drei Mächte, die es zuvor
unter sich aufgeteilt und besetzt hatten, zu den
Verlierern gehörten. Böhmen, Mähren und die Slowakei
wurden zur Republik Tschechoslowakei vereint.
Auf dem Balkan entstand als Nachfolger des kleinen
Serbien das viel größere
Jugoslawien, das
mehrere Völker umfasste, von denen Serben und
Kroaten die dominierenden waren. Im Nordosten wurden
aus der Konkursmasse des Zarenreichs drei
unabhängige baltische Republiken gebildet.
Finnland war jetzt ein eigenständiger Staat. Von
der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn blieb nur eine
kleine deutschsprachige Republik mit der Hauptstadt
Wien. Leitgedanke für die Neuordnung der Staaten war
die Selbstbestimmung nach dem Nationalitätenprinzip.
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Der von dem
amerikanischen Präsidenten Wilson gegründete
Völkerbund stellte nach dessen Überzeugung den
Kern des Friedenswerkes dar. Drohende Spannungen
sollen durch eine überstaatliche Völkerorganisation
im Dienste des Friedens überwunden werden.
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- Die
Völkerbundsakte wird dem Friedensvertrag mit
Deutschland vorangestellt (Artikel 21 - 26)
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Die
Völkerbundsakte sieht einen
Völkerbundsrat
vor, der aus fünf ständigen Vertretern der großen
Mächte und neun periodisch aus der Zahl der kleinen
Staaten gewählten Vertretern besteht, sowie einer
Völkerbundversammlung mit gleichen Stimmrecht
aller Mitgliedsstaaten. Für Beschlüsse beider
Gremien ist Einstimmigkeit vorgeschrieben.
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- Die besiegten
Staaten sind zunächst von der Mitgliedschaft
ausgeschlossen.
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| Ausrufung
der Republik Ergebnisse Erster
Weltkrieg Weimarer Verfassung
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Struktur der Parteien in der
Weimarer
Nationalversammlung im Jahr 1919
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- Die Gesellschaft in Deutschland war in
soziale Gruppen getrennt, die durch gemeinsame
Lebensführung zusammengehalten wurden. Solche soziale
Gruppen konnten das Wählerpotential für eine Partei
darstellen.
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- Die Anhänger des
parlamentarischen Regierungssystems - die
'Demokraten' - waren in
vier Parteien organisiert: Mehrheitssozialdemokraten (MSPD),
Deutsche Demokratische Partei (DDP), Zentrum, Bayerische
Volkspartei (BVP).
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- Das
'Zentrum' und die
'Bayerische Volkspartei' (BVP)
vertraten das
katholische Milieu. Unter der Führung
Matthias Erzbergers
bekannte sich das Zentrum
zum republikanischen Verfassungsstaat. Die Partei
trat für die Rechte der katholischen Kirche und den
Erhalt der Länder ein. Schwerpunkt war die
Kulturpolitik (Forderung nach Einrichtung von
Konfessionsschulen!). Der
linke Flügel der Partei trat innenpolitisch für den
Ausbau des Sozialstaats und für die Verständigung
mit den Siegermächten ein. Der rechte Flügel vertrat
eine revisionistische, nationalbetonte
Außenpolitik. Hochburgen des Zentrums waren die
Städte Köln, Aachen, Koblenz und Trier. Die
Wählerschaft der BVP lag insbesondere in
Niederbayern und in der Oberpfalz.
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Matthias Erzberger
(*
1875 † 1921,
ermordet)
Mitglied des Reichstags 1903 -
1918 (Zentrum), Leiter der Delegation, die am
11.11.1918 den Vertrag über den Waffenstillstand
mit den Westmächten unterzeichnete,
Reichsminister der Finanzen vom Juni 1919 bis
März 1920.
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- Bei den Wahlen zur
Verfassungsgebenden Nationalversammlung am
19. Januar 1919 erhielten Zentrum und BVP
knapp 20 Prozent der Stimmen.
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- Die Bayerische
Volkspartei (BVP) spaltete sich im Konflikt
über die Haltung zum parlamentarischen
System vom Zentrum ab und etablierte sich
als konservativ-regionale Regionalpartei mit
reichsweitem Betätigungsfeld.
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- Mehrheitssozialdemokraten
(MSPD). Die sozialdemokratischen Parteien
(MSPD und USPD) waren Vertreter der
Industriearbeiterschaft. Hochburgen der MSPD
sind die Städte Berlin, Hamburg und Magdeburg.
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Im April 1917
hatte sich der linke, marxistische Flügel
der Sozialdemokratischen Partei in der
'Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei'
(USPD) wegen der unterschiedliche Haltung zu
den Kriegskrediten abgetrennt. Die USPD lehnte
eine demokratische Ordnung ab. Bei den Wahlen
zur Nationalversammlung 1919 erreichte die MSPD
37,9, die USPD 7,6 Prozent der Stimmen. |
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- Die
Deutsche Demokratische
Partei (DDP)
wurde im November 1918 mit
dem Ziel gegründet, die liberalen Kräfte zu sammeln.
Die Partei ging aus der früheren
'Fortschrittlichen Volkspartei' (FVP) und dem
linken Flügel der Nationalliberalen
hervor und
siedelte sich im linksliberalen politischen Spektrum
an. Sie forderte die strikte Trennung von Staat und
Kirche, eine Begrenzung des staatlichen Einflusses
auf die Wirtschaft sowie die Abschaffung
wirtschaftlicher Monopole und strebte einen
Ausgleich zwischen Kapital- und Arbeiterinteressen
an.
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Die DDP vertrat
kein Milieu. Ihre Wähler waren überwiegend
bürgerlich, lebten in einer Stadt und waren
protestantisch. Darüber hinaus konnten 1919 auch
Wähler aus dem landwirtschaftlichen Bereich
gewonnen werden. Bei den Wahlen am 19. Januar
1919 erhielt die DDP 18,6 Prozent der Stimmen. |
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- Die Anhänger des
konstitutionellen
(monarchischen) Regierungssystems waren aus Parteien
hervorgegangen, die früher die klassischen
Regierungsparteien des alten Regimes bildeten
(Monarchisten). Die Verfassung von 1871 hatte es dieser
Gruppe bis 1918 gestattet, zu regieren, ohne die Mehrheit im
Parlament zu haben.
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- Deutschnationale Volkspartei
(DNVP). Diese im November
1918 gegründete Partei bestand aus den
'Konservativen'. Der Schwerpunkt ihres Programms lag
in der Wiederherstellung der Monarchie. Die
DNVP war extrem nationalistisch; eine demokratische
Verfassung wurde abgelehnt. Sie vertrat die
wirtschafts- und sozialpolitischen Interessen der
ostelbischen Großgrundbesitzer und der
Großindustrie. Bei den Wahlen zur
Nationalversammlung am 19. Januar 1919 erhielt die
DNVP 10,3% der Stimmen.
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- Die
Deutsche Volkspartei (DVP)
war Ende 1918 aus dem rechten Flügel der
Nationalliberalen Partei und einzelnen Mitgliedern
der Fortschrittspartei hervorgegangen. Als Partei
der Schwerindustrie vertrat sie vornehmlich
die Interessen des Großindustrie und des national
gesinnten gewerblichen Mittelstands. Politisch noch
stark der Gedankenwelt des Obrigkeitsstaates
verhaftet, befürwortete die DVP den Aufbau einer
starken Zentralgewalt. Außenpolitisch strebte
sie eine Revision des Versailler Vertrages an.
Anfangs des Jahres 1919 noch monarchistisch und
nationalistisch gesinnt, arrangierte sich die DVP
unter der Führung von Gustav Stresemann
zunehmend mit dem demokratischen System und
schwenkte auf den Kurs der Verständigung mit den
Siegermächten ein. Bei den Wahlen zur
Nationalversammlung am 19. Januar 1919 erhielt die
DVP 4,4 Prozent der Stimmen.
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Gustav Stresemann (* 1878, † 1929)
1907-1912 und 1914 - 1918
Abgeordneter der Nationalliberalen Partei im
Reichstag, 1917 Fraktionsvorsitzender, 1918
Gründer der rechtsliberalen Deutschen
Volkspartei, 1919 Mitglied der Weimarer
Nationalversammlung und ab 1920 Abgeordneter des
Reichstags als Fraktionsvorsitzender seiner
Partei. Im August 1923 wurde Stresemann
Reichskanzler und Außenminister einer großen
Koalition. Sturz seiner Regierung am 22.11.1923,
danach bis zu seinem Tod Außenminister
verschiedener Koalitionsregierungen.
Bildarchiv Preußischer
Kulturbesitz BPK, Berlin
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- Spartakusbund
und die
Unabhängige Sozialistische Partei
(USPD) erstreben die Diktatur des Proletariats und die
Einführung des Rätesystems.
Grundhaltung der USPD war ein radikaler
Pazifismus, die bestehende Ordnung wurde grundsätzlich
abgelehnt).
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Die USPD hatte sich 1917
aus dem pazifistischen Flügel der SPD nach heftigem
Streit über die Haltung zum Krieg gebildet. Die von ihr
organisierten Massenstreiks gegen schlechte
Lebensmittelversorgung und Fortführung des Kriegs
verschafften der Partei Anhänger in jenen Teilen der
sozialistischen Arbeiterschaft, die der MSPD wegen ihrer
Zusammenarbeit mit den bürgerlichen Parteien "Verrat am
Sozialismus" vorwarfen. |
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- Die
'Kommunistische Partei
Deutschlands' (KPD) wurde am 30. Dezember 1918 vom
'Spartakusbund' unter Führung von
Rosa Luxemburg und
Karl Liebknecht gegründet. Die KPD war ein Produkt
der russischen Revolution, die ihr großes Vorbild war. Ihre
erklärten Ziele waren der Sturz der Regierung und die
Errichtung der "Diktatur des Proletariats". Diese
Ziele sollten nicht mit parlamentarischen, sondern mit
revolutionären Mitteln erreicht werden.
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Ein Aufstandsversuch der
KPD in Berlin wurde wenige Tage nach der Parteigründung
von Günter Noske (SPD) mit Unterstützung rechter
Kampfverbände, den so genannten Freikorps,
niedergeschlagen. |
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- Am
19. Januar 1919 gaben zum
ersten Mal in der deutschen Geschichte Frauen und Männer
gleichberechtigt ihre Stimmen ab, um nach dem Untergang der
Monarchie die neue Volksvertretung
(Verfassungsgebende Versammlung / Nationalversammlung) aus
der Taufe zu heben. Die gemäßigte Sozialdemokratie (MSPD)
geht mit Zentrum und der Deutschen Demokratischen Partei
(DDP) die so genannte Weimarer Koalition ein. Am
6. Februar 1919 beginnen die Abgeordneten des Parlaments
ihre Arbeit.
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Die Demokraten (MSPD, DDP und Zentrum) erhielten 76,1
Prozent der abgegebenen Stimmen; auf die
Monarchisten
(DNVP und DVP) entfielen nur 14,7 Prozent. Die
Monarchisten hatten im Oktober 1918 die Staatgewalt an
die Demokraten verloren; dieses Ergebnis wurde bei den
Wahlen zur Weimarer Nationalversammlung bestätigt.
(Schon 1884 hatten die Demokraten die Mehrheit; neu war,
dass sie nun die Regierung bilden konnten!) |
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Ausrufung der Republik
Ergebnisse Erster Weltkrieg
Weimarer Nationalversammlung
Weimarer Verfassung
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Die Weimarer Verfassung
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- Die Weimarer Verfassung wird nach langen
Auseinandersetzungen am 31. Juli 1919 in der
Nationalversammlung mit der Mehrheit von SPD, Zentrum und
DDP verabschiedet. Dagegen stimmen die USPD, die
Deutschnationale Volkspartei (DNVP) sowie die Deutsche
Volkspartei (DVP). Am 11. August tritt die Verfassung in
Kraft.
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- Politische Grundlagen
der Weimarer Verfassung
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- Verstärkter
Rückgriff auf die Ideen von 1848
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- Aufrechterhaltung
der Einheit Deutschlands (Verstärkung der
unitarischen Bindungen).
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Die Weimarer
Reichsverfassung beruht wesentlich auf dem
Entwurf des Staatsrechtlers
Hugo Preuß (*
1860, † 1925). Allerdings scheiterte sein
Vorschlag, die Länderkompetenzen völlig zu
zerschlagen, am Widerspruch der Einzelstaaten.
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Hugo Preuß
(*1860, † 1925), deutscher Jurist, einer
der 'Väter' der Weimarer
Reichsverfassung
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- Wahlrecht und
Grundrechte
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Ausdehnung des allgemeinen Wahlrechts auf
die Frauen; Verhältniswahlrecht
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Volksbegehren
und
Volksentscheide
sollen die repräsentative Demokratie - also
die Herrschaft des Volkes durch gewählte
Vertreter - für die Mitwirkung der ganzen
Bevölkerung an politischen Entscheidungen
öffnen.
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Grundrechte schützen Recht und Freiheit
der Persönlichkeit, der Kirchen und der
sozialen Gruppen. Es gibt jedoch keinen
Grundrechtskatalog (wie zum Beispiel heute
im Grundgesetz der BRD).
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- Reichstag,
Reichsregierung und Reichspräsident
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Der
Reichstag nimmt als demokratische
Vertretung der Nation die entscheidende
Machtstellung ein. Er entscheidet über
Gesetzgebung, Bewilligung von Geldmitteln
sowie über Krieg und Frieden. Bei der
Gesetzgebung hat der Reichstag allerdings
kein Initiativrecht. Gegenüber der
Reichsregierung hat der Reichstag das Recht,
ein Misstrauensvotum auszusprechen
und sie damit zu stürzen. Der Rücktritt
eines Ministers kann vom Parlament erzwungen
werden.
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Reichskanzler und
Reichsregierung brauchen das
Vertrauen der Mehrheit des Reichstags.
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Der
Reichspräsident wird unmittelbar vom
Volk auf sieben Jahre gewählt. Er vertritt
das Reich nach außen, ernennt und entlässt
die obersten Reichsbeamten, führt den
Oberbefehl über die Streitkräfte und besitzt
ein Notverordnungsrecht
(Art. 48) zur
Sicherung des inneren Friedens. Aufgrund des
Notverordnungsrechts hat der Reichspräsident
verdeckte legislative Befugnisse. Die
Notverordnungen müssen allerdings vom
Reichstag nachträglich gebilligt werden. Der
Reichspräsident ernennt den Reichskanzler
und die Reichsregierung. Außerdem kann er
den Reichstag auflösen. Die Neuwahlen müssen
innerhalb von 60 Tagen stattfinden
(innerhalb des Zeitraums von der Auflösung
des Reichstags bis zu den Neuwahlen kann der
Reichspräsident Notverordnungen ausgeben).
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Aufgrund der weit gehenden
exekutiven Befugnisse des
Reichspräsidenten ist die 'Weimarer
Republik' keinesfalls eine
Demokratie. Der Grund für die
Bündelung der Kompetenzen in der
Hand des Reichspräsidenten liegt
wohl darin, dass man, den Wirren der
Zeit entsprechend, einen 'ruhenden
Pol' (einen Ersatzkaiser) suchte,
der die Interessengegensätze zu
einer Einheit verband.
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Die
Machtfülle
des Reichspräsidenten muss sich
nicht unbedingt zum Nachteil der
parlamentarischen Demokratie
auswirken. Solange ein
republiktreuer Politiker wie
Friedrich Ebert (er war am 11.
Februar 1919 zum vorläufigen
Reichspräsidenten gewählt worden) an
der Spitze des Staates stand, war
kein solcher Nachteil zu befürchten.
- Was aber geschieht, wenn ein Mann
aus der alten Führungsschicht das
Amt des Reichspräsidenten übernimmt?
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Friedrich Ebert
ging es
um Ausgleich in mehrfacher
Hinsicht: zwischen
sozialdemokratischer
Arbeiterbewegung und
demokratischem Bürgertum,
zwischen Neuordnung und
Bewahrung, zwischen Reich und
Ländern. Er verstand sein Amt
immer als Teil und nicht als
Gegenpol der Regierung. In das
politische Tagesgeschäft wollte
Ebert so wenig wie möglich
eingreifen. Seine Rolle sah er
vielmehr als Hüter der
Verfassung und als Bewahrer der
demokratischen Ordnung. |
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- Das Reich
ist gegenüber den Ländern oberster Träger
der Gesetzgebung.
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- Die
Länder verlieren das Gesandtschafts- und
Konsulatsrecht und damit die Mitwirkung an
der Außenpolitik.
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- Die
Streitkräfte und die Einkünfte aus der
Einkommens- und Vermögenssteuer gehen auf
das Reich über.
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Der
Reichsrat, die Vertretung der
Länderinteressen, wirkt an der Gesetzgebung
mit. Mit Zweidrittelmehrheit kann er vom
Reichstag überstimmt werden. Die Zustimmung
des Reichsrats muss nicht bei jedem Gesetz
eingeholt werden. Die tatsächliche
Mitwirkung des Reichsrats an der
Gesetzgebung ist weit gehend zu
vernachlässigen.
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Preußen
büßte seine beherrschende Stellung in
der Ländervertretung ein. Sein Einfluss
auf die Reichspolitik war bei weitem
nicht mehr so groß wie zu Zeiten des
Kaiserreichs. |
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Ausrufung der
Republik
Ergebnisse
Erster Weltkrieg
Weimarer Nationalversammlung
Weimarer
Verfassung
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Ergebnisse
Erster Weltkrieg
Weimarer Nationalversammlung
Weimarer
Verfassung
Literaturhinweise
Württemberg 1918-1933
Köngen 1918-1933 (exemplarisch für ein Dorf)
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Allen
Schülern und Studenten, die gerade eine Prüfung zu bestehen
haben, wünschen wir viel Erfolg. Wir drücken auch die
Daumen für diejenigen, die eine Klausur schreiben müssen oder
eine Hausarbeit bzw. Referat anzufertigen haben. Hat Euch unsere
Seite bei der Vorbereitung oder bei der Informationssammlung
geholfen? Wir freuen uns über jeden Eintrag in
unser Gästebuch,
der uns über eine erfolgreiche Nutzung unserer Homepage
berichtet. Selbstverständlich nehmen wir auch Hinweise und
Verbesserungsvorschläge entgegen.
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Literaturhinweise
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| Bracher,
Karl Dietrich |
Die Krise
Europas 1917 - 1975 (=Propyläen Geschichte Europas 6.).
Berlin 1976 (aktualisierte Ausgabe Berlin 1998). |
| Duppler,
Jörg/Groß, Gerhard P. (Hrsg. |
Kriegsende
1918. Ereignis, Wirkung, Nachwirkung. München 1998. |
| Hildebrand, Klaus |
Das Deutsche
Reich und die Sowjetunion im internationalen System 1918
- 1932. Wiesbaden 1977. |
| Kolb,
Eberhard |
Die Weimarer
Republik (Oldenbourg Grundriß der Geschichte 16). 6.
Aufl. München 2002. |
| Krüger,
Peter |
Die
Außenpolitik der Republik von Weimar. 2. Auflage.
Darmstadt 1993. |
| Krumeich,
Gerd (Hrsg.) |
Versailles
1919. Ziele - Wirkung - Wahrnehmung. Essen 2001 |
| Mai,
Gunther |
Europäische
Geschichte 1918 - 1939. Mentalitäten, Lebensweisen,
Politik zwischen den Kriegen. Stuttgart 2001. |
| Möller,
Horst |
Europa
zwischen den Weltkriegen (Oldenbourg Grundriß der
Geschichte 21). München 1998. |
| Mommsen,
Hans |
Aufstieg und
Untergang der Republik von Weimar 1918 - 1933. |
| Schulz,
Gerhard |
Revolutionen
und Friedensschlüsse 1917 - 1920. 6. Auflage. München
1985. |
| Wirsching,
Andreas |
Vom Weltkrieg
zum Bürgerkrieg? Politischer Extremismus in Deutschland
und Frankreich 1918 - 1933/39. Berlin und Paris im
Vergleich. München 1998. |
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Geschichte
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| Stand: 09. Juli 2012
Copyright © 2012 Geschichts- und Kulturverein Köngen
e.V.
Autor: Dieter Griesshaber |
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