Deutschland 1815 - 1830

 

 

 

 

 

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Die Welt des späten Mittelalters (1250 - 1400)

Das Ende der Luxemburger und der Aufstieg der Habsburger Kaiserdynastie (1400 - 1517)

Die Reformation von Luthers Anschlag der 95 Thesen bis zum Wormser Reichstag (1517 - 1521)

Der Dreißigjährige Krieg (1618 - 1648)

Vom Westfälischen Frieden (1648) bis zum Regierungsantritt Friedrichs des Großen (1740)

Der Aufstieg Preußens zur europäischen Großmacht (1740 - 1763)

Die Französische Revolution bis zum Ende der Diktatur Robespierres (1789 - 1794)

Deutschland in der Zeit der Französischen Revolution und der Herrschaft Napoleons (1789 - 1815)

 Restauration und Revolution (1815 - 1830)

Monarchie und Bürgertum (1830 - 1847)

Die Revolution von 1848/49

Von der gescheiterten Revolution 1848 bis zur Gründung des Deutschen Reiches 1871

Die Innen- und Außenpolitik Bismarcks (1871 - 1890)

Das Deutsche Kaiserreich von 1890 bis zum Ausbruch der Ersten Weltkriegs 1914

Die Industrielle Revolution in England und Deutschland (1780 - 1914)

Europäischer Kolonialismus und Imperialismus (1520 - 1914)

Der Erste Weltkrieg (1914 - 1918)

Der Weg zur Weimarer Republik 1918 - 1919

Der Kampf um die Staatsgewalt in der Weimarer Republik (1919 - 1933)

Die Machtübernahme der NSDAP und die Errichtung der Diktatur Hitlers (1933 - 1939)

Der Zweite Weltkrieg (1939 - 1945)

Der Weg in die Teilung Deutschlands (1945 - 1949)

Der Kalte Krieg: Vom Kriegsende 1945  bis zum Bau der Berliner Mauer 1961

Die Ära Adenauer (1949 - 1963)

Die Kanzlerschaft Ludwig Erhards 1963 - 1966

Kalter Krieg Teil 2: Von der Kubakrise 1962 bis zur Auflösung der Sowjetunion 1991

Die Zeit der Großen Koalition 1966 - 1969

Die Ära Brandt (1969 - 1974)

Die Kanzlerschaft Helmut Schmidts (1974 - 1982)

Die Kanzlerschaft Helmut Kohls von 1982 bis 1987

Die Kanzlerschaft Helmut Kohls von 1987 - 1989

Der Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands (Teil I: Die DDR von den siebziger Jahren bis zum Fall der Mauer im Jahr 1989)

Vom Fall der Berliner Mauer bis zur deutschen Einheit (1989 - 1990)

 

 

 
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 Neuordnung Deutschlands    Europa 1815 - 1830     Literaturhinweise     Württemberg 1806 - 1850     Köngen 1806 - 1850 (exemplarisch für ein Dorf)


Der Wiener Kongress 1814/1815


  • Im Krieg gegen Frankreich waren England, Russland, Österreich und Preußen als Sieger hervorgegangen. Schon 1814 tritt der Wiener Kongress zusammen, um die nach dem Sturz Napoleons und dem Zusammenbruch seines Empire notwendige Erneuerung der politischen Landkarte Europas durchzuführen. Geändert hatten sich als Folge der Französischen Revolution die Verhältnisse im Innern der einzelnen europäischen Staaten. Den führenden Staatsmännern auf dem Kongress ging es darum, eine gemeinsame Position gegen die aufkeimenden liberalen und nationalen Bewegungen in den Ländern zu beziehen.
  • Gemeinsame Ziele der Siegermächte
 
  • Ordnung der internationalen Beziehungen
 
  • Die Gleichgewichtspolitik des 18. Jahrhunderts, die jeden Versuch eines Staates, eine hegemoniale Stellung in Europa zu erreichen, verhindern wollte, jedoch das Machtstreben eines jeden Staaten billigte, hatte keineswegs zu einer stabilen Staatenordnung geführt.
  Während des "Ancien Régime" hatte es lediglich bilaterale Beziehungen zwischen den Staaten gegeben. Nach Erreichung des Bündniszweckes wurden die Beziehungen meistens wieder aufgelöst. Eine Leitidee oder gemeinsame Ziele von mehreren Staaten, die über Machtvorstellungen hinausgingen, gab es nicht. Der Krieg galt als Fortsetzung der Politik.
   
 
  • Durch die vielen Kriege waren den einzelnen Staaten großer Schaden zugefügt worden. Nach den Napoleonischen Kriegen trat ein Zustand der Besinnung ein. Eine Veränderung der politischen Mentalität zeichnete sich ab. Schon gegen Ende des Kampfes gegen Napoleon hatten die späteren Siegermächte erfolgreich zusammengearbeitet. Von einem Ziel, die Zustände vor 1792 bzw. vor 1803 wieder herzustellen, konnte, was die internationalen Beziehungen betrifft, nicht die Rede sein. Die Schaffung eines politischen und militärischen Gleichgewichts blieb weiterhin ein Ziel der europäischen Großmächte.
  Kein Staat sollte mehr versuchen können, eine Hegemonie über die anderen Staaten zu errichten, wie es Frankreich unter Napoleon getan hatte. Die Vorstellung eines gemeinschaftlichen Vorgehens von Staaten zur Friedenswahrung und zur Konfliktregelung, d.h. die Bindung der Staaten an multilaterale Verträge, war jedoch grundsätzlich neu. Machtpolitik sollte weiterhin möglich sein, allerdings unter dem Gedanken, das politische Gleichgewicht der Großmächte zu wahren.
   
 
  • Restauration im Innern
 
  • Dem Gottesgnadentum der Herrscher stand die Forderung der Bürger nach Volkssouveränität gegenüber. Die Herrscher wollten liberale Veränderungen des monarchischen Prinzips und Nationalstaatsbewegungen mit Gewalt unterdrücken. Dabei wollten sie solidarisch vorgehen. (Eine Ausnahme bildete Großbritannien: dort herrschte ein parlamentarisches System, d.h., die Regierung war vom Parlament abhängig.)
 
  • Liberalismus (Drang der Bürger nach Mitbestimmung!) und die Bildung von Nationalstaaten (Zusammengehörigkeitsgefühl von Bürgern!) waren miteinander verknüpft. Die Nationalstaatsbewegung, die den Obrigkeitsstaat abzulösen versuchte, barg das Potential zur radikalen Umformung der Staatenordnung
  • Ziele der einzelnen Großmächte
 
  • England: Verhinderung sowohl eines neuen Aufschwungs Frankreichs als auch einer territorialen Ausdehnung Russlands nach Westen. Die 'Österreichischen Niederlande' (Flandern) sollten nicht in die Hände einer europäischen Kontinentalmacht geraten. Sicherung der Weltmachtstellung auf dem Meer. Vertreter auf dem Wiener Kongress war der Außenminister Robert Stewart Castlereagh.
 
  • Österreich: Ausweitung der Macht in Italien. Bereit dafür auf die 'Österreichischen Niederlande' und Gebiete im Südwesten Deutschlands zu verzichten. Zurückdrängung des Liberalismus und der Nationalstaatsbewegungen (Sorge um den Zusammenhalt des Vielvölkerstaates). Vertreter war Klemens Wenzel Fürst Metternich.
 

 

 

Klemens Wenzel Lothar Fürst von Metternich (*1773, †1859)

von 1810 bis 1848 österreichischer Staatskanzler

 

 
       
 
  • Russland: Zar Alexander I. erstrebte die Gebiete des von Napoleon errichteten Herzogtums Warschau, die von 1793 bzw. 1795 bis 1806 zu Preußen gehört hatten. Dieser Anspruch Russlands war im 'Ersten Frieden von Paris' nicht behandelt worden.
  Der Zar wollte ein autonomes Königreich Polen, das in Personalunion mit Russland verbunden war. Polen sollte für Alexander I. als Experimentierfeld für soziale Reformen und für eine konstitutionelle Monarchie dienen. Dies bedeutete eine Herausforderung für Österreich, das eine Sogwirkung auf das eigenes Territorium befürchtete (Bürgerrechte, Nationalstaatsbewegung). Widerstand kam auch aus England. Die Einheit der Siegermächte war gefährdet.
   
 
  • Preußen beabsichtigte, das ganze Königreich Sachsen zu annektieren. Vertreter beim Wiener Kongress waren die Staatsmänner Karl August von Hardenberg und Wilhelm von Humboldt.

 

Karl August Fürst von Hardenberg (*1750, †1822)

von 1810 bis 1822 preußischer Staatskanzler

 
       
 
  Der sächsische König hatte bis 1813 auf der Seite Napoleons gestanden, gehörte also zu den Verlierern des Krieges. Sachsen wurde nun Objekt der Politik. - Sachsen war zu dieser Zeit in der Industrialisierung weit mehr fortgeschritten als Preußen. Von dem Erwerb Sachsens erhoffte sich Preußen ein Übergewicht in Deutschland.
   
 
  • Frankreich will auch nach seiner Niederlage Großmacht bleiben. Vertreter Frankreichs am Wiener Kongress ist Charles Maurice de Talleyrand.
 

 

 

Charles Maurice de Talleyrand  (*1754, 1838)

1797 - 1807 und 1815 französischer Außenminister; 1830 - 1834 Botschafter Frankreichs in London

 

 
       
  • Bündnisse unter den Großmächten
 
  • Preußen und Russland hatten schon vor Beginn des Krieges vereinbart, dass Russland die preußischen Gebiete der zweiten und dritten polnischen Teilung - außer dem für Preußen notwendigen Verbindungsland zwischen Schlesien und Westpreußen - erhalten solle. Preußen sollte mit Sachsen und norddeutschen Territorien entschädigt werden.
  Bei einer Unterstützung der österreichischen Interessen wäre die Aussicht Preußens, ganz Sachsen zu erwerben, viel größer gewesen. Die preußischen Politiker v. Hardenberg und v. Humboldt rieten König Friedrich Wilhelm III. zu einem Arrangement mit Österreich. Dieser dachte in diesem Fall nicht machtpolitisch, sondern war von dem Gefühl der Dankbarkeit gegenüber Russland beherrscht (1806 war Preußen zur Disposition gesetzt und war allein durch Russland gerettet worden.) So konnte er sich dem Werben des Zaren nicht entziehen.
   
 
  • Österreich widerspricht sowohl dem Vordringen Russlands in Polen als auch dem Erwerb Sachsens durch Preußen. Sachsen sollte als Pufferstaat zwischen Österreich und Preußen erhalten bleiben. Außerdem sollte eine Verschiebung des politischen und wirtschaftlichen Gleichgewichts in Deutschland zugunsten Preußens verhindert werden. England, ebenfalls in Sorge um das Anwachsen der Machtstellung Russlands, schließt sich Österreich an. Am 3.1.1815 kommt es zu einem Bündnis zwischen Österreich und England, bei dem man sich für den Fall eines Krieges gegenseitige militärische Unterstützung zusichert. Frankreich wird in einem Geheimabkommen Partner dieser Allianz.
  Bei dem Streit um die sächsische Frage gelang es Talleyrand durch seine Parteinahme für England und Österreich gegen Preußen, das besiegte Frankreich aus der diplomatischen Isolierung herauszuführen und ihm die Rolle einer bestimmenden Macht zuzuweisen.
   
  • Territoriale Veränderungen
 
  • Russland gelang es - ohne kriegerische Auseinandersetzung - seine Ansprüche auf einen Großteil des Herzogtums Warschau durchzusetzen. Mit der Bildung einer Gegenallianz (Österreich, England, Frankreich), also dem klassischen Mittel der Gleichgewichtspolitik, war Russland, nicht zu beeindrucken gewesen.
 
  • Der Wiener Kongress machte die Bestrebungen der ehemaligen Reichsfürsten, die ihre Territorien eingebüßt hatten, auf Wiederherstellung ihrer Herrschaften zunichte. Auch die geistlichen Fürstentümer sowie die ehemaligen Reichsstädte wurden nicht wieder hergestellt, ausgenommen die Freien Städte Bremen, Hamburg, Lübeck und Frankfurt.
  Die Republiken Venedig und Genua wurden aufgelöst. Dagegen erhielten das Königreich Neapel, Sardinien-Piemont, Toskana, Modena, Parma und der Kirchenstaat, Kurhessen, Braunschweig, Oldenburg, Hannover und die Hansestädte ihre früheren Regierungen zurück, ebenso Spanien und Portugal, in verfassungsmäßig etwas veränderter Form die Niederlande und die Schweiz.
   
 
  • Österreich tritt Belgien an die Niederlande ab und überlässt den Breisgau sowie das benachbarte Gebiet an Baden und Württemberg. Dafür erhält es seine alten Gebiete zurück: Tirol, Vorarlberg, Kärnten, Krain, Triest, Galizien, Mailand, Venedig, Salzburg und das Innviertel.
  Das 'Königreich der Vereinigten Niederlande' (Niederlande und Belgien) sollte für England die Funktion eines Pufferstaates gegenüber Frankreich haben.  Österreich wird zur dominierenden Macht in Italien. Die italienischen Besitzungen schlossen sich an die Hauptmasse der Länder an. Die geographische Zusammenfassung wurde mit einer Verstärkung des internationalen Charakters der österreichischen Monarchie erkauft.
   
 
  • Preußen überlässt an Russland die polnischen Gebiete aus der dritten Teilung Polens. Dafür erhält es: Schwedisch-Pommern mit Rügen, die Rheinprovinz (Trier, Köln, Aachen, Jülich und Berg), Westfalen  und fast die Hälfte des Königreichs Sachsen.
 
  • Schweden erhält für die Abtretung Vorpommerns an Preußen eine Entschädigung durch das bisher mit Dänemark in Personalunion stehende Norwegen. Die Dänen erhalten die norwegischen Beilande Island, Grönland und Färöer.
 
  • Preußen wurde durch die territoriale Regelung des Wiener Kongresses ein fast ausschließlich deutscher Staat. Die fortdauernde Zersplitterung seines Besitzes war Anlass für spätere Eroberungen in Norddeutschland. Großbritannien sieht in dem mächtiger gewordenen Schweden ein Bollwerk gegen Russland.
 
  • Frankreich erhielt seinen Besitzstand von 1792 zurück. Die Bourbonen wurden wieder eingesetzt.
  Keine Rache oder Strafe der Siegermächte! Stabilität und Gleichgewicht standen beim Wiener Kongress im Mittelpunkt!
   

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Die Neuordnung Deutschlands


  • Die Situation in Deutschland um 1815
 
  • Nach dem Wiener Kongress waren von den nahezu 300 Reichsständen des alten Deutschen Reiches (vor 1803) nur noch einundvierzig Staaten (unter ihnen vier Freie Städte) übrig geblieben. Großmächte waren Österreich und Preußen.
 
  • Bayern, Württemberg, Baden und Hessen-Darmstadt hatten ihre Territorien stark vergrößern können.
 
  • Österreich und seine Verbündeten hatten den ehemaligen Mitgliedern des Rheinbundes vor deren Abfall von Napoleon 1813 ihren bisherigen Besitzstand und ihre Souveränität garantiert.
 
  • Die Regierungen der deutschen Mittelstaaten dachten - ebenso wenig wie die der beiden Großmächte - nicht daran, ihre Souveränität zugunsten einer deutschen Zentralregierung beschneiden zu lassen.
 
  • Liberale und nationale Strömungen
  • Die Interessen Frankreichs, Großbritanniens und Russlands
 
  • Im Rahmen der Ziele des Wiener Kongresses (Mächtegleichgewicht und Friedenswahrung) sollte Deutschland eine Vereinigung von Staaten darstellen, die einerseits zu stark war, um von Frankreich angegriffen werden zu können, andererseits zu schwach, um eine Bedrohung für die Nachbarn zu sein. Zugleich sollte eine Vereinigung der deutschen Staaten in der Lage sein, sich bei einem Angriff eines anderen Staates zu verteidigen. Die Absicht Österreichs, das "alte Reich" nicht wieder herzustellen, kam dem Interesse Frankreichs, Großbritanniens und Russlands entgegen.
  Ein Zusammenschluss von deutschen Staaten in der Form eines lockeren Staatenverbandes sollte ein Glied des europäischen Staatensystems werden. Großmächte wie England und Frankreich forderten eine "Vormundschaft" über diesen Staatenverband und ein Mitspracherecht bei der Beilegung innerdeutscher Konfliktsituationen.
   
 
  • Im Innenverhältnis waren den deutschen Staaten weit gehend  Gestaltungsmöglichkeiten über die Form des Zusammenschlusses gelassen. Im Beratungskomitée über die Neuordnung Deutschlands waren Österreich,, Preußen, Bayern, Württemberg und Hannover vertreten.
  • Die Interessen der deutschen Staaten

 
  • Österreich
 
  • Die Erneuerung des habsburgischen Kaisertums und die freiheitliche Ausgestaltung des Verfassungslebens werden von Fürst Metternich abgelehnt.
  Der Wunsch der Patrioten, das "alte Reich" wieder herzustellen, war durch Metternich dadurch vereitelt worden, dass er schon vor Beendigung des Krieges den Rheinbundfürsten ihren Besitzstand und ihre Souveränität garantiert hatte. Damit war zwar die Anerkennung der Säkularisationen und Mediatisierungen verbunden, aber die Gründung eines Reiches war unmöglich gemacht.
   
 
  • Die nationale Hochstimmung des Befreiungskrieges hatte den Wunsch nach einer Neuorganisation Deutschlands nach dem Vorbild des französischen Nationalstaates aufkommen lassen. Fürst Metternich sah sowohl die äußere Friedensordnung Europas als auch die innere Friedensordnung der Staaten durch Liberalismus und Nationalismus bedroht. Nationale und konstitutionelle Ideen gefährdeten für ihn vor allem den Bestand des viele Nationalitäten umfassenden habsburgischen Reiches.
 
  • Preußen
 
  • Das Anliegen Preußens war es, die politische Vormacht nördlich des Mains zu werden
 
  • Im Juli 1814 legte Preußen einen Verfassungsentwurf vor, in dem eine starke Kontrolle der beiden Großmächte über die mittleren Staaten vorgesehen war. In der Auseinandersetzung mit Österreich musste Preußen dieses  'Maximalprogramm' zurücknehmen.
 
  • Nur wenige mittlere Länder wollten ein starkes Deutschland. Bayern und Württemberg wollten nur wenig von ihrer Souveränität abgeben.
  • Der Deutsche Bund
 
  • Der Deutsche Bund wurde auf Grund der "Wiener Bundesakte vom 8. Juli 1815" gegründet. Es war ein  völkerrechtlicher Bund mit 41 Mitgliedern, davon 37 erblichen Fürstentümern.  - ein Diktat europäischer Staatsräson.
 
  • Durch die Bundesakte erhielten die auswärtigen Großmächte eine "Vormundschaft" über den Deutschen Bund. Jede Verfassungsänderung musste künftig von Großbritannien, Frankreich, Russland, Schweden, Spanien und Portugal genehmigt werden.
 
  • Der Kaiser von Österreich und der König von Preußen traten dem Bund nur mit denjenigen Ländern bei, die ursprünglich zum Heiligen Römischen Reich deutscher Nation gehört hatten. So waren zum Beispiel Ungarn und Ostpreußen nicht Teil des Deutschen Bundes. Andererseits war Hannover in Personalunion mit England verbunden. Die Folge war, dass der englische König zugleich deutscher Bundesfürst war. Der dänische König war auch Herzog von Holstein.
 
  • Die Staaten bildeten weder einen Bundesstaat (der eine deutsche Einigung vorausgesetzt hätte), noch einen Staatenbund (der eine verbindliche Verfassung benötigt hätte), sondern nur einen lockeren Staatenverband ohne eigenes Staatsoberhaupt. Die Souveränität blieb bei den Fürsten und den Senaten der Freien Städte.
 
  • Der Zweck des Deutschen Bundes war "die Erhaltung der äußeren und inneren Sicherheit Deutschlands, die Unabhängigkeit und Unverletzlichkeit der deutschen Staaten".
  Die zentrale Aufgabe des Deutschen Bundes lag auf dem Gebiet der Sicherheitspolitik. Alle Bundesmitglieder waren sich einig, dass der Bund eine Verteidigungsunion sein sollte. Der Bund sollte als Einheit auftreten und Beschlüsse für das Bundesgebiet fassen.
   
 
  • Der Deutsche Bund besaß mit der Bundesversammlung nur ein gemeinsames Verfassungsorgan in Frankfurt. Die Bundesversammlung war kein Parlament, sondern ein Gesandtenkongress, in den jeder deutsche Bundesstaat seine weisungsgebundenen Gesandten schickte. Die Anzahl der Stimmen eines Landes richten sich nach dessen Größe. Den Vorsitz führte Österreich.
  Die Bundesversammlung konnte in zweifacher Form zusammentreten. Im 'Engeren Rat' wurden die politischen Vorlagen ausgearbeitet. Dabei hatten  die sechs Königreiche und die fünf Großherzogtümer zusammen elf von insgesamt siebzehn Stimmen.  Im Plenum waren alle 41 Mitgliedstaaten vertreten. Die Stimmrechte waren so verteilt, dass eine Majorisierung durch die großen Staaten nicht möglich war. Für Grundsatzentscheidungen war Einstimmigkeit vorgesehen.
   
 
  • Artikel 19 der Bundesakte lieferte einen vagen Hinweis auf eine zukünftige wirtschaftliche Einheit, und Artikel 10 versprach "organische Einrichtungen", die der Bund alsbald einzurichten gedenke. In Artikel 18 wurde den Deutschen ein - zukünftiges - Recht auf Freizügigkeit, also auf freie Wahl des Wohnorts, garantiert.
 
  • In Artikel 13 der Bundesakte werden für die Bundesstaaten landständische Verfassungen in Aussicht gestellt.
 
  • Metternichs Haltung in dieser Frage wurde durch die Rücksicht auf die Mediatisierten bestimmt, denen er durch den erblichen Sitz in den Landständen eine Entschädigung für den Verlust ihrer bisherigen politischen Stellung verschaffen wollte.
 
  • Zwischen 1814 und 1820 entstanden aufgrund fürstlicher Initiative neue Verfassungen in fast allen deutschen Staaten (Bayern und Baden 1818, Württemberg 1819). Eine neue Verfassung diente vor allem der Integration der einzelnen regionalen Gebiete eines Fürstentums. Kein Gedanke an Volkssouveränität!

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Europa 1815 - 1830


  • Die Heilige Allianz
 
  • Nach der Rückkehr Napoleons nach Frankreich im März 1815 war die Herrschaft der Bourbonen zusammengebrochen. Nur die Allianz der Siegermächte konnte den Bourbonen helfen, zurückzukehren. Durch den Kampf gegen Napoleon wurden die alten Allianzstrukturen sowie der Allianzgeist der Befreiungskriege revitalisiert. Durch das Einrichten von Institutionen sollte das Bündnis gefestigt werden.
 
  • Auf Veranlassung des Zaren Alexander I. wird am 26.9.1815 zwischen Russland, Österreich (Kaiser Franz I.) und Preußen (Friedrich Wilhelm III.) die 'Heilige Allianz' geschlossen. Die Staaten sollen nach den "Grundsätzen des Christentums, der Gerechtigkeit und der Liebe" geleitet werden. Das christliche Friedensgebot sollte als Richtschnur außenpolitischen Handelns dienen.
 

 

Alexander I. (*1777, †1825),  russischer Zar von 1801 bis 1825

 
       
 
  Vielfach wird in Geschichtsbüchern kritisiert, dass die Berufung auf das Christentum nur eine vorgeschobene Fassade für eine kalte Machtsicherung sei.  Doch nach dem Ende der Befreiungskriege war es zu einer Wiederbelebung christlicher Frömmigkeit gekommen. Zar Alexander I. war ein gläubiger Christ und hatte ernsthafte Absichten, den Krieg durch die Zerstörung seiner Wurzeln auszurotten.
   
  • Die Außenpolitik der 'Heiligen Allianz'
 
  • Im Zweiten Pariser Frieden (20. November 1815) werden die Bourbonen wieder eingesetzt.
  Insgesamt glimpfliche Einbußen für Frankreich. Saarlouis fällt an Preußen, kleine Teile im Süden Frankreichs (z.B. Nizza) fallen an das italienische Fürstentum Sardinien-Piemont. Frankreich musste eine Kriegsentschädigung bezahlen.
   
 
  • Ergreifen von gemeinsamen militärischen Sicherheitsvorkehrungen gegenüber Frankreich, so die Besetzung der Grenzgebiete durch preußische und russische Verbände.  Gemeinsamer Befehlshaber war der Herzog von Wellington (Großbritannien).
  Durch die gemeinsame Organisation wurde auch die Qualität der Zusammenarbeit gefördert. Die Gleichgewichtspolitik alten Stils hatte ausgespielt! Eine gemeinsame Besetzung durch mehrere Staaten hatte es bis dahin nicht gegeben.
   
 
  • Einrichten eines politischen Kollektivorgans. Die  Botschafter Österreichs, Russlands, Preußens und Englands sollten auf der zivilen Ebene die politischen Vorgänge überwachen und auch als Vermittlungsinstanz dienen. Sie sollten sich regelmäßig treffen. Strittige Fragen wurden - auch wenn sie nicht Frankreich betrafen - auf diese Botschafterkonferenzen übertragen.
  Mit diesem Verhalten der Siegermächte wurde außenpolitisches Neuland betreten. Eine Diplomatie im Frieden gab es bis dahin nicht!
   
 
  • Zweck der Quadrupelallianz (am 20. November 1815 war auch England dem Bündnis beigetreten) war, präventive Maßnahmen gegenüber Frankreich zu ergreifen, aber auch, alles zu tun, was der Aufrechterhaltung des Friedens dient. Konflikte sollen friedlich eingedämmt werden. An die Stelle der informellen Konfliktregelung sollte eine Institutionalisierung treten. Der Zar will eine Sicherheitspartnerschaft in ganz Europa, d.h. eine europäische Sicherheitsstruktur. Die neuen Regelungen wurden am 20. November 1815 vertraglich festgelegt.
  • Liberale und nationale Bewegungen
 
  • Ziel des Liberalismus ist es, die Menschen von unnötigen Bindungen zu befreien und eine möglichst große Freiheit im staatlichen und gesellschaftlichen Leben zu erreichen. Jeder Mensch soll seine Fähigkeiten ungehindert entwickeln und - so die Auffassung der Liberalen - mit seinem eigenen Nutzen zugleich dem allgemeinen Fortschritt am besten dienen.
 
  • Die Liberalen fordern einen Verfassungsstaat (d.h. einen Staat, in dem die Verteilung von Rechten und Pflichten zwischen Fürst und Parlament durch die Verfassung geregelt sind). Der Liberalismus hatte 1789 in Frankreich die politische Macht gewonnen und erregte damit ungeheuren Eindruck in ganz Europa.
 
  • Bis 1830 verband sich der Liberalismus mit dem Nationalismus.
 
  • Der Nationalismus entsprach im 18. Jahrhundert ganz unmittelbar sozialen Tatbeständen und Bedürfnissen. Einige Elemente des Nationalismus gehören zu den ursprünglichsten Gefühlen der Menschen, nämlich den Geburtsort oder den Ort der Kindheit besonders zu lieben, eine Vorliebe für die Muttersprache und für einheimische Sitten und Gebräuche, schließlich auf die eigene Lebensweise stolz zu sein, anderen Lebensarten mit Misstrauen zu begegnen.
 
  • An der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert war die Politisierung breiterer Kreise der Bevölkerung so weit fortgeschritten, dass das Nationalgefühl reflektiert und ideologisch fundiert wurde. In der Zeit des Absolutismus hatten die Fürsten den modernen Staat und damit das 'Gefäß' für den Nationalismus geschaffen. In Deutschland hatte der Nationalismus anti-französische Züge; das Bewusstsein der Andersartigkeit verband sich mit deutschem Sendungsbewusstsein (Jakob Fichte 1808: "An deutschem Wesen soll die Welt genesen.").
  • Die Solidarität der Fürsten
 
  • In Europa sucht die Heilige Allianz jede liberale und nationale Bewegung niederzuhalten. Der 1815 erreichte Zustand soll erhalten bleiben.
 
  • Gegenseitige Verpflichtung der Großmächte, gemeinsam gegen revolutionäre Bestrebungen vorzugehen. - Auf der Konferenz in Troppau (1820) setzte Russland - gegen österreichische Interessen - die Anerkennung des Prinzips der Intervention zur Wahrung der internationalen und innerstaatlichen Ordnung durch.
  • Burschenschaften und Reaktion im Deutschen Bund
 
  • Die Burschenschaften entstanden seit 1811 aus dem Geist des nationalen Widerstandes gegen die französische Besatzung: Ihre Zielsetzung war die politische Einigung Deutschlands.
  Die Burschenschaften traten teilweise an die Stelle der herkömmlichen Verbindungen auf der Grundlage von Landsmannschaften. In ihrer politischen Ausrichtung waren sie jedoch nicht einheitlich liberal.
   
 
  • Das Wartburgfest am 18. Oktober 1817 ist die erste politische Kundgebung, die gesamtdeutsch orientiert war. Sie wird zum Signal der Nationalbewegung.
  Die Tagesstunden verstrichen mit gemäßigten Festansprachen, in denen vor etwa 500 Teilnehmern der Gedanke der nationalen Einheit beschworen wurde. Am Abend ging eine radikalere Minderheit dazu über, symbolische Bücherverbrennungen vorzunehmen (Schriften von Karl Ludwig von Haller und August von Kotzebue sowie jüdischer Aufklärer aber auch den 'Code Napoléon')
   
 
  • Am 18. Oktober 1818 wird in Jena die 'Allgemeine Deutsche Burschenschaft' als Gesamtvereinigung der Burschenschaften in den Einzelstaaten gegründet. Ein Forderungskatalog des Liberalismus wird aufgestellt.
 
  • Am 23. März 1819 wird der deutsche Schriftsteller und russische Staatsrat August von Kotzebue durch den Erlanger Theologiestudenten Carl Ludwig Sand ermordet.
  Unter dem Einfluss des Gießener Professor Karl Follen war Karl Ludwig Sand von der Idee besessen, einen politischen Gegner töten und dafür den Opfertod auf sich nehmen zu müssen. Kotzebue wählte er aus, weil dieser über die Burschenschaften gespottet hatte.
       
 

 

 

 

Carl Ludwig Sand (1795 - 1820 hingerichtet)

Unter dem Bild steht:

Carl Ludwig Sand, enthauptet zu Mannheim am 20. May 1820. Zu Mannheim im Gefängnis nach dem Leben gezeichnet. Mossbrugger.

Bildquelle: Archiv Dr. Hermann Sand, München

 

 
   
 
  • Für den österreichischen Staatskanzler Fürst von Metternich bot der Mord an Kotzebue den Vorwand, die liberale Bewegung mit staatlichen Mitteln anzugehen. Die Einführung landständischer Verfassungen sollte mit Bundeskompetenz gestoppt werden.
 
  • In der Teplitzer Punktation vom 1. August 1819 einigten sich die führenden Staatsmänner Österreichs und Preußens auf massive Zensur- und Überwachungsmaßnahmen. Auf diese Linie schwenkten dann in den Karlsbader Beschlüssen auch die Vertreter von acht weiteren deutschen Staaten ein. 
 
  • Die Karlsbader Beschlüsse werden vom Bundestag bestätigt: Vorzensur für Zeitungen, Verbot der Burschenschaften, Entlassung "revolutionär" gesinnter Lehrkräfte, Überwachung der Universitäten. In Mainz wird eine 'Zentraluntersuchungskommission' des Deutschen Bundes eingesetzt. Die Wiener Schlussakte von 1820 legte die Einzelstaaten auf das "Monarchische Prinzip" fest. Die liberalen Bundestagsgesandten wurden bis 1823 aus dem Bundestag in Frankfurt entfernt.
  • Das Ende der preußischen Reformen
 
  • Friedrich Wilhelm III. von Preußen führt die Karlsbader Beschlüsse in seinem Land nicht nur gewissenhaft durch, sondern überbietet sogar Österreich in der Verfolgung aller 'Demagogen'. Auch die Durchführung der Reformen wird jetzt eingestellt, die Reformgesetze werden zum Teil rückgängig gemacht. Von einer Wiederherstellung der Zustände, wie sie vor dem Zusammenbruch Preußens 1806 bestanden hatten, konnte keine Rede sein.
    Friedrich Wilhelm III.  (*1770, †1840), König von Preußen 1797-1840  
       
 
  • 1822 wird durch die Einführung von Provinzialständen jeder Aussicht auf eine Volksvertretung ein Ende gemacht.
  • Liberale und nationale Bewegungen in Spanien
 
  • 1814 wird König Ferdinand VII. wieder in seine alten Funktionen eingesetzt. Er strebt die Wiederkehr der absolutistischen Herrschaft an.
 
  • Im Januar 1820 entzündet sich die Revolution in Cadiz. Zunächst ist es ein Militärputsch unter der Leitung eines Majors (Raphael Diego). Andere unzufriedene Schichten - so zum Beispiel die kleinen Landbesitzer - schließen sich dem Aufstand an.
 
  • Die verfassungsgebende Versammlung tagte unter dem Schutz der englischen Flotte. Der König wird gezwungen, einen Eid auf eine extrem liberale Verfassung abzulegen (Wahl ohne Zensus, König kann Parlament nicht auflösen, kein Vertretungsorgan der Oberschicht, nur suspensives Veto für den König u.a.).
 
  • 1823 beauftragt die 'Heilige Allianz' Frankreich mit der militärischen Intervention in Spanien. Der Aufstand wird niedergeschlagen, Ferdinand VII. wieder eingesetzt.
  1820 war nur Russland für eine Intervention in Spanien eingetreten. Zar Alexander I. war an sich kein Gegner eines Verfassungsstaates, trat jedoch für eine austarierte Aufgabenverteilung zwischen König und Parlament ein. Die Verfassung sollte außerdem nur von oben vergeben werden. Metternich denkt machtpolitisch: Er stellt sich gegen eine Intervention Russlands, weil er befürchtet, dass es sich in Westeuropa festsetzt. Auch England widersetzt sich dem Zaren: Es will nur eingreifen, wenn die Gefahr einer Infiltration revolutionärer Ideen in das eigene Land besteht. Außerdem will es seine nationale Souveränität wahren. 1823 wird Frankreich mit der Intervention beauftragt.
   
  • Revolutionäre Bewegungen in Italien
 
  • Wie in Spanien herrscht im Königreich Sizilien-Neapel (Königreich beider Sizilien) der Fürst absolut. Der Monarch ist träge und lässt die Regierungsgeschäfte schleifen.
 
  • Im Unterschied zu Spanien hatte sich in Italien ein konspirativer Geheimbund (Carbonari) gebildet, der auch das Militär unterwanderte. Im Juli 1820 kommt es zum Aufstand des Militärs. Weitere Gesellschaftsgruppen schließen sich an. Die Aufständischen setzen eine radikal-liberale Verfassung nach spanischem Vorbild durch (Cortes-Verfassung).
 
  • Österreich sieht seine Hegemonialstellung in Italien bedroht.1821 beschließt die Allianz die Intervention durch Österreich. Der Aufstand wird niedergeschlagen, die alten Zustände wieder hergestellt.
  • Der griechische Befreiungskampf (1821 - 1829)
 
  • Die von der Französischen Revolution ausgehenden liberal-nationalen Ideen und die zunehmende innere Schwäche des Osmanischen Reiches entfachten 1821 den Befreiungskampf  der Griechen gegen die türkische Herrschaft.
 
  • 1822 erklärt Griechenland seine Unabhängigkeit von der Türkei. In Epidauros tritt ein Nationalkongress zusammen. In ganz Europa entsteht ein große Griechenbegeisterung (Philhellenismus).
 
  • Österreich unter der Führung von Fürst Metternich fordert eine Intervention zugunsten der Türkei. Er befürchtet, dass die nationalen und freiheitlichen Ziele der Griechen Vorbild für die vielen Völkerschaften in seinem eigenen Land sein könnten. In Russland setzten sich machtpolitische Interessen durch, die auf eine Zerschlagung der Türkei und auf eine russische Vormachtstellung  über die Meerengen hinausliefen. England unterstützte ebenfalls die griechischen Freiheitskämpfer, um Russland von den Meerengen fernzuhalten. Dem russisch-englischen Zweckbündnis schloss sich Frankreich an.
 
  • Österreich und Russland ringen im stillen miteinander um die Donaumündung und die Macht auf dem Balkan, Russland und England um den Bosporus und die Dardanellen. Die Machtpolitik setzte sich durch, die Heilige Allianz mit ihren christlichen Prinzipien zerbrach.
 
  • 1824: Die Türken werden in ihrem Kampf gegen die aufständischen Griechen von den Ägyptern unterstützt. 1826 erobern türkisch-ägyptische Truppen Missolunghi, einen Hauptstützpunkt der Griechen.
 
  • 1827 greifen die europäischen Großmächte Frankreich, England und Russland in den griechischen Unabhängigkeitskrieg ein. In der Seeschlacht im Golf von Navarino wird die türkisch-ägyptische Flotte völlig zerstört.
  Die gemeinsame Aktion Frankreichs, Englands und Russlands war nur deshalb zustande gekommen, weil sich diese Staaten gegenseitig misstrauten. Jeder Staat befürchtete, dass ein anderer Staat die Dominanz im Vorderen Orient anzustreben versuche.
   
 
  • 1828 Frankreich greift unmittelbar in den griechischen Unabhängigkeitskrieg ein. Französische Truppen landen in Morea. Zwischen Russland und der Türkei bricht ein Krieg aus. Die Russen dringen im Kaukasus und in Rumelien vor.
 
  • 1829: Der russisch-türkische Krieg wird durch den Frieden von Adrianopel beendet. Die Russen erhalten fast das ganze Donaudelta und Teile von Armenien. Gleichzeitig erklärt sich die Türkei bereit, die Unabhängigkeit Griechenlands zu akzeptieren.
  Nebenbei bemerkt: Am 19. Januar 1829 hebt sich im Braunschweiger Hoftheater der Vorhang zur Uraufführung des 'Faust' von Johann Wolfgang von Goethe. Der Dichter selbst blieb diesem Ereignis ebenso fern wie der Aufführung am Hoftheater zu Weimar im folgenden Jahr.  1770 hatte Goethe mit der Arbeit am Faust begonnen. Siebzehn Jahre später erschien eine erste Fassung, später als Urfaust bekannt, in der zunächst die Gretchentragödie im Mittelpunkt stand und der Pakt mit dem Teufel noch fehlte. Eine zweite, erweiterte Fassung veröffentlichte der Dichterfürst 1790 unter dem Titel 'Faust. Ein Fragment'. In den folgenden 18 Jahren fügte Goethe weitere Szenen hinzu und ließ sein wohl bedeutendstes Werk als "Faust. Eine Tragödie" in Druck gehen. Das gesamte Stück, einschließlich des postum 1832 veröffentlichten zweiten Teils, gelangte erst 1876 in Weimar zur Aufführung.
 
  • Im Londoner Protokoll von 1830 wurde die Unabhängigkeit Griechenlands anerkannt.

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Literaturhinweise


  • Koch, Rainer: Deutsche Geschichte 1815-1848. Restauration oder Vormärz? Stuttgart 1985

  • Langewiesche, Dieter: Europa zwischen Restauration und Revolution 1815-1849 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte, Bd. 13). München 1993

  • Wehler, Hans-Ulrich: Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Band2 (1815-1845). München 1987

  • Simon, Heinz Joachim: Kotzebue: Eine deutsche Geschichte (Fesselnd wird die dramatische Lebensgeschichte des Attentäters Karl Ludwig Sand und der Aufbruch der Jugend gegen Zensur und Fürstenwillkür geschildert).

  • Und hier ein historischer Roman, der den Wiener Kongress mit seinem  politischen und gesellschaftlichen Umfeld hervorragend beschreibt:   Waldeck, R.G.: Venus am Abendhimmel. Talleyrands letzte Liebe. Rowohlt Taschenbuch 1996.


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Stand: 30.10.2014                         Copyright © 2014 Geschichts- und Kulturverein Köngen e.V.                         Autor: Dieter Griesshaber