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Die Welt des späten
Mittelalters (1250 - 1400)
Das Ende der Luxemburger
und der Aufstieg der Habsburger Kaiserdynastie (1400 - 1517)
Die Reformation von
Luthers Anschlag der 95 Thesen bis zum Wormser Reichstag (1517 - 1521)
Der Dreißigjährige Krieg
(1618 - 1648)
Vom Westfälischen Frieden
(1648) bis zum Regierungsantritt Friedrichs des Großen (1740)
Der Aufstieg Preußens zur
europäischen Großmacht (1740 - 1763)
Die Französische
Revolution bis zum Ende der Diktatur Robespierres (1789 - 1794)
Deutschland in der Zeit der
Französischen Revolution und der Herrschaft Napoleons (1789 - 1815)
Restauration und
Revolution (1815 - 1830)
Monarchie und Bürgertum (1830
- 1847)
Die Revolution von
1848/49
Von der gescheiterten
Revolution 1848 bis zur Gründung des Deutschen Reiches 1871
Die Innen- und Außenpolitik
Bismarcks (1871 - 1890)
Das Deutsche Kaiserreich
von 1890 bis zum Ausbruch der Ersten Weltkriegs 1914
Die Industrielle
Revolution in England und Deutschland (1780 - 1914)
Europäischer
Kolonialismus und Imperialismus (1520 - 1914)
Der Erste Weltkrieg (1914 -
1918)
Der Weg zur Weimarer
Republik 1918 - 1919
Der Kampf um die Staatsgewalt
in der Weimarer Republik (1919 - 1933)
Die Machtübernahme der NSDAP
und die Errichtung der Diktatur Hitlers (1933 - 1939)
Der Zweite Weltkrieg (1939
- 1945)
Der Weg in die Teilung
Deutschlands (1945 - 1949)
Der Kalte Krieg: Vom
Kriegsende 1945 bis zum Bau der Berliner Mauer 1961
Die Ära Adenauer (1949 -
1963)
Die Kanzlerschaft Ludwig
Erhards 1963 - 1966
Kalter Krieg Teil 2: Von
der Kubakrise 1962 bis zur Auflösung der Sowjetunion 1991
Die Zeit der Großen
Koalition 1966 - 1969
Die Ära Brandt (1969 - 1974)
Die Kanzlerschaft Helmut
Schmidts (1974 - 1982)
Die Kanzlerschaft Helmut
Kohls von 1982 bis 1987
Die Kanzlerschaft Helmut
Kohls von 1987 - 1989
Der Weg zur
Wiedervereinigung Deutschlands (Teil I: Die DDR von den siebziger Jahren
bis zum Fall der Mauer im Jahr 1989)
Vom Fall der Berliner
Mauer bis zur deutschen Einheit (1989 - 1990)
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Geschichte
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Neuordnung
Deutschlands Europa 1815
- 1830
Literaturhinweise
Württemberg 1806 - 1850
Köngen 1806 - 1850 (exemplarisch für ein Dorf)
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Der Wiener Kongress 1814/1815
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- Im Krieg gegen Frankreich waren England,
Russland, Österreich und Preußen als Sieger hervorgegangen.
Schon 1814 tritt der Wiener Kongress zusammen, um die
nach dem Sturz Napoleons und dem Zusammenbruch seines Empire
notwendige Erneuerung der politischen Landkarte
Europas durchzuführen. Geändert hatten sich als Folge der
Französischen Revolution die Verhältnisse
im Innern
der einzelnen europäischen Staaten. Den führenden
Staatsmännern auf dem Kongress ging es darum, eine
gemeinsame Position gegen die aufkeimenden
liberalen und
nationalen Bewegungen in den Ländern zu beziehen.
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- Gemeinsame Ziele der Siegermächte
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- Ordnung der internationalen Beziehungen
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- Die
Gleichgewichtspolitik des 18.
Jahrhunderts, die jeden Versuch eines
Staates, eine hegemoniale Stellung in
Europa zu erreichen, verhindern wollte,
jedoch das Machtstreben
eines jeden
Staaten billigte, hatte keineswegs zu einer
stabilen Staatenordnung geführt.
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Während
des "Ancien Régime"
hatte es
lediglich bilaterale Beziehungen
zwischen den Staaten gegeben. Nach
Erreichung des Bündniszweckes wurden die
Beziehungen meistens wieder aufgelöst.
Eine Leitidee oder
gemeinsame
Ziele von mehreren Staaten, die über
Machtvorstellungen hinausgingen, gab es
nicht. Der Krieg galt als Fortsetzung
der Politik. |
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- Durch die vielen Kriege
waren den einzelnen
Staaten großer Schaden zugefügt worden. Nach
den Napoleonischen Kriegen trat ein Zustand
der Besinnung ein. Eine
Veränderung der
politischen Mentalität zeichnete sich
ab. Schon gegen Ende des Kampfes gegen
Napoleon hatten die späteren Siegermächte
erfolgreich zusammengearbeitet. Von einem
Ziel, die Zustände vor 1792 bzw. vor 1803
wieder herzustellen, konnte, was die
internationalen Beziehungen betrifft, nicht
die Rede sein. Die
Schaffung eines
politischen und militärischen Gleichgewichts
blieb weiterhin ein Ziel der
europäischen Großmächte.
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Kein
Staat sollte mehr versuchen können, eine
Hegemonie über die anderen Staaten zu
errichten, wie es Frankreich unter
Napoleon getan hatte. Die Vorstellung
eines gemeinschaftlichen Vorgehens
von Staaten zur Friedenswahrung und
zur Konfliktregelung, d.h. die Bindung
der Staaten an
multilaterale Verträge,
war jedoch grundsätzlich neu.
Machtpolitik sollte weiterhin
möglich sein, allerdings unter dem
Gedanken, das politische Gleichgewicht
der Großmächte zu wahren. |
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- Dem
Gottesgnadentum
der Herrscher stand die Forderung der
Bürger nach Volkssouveränität
gegenüber. Die Herrscher wollten liberale
Veränderungen des monarchischen Prinzips und
Nationalstaatsbewegungen mit Gewalt
unterdrücken. Dabei wollten sie
solidarisch
vorgehen. (Eine Ausnahme
bildete Großbritannien: dort herrschte ein
parlamentarisches System, d.h., die
Regierung war vom Parlament abhängig.)
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- Liberalismus
(Drang der Bürger nach Mitbestimmung!) und
die Bildung von Nationalstaaten
(Zusammengehörigkeitsgefühl von Bürgern!)
waren miteinander verknüpft. Die
Nationalstaatsbewegung, die den
Obrigkeitsstaat abzulösen versuchte, barg
das Potential zur radikalen Umformung der
Staatenordnung
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- Ziele der einzelnen Großmächte
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- England:
Verhinderung sowohl eines neuen Aufschwungs
Frankreichs als auch einer territorialen Ausdehnung
Russlands nach Westen. Die
'Österreichischen
Niederlande' (Flandern) sollten nicht in die
Hände einer europäischen Kontinentalmacht geraten.
Sicherung der Weltmachtstellung auf dem Meer.
Vertreter auf dem Wiener Kongress war der
Außenminister Robert Stewart
Castlereagh.
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- Österreich:
Ausweitung der Macht in Italien.
Bereit dafür auf die 'Österreichischen
Niederlande' und Gebiete im Südwesten
Deutschlands zu verzichten. Zurückdrängung des
Liberalismus und der Nationalstaatsbewegungen (Sorge
um den Zusammenhalt des Vielvölkerstaates).
Vertreter war Klemens Wenzel Fürst Metternich.
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Klemens Wenzel Lothar Fürst
von Metternich (*1773, †1859)
von 1810 bis 1848
österreichischer Staatskanzler
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- Russland:
Zar Alexander I. erstrebte die
Gebiete des von Napoleon errichteten Herzogtums
Warschau, die von 1793 bzw. 1795 bis 1806 zu Preußen
gehört hatten. Dieser Anspruch Russlands war im 'Ersten
Frieden von Paris' nicht behandelt worden.
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Der Zar wollte
ein autonomes Königreich Polen, das in
Personalunion mit Russland verbunden war. Polen
sollte für Alexander I. als Experimentierfeld
für soziale Reformen und für eine
konstitutionelle Monarchie dienen. Dies
bedeutete eine Herausforderung für Österreich,
das eine Sogwirkung auf das eigenes Territorium
befürchtete (Bürgerrechte,
Nationalstaatsbewegung). Widerstand kam auch aus
England. Die Einheit der Siegermächte war
gefährdet. |
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- Preußen
beabsichtigte, das ganze
Königreich Sachsen
zu annektieren. Vertreter beim Wiener Kongress waren
die Staatsmänner Karl August von Hardenberg
und Wilhelm von Humboldt.
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Karl August
Fürst von Hardenberg (*1750, †1822)
von 1810 bis 1822 preußischer
Staatskanzler
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Der sächsische
König hatte bis 1813 auf der Seite Napoleons
gestanden, gehörte also zu den Verlierern des
Krieges. Sachsen wurde nun Objekt der Politik. -
Sachsen war zu dieser Zeit in der
Industrialisierung weit mehr fortgeschritten als
Preußen. Von dem Erwerb Sachsens erhoffte sich
Preußen ein Übergewicht in Deutschland. |
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- Frankreich
will auch nach seiner Niederlage
Großmacht bleiben. Vertreter Frankreichs am Wiener
Kongress ist Charles Maurice de Talleyrand.
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Charles Maurice de
Talleyrand (*1754, 1838)
1797 - 1807 und 1815
französischer Außenminister; 1830 - 1834
Botschafter Frankreichs in London
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- Bündnisse unter den Großmächten
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- Preußen
und Russland
hatten schon vor Beginn des
Krieges vereinbart, dass Russland die preußischen
Gebiete der zweiten und dritten polnischen Teilung -
außer dem für Preußen notwendigen Verbindungsland
zwischen Schlesien und Westpreußen - erhalten solle.
Preußen sollte mit Sachsen und norddeutschen
Territorien
entschädigt werden.
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Bei einer
Unterstützung der österreichischen Interessen
wäre die Aussicht Preußens, ganz Sachsen zu
erwerben, viel größer gewesen. Die preußischen
Politiker v. Hardenberg und
v.
Humboldt rieten König
Friedrich Wilhelm
III. zu einem Arrangement mit Österreich.
Dieser dachte in diesem Fall nicht
machtpolitisch, sondern war von dem Gefühl der
Dankbarkeit gegenüber Russland beherrscht
(1806 war Preußen zur Disposition gesetzt und
war allein durch Russland gerettet worden.) So
konnte er sich dem Werben des Zaren nicht
entziehen. |
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- Österreich
widerspricht sowohl dem Vordringen Russlands in
Polen als auch dem
Erwerb Sachsens durch
Preußen. Sachsen sollte als Pufferstaat zwischen
Österreich und Preußen erhalten bleiben. Außerdem
sollte eine Verschiebung des politischen und
wirtschaftlichen Gleichgewichts in Deutschland
zugunsten Preußens verhindert werden.
England,
ebenfalls in Sorge um das Anwachsen der
Machtstellung Russlands, schließt sich Österreich
an. Am 3.1.1815 kommt es zu einem
Bündnis
zwischen Österreich und England, bei dem man
sich für den Fall eines Krieges gegenseitige
militärische Unterstützung zusichert. Frankreich
wird in einem Geheimabkommen Partner dieser Allianz.
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Bei dem Streit um
die sächsische Frage gelang es
Talleyrand
durch seine Parteinahme für England und
Österreich gegen Preußen, das
besiegte
Frankreich aus der diplomatischen Isolierung
herauszuführen und ihm die Rolle einer
bestimmenden Macht zuzuweisen. |
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- Territoriale Veränderungen
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- Russland
gelang es - ohne
kriegerische Auseinandersetzung - seine Ansprüche
auf einen Großteil des Herzogtums Warschau
durchzusetzen. Mit der Bildung einer Gegenallianz
(Österreich, England, Frankreich), also dem
klassischen Mittel der Gleichgewichtspolitik, war
Russland, nicht zu beeindrucken gewesen.
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- Der Wiener Kongress machte die
Bestrebungen der ehemaligen Reichsfürsten,
die ihre Territorien eingebüßt hatten, auf
Wiederherstellung ihrer Herrschaften zunichte. Auch
die geistlichen Fürstentümer sowie die
ehemaligen Reichsstädte wurden nicht wieder
hergestellt, ausgenommen die Freien Städte Bremen,
Hamburg, Lübeck und Frankfurt.
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Die Republiken
Venedig und Genua wurden aufgelöst. Dagegen
erhielten das Königreich Neapel,
Sardinien-Piemont, Toskana, Modena, Parma und
der Kirchenstaat, Kurhessen, Braunschweig,
Oldenburg, Hannover und die Hansestädte ihre
früheren Regierungen zurück, ebenso Spanien und
Portugal, in verfassungsmäßig etwas veränderter
Form die Niederlande und die Schweiz. |
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- Österreich
tritt Belgien an die Niederlande ab und überlässt
den Breisgau sowie das benachbarte Gebiet an Baden
und Württemberg. Dafür erhält es seine alten Gebiete
zurück: Tirol, Vorarlberg, Kärnten, Krain, Triest,
Galizien, Mailand, Venedig, Salzburg und das
Innviertel.
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Das
'Königreich der Vereinigten Niederlande'
(Niederlande und Belgien) sollte für England die
Funktion eines Pufferstaates gegenüber
Frankreich haben. Österreich wird zur
dominierenden Macht in Italien. Die
italienischen Besitzungen schlossen sich an die
Hauptmasse der Länder an. Die geographische
Zusammenfassung wurde mit einer Verstärkung des
internationalen Charakters der österreichischen
Monarchie erkauft. |
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- Preußen
überlässt an Russland die polnischen Gebiete aus der
dritten Teilung Polens. Dafür erhält es:
Schwedisch-Pommern mit Rügen, die Rheinprovinz
(Trier, Köln, Aachen, Jülich und Berg), Westfalen
und fast die Hälfte des Königreichs Sachsen.
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- Schweden erhält für die
Abtretung Vorpommerns an Preußen eine
Entschädigung durch das bisher mit Dänemark
in Personalunion stehende Norwegen. Die
Dänen erhalten die norwegischen Beilande
Island, Grönland und Färöer.
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- Preußen wurde durch die
territoriale Regelung des Wiener Kongresses
ein fast ausschließlich deutscher Staat. Die
fortdauernde Zersplitterung seines Besitzes
war Anlass für spätere Eroberungen in
Norddeutschland. Großbritannien sieht in dem
mächtiger gewordenen Schweden ein Bollwerk
gegen Russland.
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- Frankreich
erhielt seinen Besitzstand von 1792 zurück. Die
Bourbonen wurden wieder eingesetzt.
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Keine Rache oder
Strafe der Siegermächte!
Stabilität und
Gleichgewicht
standen beim Wiener
Kongress im Mittelpunkt! |
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Wiener Kongress
Europa 1815 - 1830
Literaturhinweise
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Die Neuordnung Deutschlands
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- Die Situation in Deutschland um 1815
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- Nach dem Wiener Kongress waren
von den nahezu 300 Reichsständen des alten Deutschen
Reiches (vor 1803) nur noch einundvierzig Staaten
(unter ihnen vier Freie Städte) übrig geblieben.
Großmächte waren Österreich und Preußen.
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- Bayern, Württemberg, Baden und
Hessen-Darmstadt hatten ihre Territorien stark
vergrößern können.
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- Österreich und seine
Verbündeten hatten den ehemaligen
Mitgliedern des Rheinbundes vor deren Abfall
von Napoleon 1813 ihren bisherigen
Besitzstand und ihre Souveränität
garantiert.
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- Die Regierungen der
deutschen Mittelstaaten dachten - ebenso
wenig wie die der beiden Großmächte - nicht
daran, ihre Souveränität
zugunsten
einer deutschen Zentralregierung beschneiden
zu lassen.
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- Liberale und nationale Strömungen
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- Die Interessen Frankreichs, Großbritanniens und
Russlands
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- Im Rahmen der Ziele des Wiener
Kongresses (Mächtegleichgewicht und Friedenswahrung)
sollte Deutschland eine Vereinigung von Staaten
darstellen, die einerseits zu stark war, um von
Frankreich angegriffen werden zu können,
andererseits zu schwach, um eine Bedrohung für die
Nachbarn zu sein. Zugleich sollte eine Vereinigung
der deutschen Staaten in der Lage sein, sich bei
einem Angriff eines anderen Staates zu verteidigen.
Die Absicht Österreichs, das
"alte Reich"
nicht wieder herzustellen, kam dem Interesse
Frankreichs, Großbritanniens und Russlands entgegen.
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Ein
Zusammenschluss von deutschen Staaten in der
Form eines lockeren Staatenverbandes sollte ein
Glied des europäischen Staatensystems werden.
Großmächte wie England und Frankreich forderten
eine "Vormundschaft" über diesen Staatenverband
und ein Mitspracherecht bei der Beilegung
innerdeutscher Konfliktsituationen. |
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- Im
Innenverhältnis waren
den deutschen Staaten weit gehend
Gestaltungsmöglichkeiten über die
Form des
Zusammenschlusses gelassen. Im Beratungskomitée über
die Neuordnung Deutschlands waren Österreich,,
Preußen, Bayern, Württemberg und Hannover vertreten.
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- Die
Erneuerung des
habsburgischen Kaisertums und die
freiheitliche Ausgestaltung des
Verfassungslebens werden von Fürst
Metternich abgelehnt.
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Der
Wunsch der Patrioten, das
"alte
Reich" wieder herzustellen, war
durch Metternich dadurch vereitelt
worden, dass er schon vor Beendigung des
Krieges den Rheinbundfürsten ihren
Besitzstand und ihre Souveränität
garantiert hatte. Damit war zwar die
Anerkennung der Säkularisationen und
Mediatisierungen verbunden, aber die
Gründung eines Reiches war unmöglich
gemacht. |
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- Die nationale
Hochstimmung des Befreiungskrieges hatte den
Wunsch nach einer Neuorganisation
Deutschlands nach dem
Vorbild des
französischen Nationalstaates aufkommen
lassen. Fürst Metternich sah sowohl die
äußere Friedensordnung Europas als auch die
innere Friedensordnung der Staaten durch
Liberalismus und Nationalismus bedroht.
Nationale und konstitutionelle Ideen
gefährdeten für ihn vor allem den Bestand
des viele Nationalitäten umfassenden
habsburgischen Reiches.
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- Das
Anliegen Preußens
war es, die politische Vormacht nördlich des
Mains zu werden
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- Im Juli 1814 legte
Preußen einen Verfassungsentwurf vor, in dem
eine starke Kontrolle der beiden Großmächte
über die mittleren Staaten vorgesehen war.
In der Auseinandersetzung mit Österreich
musste Preußen dieses 'Maximalprogramm'
zurücknehmen.
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- Nur wenige
mittlere Länder
wollten ein starkes Deutschland. Bayern und
Württemberg wollten nur wenig von ihrer Souveränität
abgeben.
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- Der Deutsche Bund wurde auf Grund
der "Wiener Bundesakte vom 8. Juli 1815"
gegründet. Es war ein völkerrechtlicher Bund mit 41
Mitgliedern, davon 37 erblichen Fürstentümern. -
ein Diktat europäischer Staatsräson.
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- Durch die
Bundesakte
erhielten die auswärtigen Großmächte
eine "Vormundschaft" über den
Deutschen Bund. Jede Verfassungsänderung
musste künftig von Großbritannien,
Frankreich, Russland, Schweden, Spanien und
Portugal genehmigt werden.
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- Der Kaiser von Österreich
und der König von Preußen traten dem Bund
nur mit denjenigen Ländern bei, die
ursprünglich zum Heiligen Römischen Reich
deutscher Nation gehört hatten. So waren zum
Beispiel Ungarn und Ostpreußen nicht Teil
des Deutschen Bundes. Andererseits war
Hannover in Personalunion mit England
verbunden. Die Folge war, dass der englische
König zugleich deutscher Bundesfürst war.
Der dänische König war auch Herzog von
Holstein.
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- Die Staaten bildeten
weder einen Bundesstaat (der eine deutsche
Einigung vorausgesetzt hätte), noch einen
Staatenbund (der eine verbindliche
Verfassung benötigt hätte), sondern nur
einen lockeren Staatenverband ohne
eigenes Staatsoberhaupt. Die Souveränität
blieb bei den Fürsten und den Senaten der
Freien Städte.
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- Der
Zweck des Deutschen Bundes
war "die Erhaltung der äußeren und inneren
Sicherheit Deutschlands, die Unabhängigkeit und
Unverletzlichkeit der deutschen Staaten".
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Die zentrale
Aufgabe des Deutschen Bundes lag auf dem Gebiet
der Sicherheitspolitik. Alle Bundesmitglieder
waren sich einig, dass der Bund eine
Verteidigungsunion sein sollte. Der Bund
sollte als Einheit auftreten und Beschlüsse für
das Bundesgebiet fassen. |
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- Der Deutsche Bund besaß mit der
Bundesversammlung nur ein gemeinsames
Verfassungsorgan in Frankfurt. Die Bundesversammlung
war kein Parlament, sondern ein
Gesandtenkongress,
in den jeder deutsche Bundesstaat seine
weisungsgebundenen Gesandten schickte. Die Anzahl
der Stimmen eines Landes richten sich nach dessen
Größe. Den Vorsitz führte Österreich.
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Die
Bundesversammlung
konnte in zweifacher Form
zusammentreten. Im 'Engeren Rat' wurden
die politischen Vorlagen ausgearbeitet. Dabei
hatten die sechs Königreiche und die fünf
Großherzogtümer zusammen elf von insgesamt
siebzehn Stimmen. Im
Plenum waren alle
41 Mitgliedstaaten vertreten. Die Stimmrechte
waren so verteilt, dass eine Majorisierung durch
die großen Staaten nicht möglich war. Für
Grundsatzentscheidungen war Einstimmigkeit
vorgesehen. |
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- Artikel 19 der Bundesakte
lieferte einen vagen Hinweis auf eine zukünftige
wirtschaftliche Einheit, und Artikel 10 versprach
"organische Einrichtungen", die der Bund alsbald
einzurichten gedenke. In Artikel 18 wurde den
Deutschen ein - zukünftiges - Recht auf
Freizügigkeit, also auf freie Wahl des Wohnorts,
garantiert.
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- In Artikel 13 der Bundesakte
werden für die Bundesstaaten
landständische
Verfassungen in Aussicht gestellt.
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- Metternichs Haltung in
dieser Frage wurde durch die Rücksicht auf
die Mediatisierten bestimmt, denen er durch
den erblichen Sitz in den Landständen eine
Entschädigung für den Verlust ihrer
bisherigen politischen Stellung verschaffen
wollte.
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- Zwischen 1814 und 1820
entstanden aufgrund fürstlicher Initiative
neue Verfassungen in fast allen deutschen
Staaten (Bayern und Baden 1818, Württemberg
1819). Eine neue Verfassung diente vor allem
der Integration der einzelnen regionalen
Gebiete eines Fürstentums. Kein Gedanke an
Volkssouveränität!
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Wiener
Kongress
Neuordnung Deutschlands
Literaturhinweise
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Europa 1815 - 1830
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- Nach der
Rückkehr Napoleons
nach Frankreich im März 1815 war die Herrschaft der
Bourbonen zusammengebrochen. Nur die Allianz der
Siegermächte konnte den Bourbonen helfen,
zurückzukehren. Durch den Kampf gegen Napoleon
wurden die alten Allianzstrukturen sowie der
Allianzgeist der Befreiungskriege revitalisiert.
Durch das Einrichten von Institutionen sollte
das Bündnis gefestigt werden.
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- Auf Veranlassung des
Zaren
Alexander I. wird am 26.9.1815 zwischen
Russland, Österreich (Kaiser Franz I.) und Preußen
(Friedrich Wilhelm III.) die
'Heilige Allianz'
geschlossen. Die Staaten sollen nach den
"Grundsätzen des Christentums, der Gerechtigkeit und
der Liebe" geleitet werden. Das christliche
Friedensgebot sollte als Richtschnur
außenpolitischen Handelns dienen.
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Alexander I. (*1777,
†1825), russischer Zar von 1801 bis
1825
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Vielfach wird in
Geschichtsbüchern kritisiert, dass die Berufung
auf das Christentum nur eine
vorgeschobene
Fassade für eine
kalte Machtsicherung
sei. Doch nach dem Ende der Befreiungskriege
war es zu einer Wiederbelebung christlicher
Frömmigkeit gekommen. Zar Alexander I. war ein
gläubiger Christ und hatte ernsthafte Absichten,
den Krieg durch die Zerstörung seiner Wurzeln
auszurotten. |
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- Die Außenpolitik der 'Heiligen Allianz'
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- Im
Zweiten Pariser Frieden
(20. November 1815) werden die Bourbonen wieder
eingesetzt.
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Insgesamt
glimpfliche Einbußen für Frankreich. Saarlouis
fällt an Preußen, kleine Teile im Süden
Frankreichs (z.B. Nizza) fallen an das
italienische Fürstentum Sardinien-Piemont.
Frankreich musste eine Kriegsentschädigung
bezahlen. |
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- Ergreifen von
gemeinsamen
militärischen Sicherheitsvorkehrungen gegenüber
Frankreich, so die Besetzung der Grenzgebiete
durch preußische und russische Verbände.
Gemeinsamer Befehlshaber war der
Herzog von
Wellington (Großbritannien).
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Durch die
gemeinsame Organisation wurde auch die
Qualität der Zusammenarbeit gefördert. Die
Gleichgewichtspolitik alten Stils hatte
ausgespielt! Eine gemeinsame Besetzung durch
mehrere Staaten hatte es bis dahin nicht
gegeben. |
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- Einrichten eines
politischen
Kollektivorgans. Die
Botschafter
Österreichs, Russlands, Preußens und Englands
sollten auf der zivilen Ebene die politischen
Vorgänge überwachen und auch als Vermittlungsinstanz
dienen. Sie sollten sich regelmäßig treffen.
Strittige Fragen wurden - auch wenn sie nicht
Frankreich betrafen - auf diese
Botschafterkonferenzen übertragen.
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Mit diesem
Verhalten der Siegermächte wurde
außenpolitisches Neuland
betreten. Eine
Diplomatie im Frieden gab es bis dahin nicht! |
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- Zweck der
Quadrupelallianz
(am 20. November 1815 war auch England dem Bündnis
beigetreten) war, präventive Maßnahmen
gegenüber Frankreich zu ergreifen, aber auch, alles
zu tun, was der Aufrechterhaltung des Friedens
dient. Konflikte sollen friedlich eingedämmt werden.
An die Stelle der informellen Konfliktregelung
sollte eine Institutionalisierung
treten. Der
Zar will eine Sicherheitspartnerschaft in ganz
Europa, d.h. eine europäische Sicherheitsstruktur.
Die neuen Regelungen wurden am 20. November 1815
vertraglich festgelegt.
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- Liberale und nationale Bewegungen
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- Ziel des
Liberalismus
ist
es, die Menschen von unnötigen Bindungen zu befreien
und eine möglichst große Freiheit im staatlichen und
gesellschaftlichen Leben zu erreichen. Jeder Mensch
soll seine Fähigkeiten ungehindert entwickeln und -
so die Auffassung der Liberalen - mit seinem eigenen
Nutzen zugleich dem allgemeinen Fortschritt am
besten dienen.
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- Die Liberalen fordern einen
Verfassungsstaat
(d.h. einen Staat, in dem die
Verteilung von Rechten und Pflichten zwischen Fürst
und Parlament durch die Verfassung geregelt sind).
Der Liberalismus hatte 1789 in Frankreich die
politische Macht gewonnen und erregte damit
ungeheuren Eindruck in ganz Europa.
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- Bis 1830 verband sich der
Liberalismus mit dem Nationalismus.
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- Der Nationalismus
entsprach im 18. Jahrhundert ganz
unmittelbar sozialen Tatbeständen und
Bedürfnissen. Einige Elemente des
Nationalismus gehören zu den
ursprünglichsten Gefühlen der Menschen,
nämlich den Geburtsort oder den Ort der
Kindheit besonders zu lieben, eine Vorliebe
für die Muttersprache und für einheimische
Sitten und Gebräuche, schließlich auf die
eigene Lebensweise stolz zu sein, anderen
Lebensarten mit Misstrauen zu begegnen.
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- An der Wende vom 18. zum
19. Jahrhundert war die
Politisierung
breiterer Kreise der Bevölkerung
so weit
fortgeschritten, dass das Nationalgefühl
reflektiert und ideologisch fundiert wurde.
In der Zeit des Absolutismus hatten
die Fürsten den modernen Staat und damit das
'Gefäß' für den Nationalismus geschaffen. In
Deutschland hatte der Nationalismus
anti-französische Züge; das Bewusstsein der
Andersartigkeit verband sich mit deutschem
Sendungsbewusstsein (Jakob Fichte 1808: "An
deutschem Wesen soll die Welt genesen.").
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- Die Solidarität der Fürsten
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- In Europa sucht die Heilige
Allianz jede liberale und nationale Bewegung
niederzuhalten. Der 1815 erreichte Zustand soll
erhalten bleiben.
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- Gegenseitige Verpflichtung der
Großmächte, gemeinsam gegen revolutionäre
Bestrebungen vorzugehen. - Auf der
Konferenz in
Troppau (1820) setzte Russland - gegen
österreichische Interessen - die Anerkennung des
Prinzips der Intervention zur Wahrung der
internationalen und innerstaatlichen Ordnung durch.
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- Burschenschaften und Reaktion im Deutschen Bund
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- Die Burschenschaften entstanden
seit 1811 aus dem Geist des nationalen Widerstandes
gegen die französische Besatzung: Ihre Zielsetzung
war die politische Einigung Deutschlands.
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Die
Burschenschaften traten teilweise an die Stelle
der herkömmlichen Verbindungen auf der Grundlage
von Landsmannschaften. In ihrer politischen
Ausrichtung waren sie jedoch nicht einheitlich
liberal. |
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- Das
Wartburgfest am 18.
Oktober 1817 ist die erste politische Kundgebung,
die gesamtdeutsch orientiert war. Sie wird zum
Signal der Nationalbewegung.
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Die Tagesstunden
verstrichen mit gemäßigten Festansprachen, in
denen vor etwa 500 Teilnehmern der Gedanke der
nationalen Einheit beschworen wurde. Am Abend
ging eine radikalere Minderheit dazu über,
symbolische Bücherverbrennungen vorzunehmen
(Schriften von Karl Ludwig von Haller und August
von Kotzebue sowie jüdischer Aufklärer aber auch
den 'Code Napoléon') |
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- Am 18. Oktober 1818 wird in Jena
die 'Allgemeine Deutsche Burschenschaft' als
Gesamtvereinigung der Burschenschaften in den
Einzelstaaten gegründet. Ein Forderungskatalog des
Liberalismus wird aufgestellt.
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- Am 23. März 1819 wird der
deutsche Schriftsteller und russische Staatsrat
August von Kotzebue durch den Erlanger
Theologiestudenten Carl Ludwig Sand ermordet.
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Unter dem
Einfluss des Gießener Professor Karl Follen war
Karl Ludwig Sand von der Idee besessen, einen
politischen Gegner töten und dafür den Opfertod
auf sich nehmen zu müssen. Kotzebue wählte er
aus, weil dieser über die Burschenschaften
gespottet hatte.
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Carl Ludwig Sand
(1795 - 1820 hingerichtet)
Unter dem Bild steht:
Carl Ludwig Sand,
enthauptet zu Mannheim am 20. May 1820.
Zu Mannheim im Gefängnis nach dem Leben
gezeichnet. Mossbrugger.
Bildquelle: Archiv Dr.
Hermann Sand, München
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- Für den österreichischen
Staatskanzler Fürst von Metternich bot der Mord an
Kotzebue den Vorwand, die liberale Bewegung
mit
staatlichen Mitteln anzugehen. Die Einführung
landständischer Verfassungen sollte mit
Bundeskompetenz gestoppt werden.
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- In der
Teplitzer Punktation
vom 1. August 1819 einigten sich die führenden
Staatsmänner Österreichs und Preußens auf massive
Zensur- und Überwachungsmaßnahmen. Auf diese Linie
schwenkten dann in den Karlsbader Beschlüssen auch
die Vertreter von acht weiteren deutschen Staaten
ein.
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- Die
Karlsbader Beschlüsse
werden vom Bundestag bestätigt: Vorzensur für
Zeitungen, Verbot der Burschenschaften, Entlassung
"revolutionär" gesinnter Lehrkräfte, Überwachung der
Universitäten. In Mainz wird eine
'Zentraluntersuchungskommission' des Deutschen
Bundes eingesetzt. Die Wiener Schlussakte von 1820
legte die Einzelstaaten auf das "Monarchische
Prinzip" fest. Die liberalen Bundestagsgesandten
wurden bis 1823 aus dem Bundestag in Frankfurt
entfernt.
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- Das Ende der preußischen Reformen
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- Friedrich Wilhelm III. von
Preußen führt die
Karlsbader Beschlüsse in seinem Land nicht nur
gewissenhaft durch, sondern überbietet sogar
Österreich in der Verfolgung aller 'Demagogen'. Auch
die Durchführung der Reformen wird jetzt
eingestellt, die Reformgesetze werden zum Teil
rückgängig gemacht. Von einer Wiederherstellung der
Zustände, wie sie vor dem Zusammenbruch Preußens
1806 bestanden hatten, konnte keine Rede sein.
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Friedrich
Wilhelm III. (*1770, †1840),
König von
Preußen 1797-1840 |
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- 1822 wird durch die Einführung
von Provinzialständen jeder Aussicht auf eine
Volksvertretung ein Ende gemacht.
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- Liberale und nationale Bewegungen in Spanien
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- 1814 wird
König Ferdinand VII.
wieder in seine alten Funktionen eingesetzt. Er
strebt die Wiederkehr der absolutistischen
Herrschaft an.
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- Im Januar 1820 entzündet sich die
Revolution in Cadiz. Zunächst ist es ein
Militärputsch unter der Leitung eines Majors
(Raphael Diego). Andere unzufriedene Schichten - so
zum Beispiel die kleinen Landbesitzer - schließen
sich dem Aufstand an.
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- Die verfassungsgebende
Versammlung tagte unter dem Schutz der englischen
Flotte. Der König wird gezwungen, einen Eid auf eine
extrem liberale Verfassung abzulegen (Wahl ohne
Zensus, König kann Parlament nicht auflösen, kein
Vertretungsorgan der Oberschicht, nur suspensives
Veto für den König u.a.).
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- 1823 beauftragt die 'Heilige
Allianz' Frankreich mit der militärischen
Intervention in Spanien. Der Aufstand wird
niedergeschlagen, Ferdinand VII. wieder eingesetzt.
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1820 war nur
Russland für eine Intervention in Spanien
eingetreten. Zar Alexander I. war an sich kein
Gegner eines Verfassungsstaates, trat jedoch für
eine austarierte Aufgabenverteilung zwischen
König und Parlament ein. Die Verfassung sollte
außerdem nur von oben vergeben werden.
Metternich denkt machtpolitisch: Er stellt sich
gegen eine Intervention Russlands, weil er
befürchtet, dass es sich in Westeuropa
festsetzt. Auch England
widersetzt sich
dem Zaren: Es will nur eingreifen, wenn die
Gefahr einer Infiltration revolutionärer Ideen
in das eigene Land besteht. Außerdem will
es seine nationale Souveränität wahren. 1823
wird Frankreich mit der Intervention
beauftragt. |
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- Revolutionäre Bewegungen in Italien
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- Wie in Spanien herrscht im
Königreich Sizilien-Neapel (Königreich beider
Sizilien) der Fürst absolut. Der Monarch ist träge
und lässt die Regierungsgeschäfte schleifen.
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- Im Unterschied zu Spanien hatte
sich in Italien ein konspirativer Geheimbund
(Carbonari) gebildet, der auch das Militär
unterwanderte. Im Juli 1820 kommt es zum Aufstand
des Militärs. Weitere Gesellschaftsgruppen schließen
sich an. Die Aufständischen setzen eine
radikal-liberale Verfassung nach spanischem Vorbild
durch (Cortes-Verfassung).
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- Österreich sieht seine
Hegemonialstellung in Italien bedroht.1821
beschließt die Allianz die Intervention durch
Österreich. Der Aufstand wird niedergeschlagen, die
alten Zustände wieder hergestellt.
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- Der griechische Befreiungskampf (1821 - 1829)
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- Die von der Französischen
Revolution ausgehenden liberal-nationalen Ideen
und die zunehmende innere
Schwäche des
Osmanischen Reiches entfachten 1821 den
Befreiungskampf der Griechen gegen die türkische
Herrschaft.
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- 1822 erklärt Griechenland seine
Unabhängigkeit von der Türkei. In Epidauros tritt
ein Nationalkongress zusammen. In ganz Europa
entsteht ein große Griechenbegeisterung
(Philhellenismus).
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- Österreich unter
der Führung von Fürst Metternich fordert
eine Intervention zugunsten der Türkei. Er
befürchtet, dass die nationalen und
freiheitlichen Ziele der Griechen Vorbild
für die vielen Völkerschaften in seinem
eigenen Land sein könnten. In
Russland
setzten sich machtpolitische Interessen
durch, die auf eine Zerschlagung der Türkei
und auf eine russische Vormachtstellung
über die Meerengen hinausliefen.
England
unterstützte ebenfalls die griechischen
Freiheitskämpfer, um Russland von den
Meerengen fernzuhalten. Dem
russisch-englischen Zweckbündnis schloss
sich Frankreich an.
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- Österreich und
Russland ringen im stillen miteinander
um die Donaumündung und die Macht auf dem
Balkan, Russland und England
um den
Bosporus und die Dardanellen. Die
Machtpolitik setzte sich durch, die
Heilige Allianz mit ihren christlichen
Prinzipien zerbrach.
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- 1824: Die Türken werden in ihrem
Kampf gegen die aufständischen Griechen von den
Ägyptern unterstützt. 1826 erobern
türkisch-ägyptische Truppen
Missolunghi,
einen Hauptstützpunkt der Griechen.
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- 1827 greifen die europäischen
Großmächte Frankreich, England und Russland in den
griechischen Unabhängigkeitskrieg ein. In der
Seeschlacht im Golf von Navarino wird die
türkisch-ägyptische Flotte völlig zerstört.
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Die gemeinsame
Aktion Frankreichs, Englands und Russlands war
nur deshalb zustande gekommen, weil sich diese
Staaten gegenseitig misstrauten. Jeder Staat
befürchtete, dass ein anderer Staat die Dominanz
im Vorderen Orient anzustreben versuche. |
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- 1828
Frankreich greift
unmittelbar in den griechischen Unabhängigkeitskrieg
ein. Französische Truppen landen in Morea. Zwischen
Russland und der Türkei bricht ein Krieg aus. Die
Russen dringen im Kaukasus und in Rumelien vor.
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- 1829: Der
russisch-türkische
Krieg wird durch den
Frieden von Adrianopel
beendet. Die Russen erhalten fast das ganze
Donaudelta und Teile von Armenien. Gleichzeitig
erklärt sich die Türkei bereit, die Unabhängigkeit
Griechenlands zu akzeptieren.
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Nebenbei bemerkt:
Am 19. Januar 1829 hebt sich im Braunschweiger
Hoftheater der Vorhang zur Uraufführung
des 'Faust' von Johann Wolfgang von Goethe.
Der Dichter selbst blieb diesem Ereignis ebenso
fern wie der Aufführung am Hoftheater zu Weimar
im folgenden Jahr.
1770 hatte Goethe mit der Arbeit am Faust
begonnen. Siebzehn Jahre später erschien eine
erste Fassung, später als Urfaust
bekannt, in der zunächst die
Gretchentragödie im Mittelpunkt stand und der
Pakt mit dem Teufel noch fehlte. Eine zweite,
erweiterte Fassung veröffentlichte der
Dichterfürst 1790 unter dem Titel 'Faust. Ein
Fragment'. In den folgenden 18 Jahren fügte
Goethe weitere Szenen hinzu und ließ sein wohl
bedeutendstes Werk als "Faust. Eine Tragödie" in
Druck gehen. Das gesamte Stück, einschließlich
des postum 1832 veröffentlichten zweiten Teils,
gelangte erst 1876 in Weimar zur Aufführung. |
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- Im
Londoner Protokoll
von
1830 wurde die Unabhängigkeit Griechenlands
anerkannt.
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| Wiener
Kongress Neuordnung Deutschlands
Europa 1815 - 1830
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Württemberg 1806 - 1850
Köngen 1806 - 1850 (exemplarisch für ein Dorf) |
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Allen
Schülern und Studenten, die gerade eine Prüfung zu bestehen
haben, wünschen wir viel Erfolg. Wir drücken auch die
Daumen für diejenigen, die eine Klausur schreiben müssen oder
eine Hausarbeit bzw. Referat anzufertigen haben. Hat Euch unsere
Seite bei der Vorbereitung oder bei der Informationssammlung
geholfen? Wir freuen uns über jeden Eintrag in
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der uns über eine erfolgreiche Nutzung unserer Homepage
berichtet. Selbstverständlich nehmen wir auch Hinweise und
Verbesserungsvorschläge entgegen.
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Literaturhinweise
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- Koch, Rainer: Deutsche Geschichte
1815-1848. Restauration oder Vormärz? Stuttgart 1985
- Langewiesche, Dieter: Europa
zwischen Restauration und Revolution 1815-1849 (Oldenbourg
Grundriss der Geschichte, Bd. 13). München 1993
- Wehler, Hans-Ulrich: Deutsche
Gesellschaftsgeschichte, Band2 (1815-1845). München 1987
- Simon, Heinz Joachim: Kotzebue:
Eine deutsche Geschichte (Fesselnd wird die dramatische
Lebensgeschichte des Attentäters Karl Ludwig Sand und der
Aufbruch der Jugend gegen Zensur und Fürstenwillkür
geschildert).
- Und hier ein
historischer Roman, der den Wiener Kongress mit
seinem politischen und gesellschaftlichen Umfeld
hervorragend beschreibt: Waldeck, R.G.:
Venus am
Abendhimmel. Talleyrands letzte Liebe. Rowohlt Taschenbuch
1996.
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Stand:
07. Jan. 2010
Copyright ©2009 Geschichts- und Kulturverein Köngen e.V.
Autor: Dieter Griesshaber |
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